1000 Freunde: Eigentlich Alles OK!

28. Februar 2013FelixBlogs

Während ich gestern den „unglaublichen Knaller“ zwischen Bayern und Dortmund betrachtet habe, konnte ich nicht umher, an ein paar wirklich interessante Dinge zu denken. Denn das Spiel war tatsächlich enttäuschend langweilig. Aus diesem Grund bin ich die bisherigen Spiele der Schalker Rückrunde durchgegangen. Und habe zu meinem Erstaunen den Knackpunkt der Rückrunde gefunden. Er heißt nicht Jens mit Vornamen.

Die Spiele

Gehen wir die Spiele mal in chronologischer Reihenfolge durch…

Schalke – Hannover 5:4
Das Spiel war kein Meilenstein in Sachen moderner Abwehrarbeit, aber ein ordentliches Spektakel. Jeder Zuschauer freut sich, wenn 9 Tore fallen. Und wenn dann noch die eigenen Mannschaft gewinnt, macht so ein Spiel noch mehr Spaß. Kein großer Grund zur Unzufriedenheit. -> zum Ticker

Augsburg – Schalke 0:0
Viele haben sich über den Auftritt der Schalker in Augsburg beschwert. In meinen Augen hat Jens Keller hier ausprobiert mit zwei Stürmern zu spielen, was nicht funktionierte und den Spielaufbau komplett lähmte. Trotzdem hat Schalke auswärts einen Punkt bei einem der besseren Teams der Rückrunde gewonnen. Finde ich OK.

Schalke – Fürth 1:2
Hallo, Knackpunkt! Auch wenn es das erste Spiel ohne Holtbywar  und sich das spielerisch sehr deutlich zeigte: Man muss als Champions League Teilnehmer sein Heimspiel gegen Greuther Fürth gewinnen. Zudem sollte ein Tor herausgespielt werden. Letzlich war aber nicht mehr drin als eine witzige Idee des neuen Brasilianers, die ausnahmsweise mal funktionierte. Das ist schwer enttäuschend.

Bayern – Schalke 4:0
Mit der Niederlage in München habe ich absolut keine Probleme. Viele Mannschaften fahren ambitionslos in die Allianzarena, verlieren dort einfach und reisen wieder ab. Dass Schalke dies auch tut ist vielleicht nicht unbedingt ein Grund für Freudensprünge, aber absolut vertretbar. -> zum Ticker

Mainz – Schalke 2:2
Die Mainzer sind ein sehr heimstarkes und ätzend bespielbares Team, das nicht zu Unrecht die gesamte Saison um die Europa League Plätze herumwuselt. Angesichts der seit Jahren chronisch schlechten königblauen Abwehr kann man dort durchaus zweimal in Rückstand geraten und zufrieden sein, wenn man noch einen Punkt mitnimmt.

Galatasaray – Schalke 1:1
Hier lieferten die Schalker, abgesehen von wiederholt teilweise komödiantischem Abwehrverhalten, eine ordentliche Leistung ab. Der Konter, der zum Ausgleich führte, war perfekt ausgespielt und zeigt erneut das Potential der Mannschaft in dieser Spielsituation. Vielleicht hätte man gegen einen Gegner, die aus irgendeinem Grund mit dem 1:1 zufrieden war und ständig Defensivspieler einwechselte, mehr tun können. Aber im Grunde ist das 1:1 eine sehr gute Basis für das Rückspiel. -> zum Ticker

Schalke – Düsseldorf 2:1
Ein merkwürdiges Spiel. Schalke schien diesmal einen besseren Plan zu haben, was sie bei eigenem Ballbesitz anstellen sollten. Dennoch fielen wieder nur zwei Tore, bei denen der Ball nach einem langen Freistoß irgendwie über die Linie gegurkt wurde. Das Verteidigungsverhalten war angesichts der wirklich stumpfen und schablonenhaften Konter der Düsseldorfer jedoch echt scheiße. Aber ein Sieg nach vielen Spielen ohne Sieg ist ohne Zweifel ein gutes Zeichen.

 

Das Fazit

Von den Ergebnissen betrachtet findet man nur ein Spiel, mit dem man wirklich extrem unzufrieden sein kann: Das 1:2 gegen Fürth. Rechnet man diese 3 Punkte auf das Schalker Konto, stehen die Knappen nur 2 Punkte hinter Frankfurt und dem Champions League Qualifikationsplatz.

Spielerisch war das häufig keine Offenbarung, wenn man jedoch bedenkt, mit wie wenig Kreativität und Esprit die Mannschaft die letzten Spiele vor der Winterpause bestritten hat, lässt sich mit Sicherheit eine leichte Verbesserung feststellen. Das Defensivverhalten ist seit dem Trainerwechsel nicht schlechter geworden. Das wird meistens dann richtig dumm, wenn Roman Neustädter in seinem Kopf wieder Nationalspieler ist und bei einer Führung umgehend gewonnen hat.

Um mal probeweise was Nettes über Jens Keller zu sagen: Die neue Besetzung der Außenverteidigerposition mit Höger und Kolasinac finde ich großartig. Zum einen weil sich Christian Fuchs eine Pause redlich verdient hat (Er wirkte überspielt, zudem  war er zuletzt  hinten schlecht und vorne wirkungslos). Zum anderen weil nun endlich mal ein Trainer am Werk ist, der scheinbar meine Meinung teilt, dass man Benedikt Höwedes auf der rechten Außenbahn verbrennt und seiner größten Stärke (Kopfballspiel!!) beraubt.

Unterm Strich geht es langsam bergauf in Gelsenkirchen. Ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn es einigen Leuten zu langsam geht. Aber ein positiver Trend ist da, was nach dem wirklich rasanten Absturz Ende der Hinrunde auf bessere Zeiten hoffen lässt, sollte das kommende Auswärtsspiel in Wolfsburg nicht verloren werden. Leider lässt Schalke in der Autostadt schon seit Jahren besonders gern unnötig Punkte liegen. Und dann gehen mir auch schon wieder die Argumente aus.

Und nich‘ vergessen: „Tausend Freunde, die zusammenstehen, dann wird der FC Schalke niemals untergehen!“

 

 

1 comment zu “1000 Freunde: Eigentlich Alles OK!”

  1. Schalke · 4. März 2013 Antworten

    Und in diesem Jahr schaffte Schalke seit 10 Jahren mal wieder einen Sieg in Golfsburg.
    Schöner Beitrag – Danke!

Sag' doch auch mal was!

Deine Meinung zählt!

Wer ist der bessere Trainer?


zum Ergebnis

Loading ... Loading ...

Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

Gewaltbereitschaft und gewalttätige Fans sind derzeit das beständig wiederkehrende Thema in Gesprächen rund um den deutschen Fußball. Wir haben ein Interview mit einer Frau geführt, die einige Jahre die Ultras eines Bundesligisten hautnah miterleben durfte.

” Ein Spiel wie der Film “Stolz & Vorurteil”. Man wartet erst eine Stunde, dass etwas passiert und dann eine Stunde, dass es endlich aufhört.”

Das Beste aus unseren Live-Blogs

"Bela Rethy unterstellt dem kroatischen Trainer, sich taktische Tipps von Felix Magath zu holen. Mal abwarten, ob im Viertelfinale sieben andere Spieler auflaufen und die verbleibenden vier auf neuen Positionen." > Kroatien - Spanien
More in Blogs (36 of 133 articles)