Deutscher Meister – In allen Belangen

30. November 2011FelixBlogs

Zugegebenermaßen sind die Fanshops sämtlicher Klubs heute voll mit allerlei Gegenständen, die mit dem Vereinslogo verunstaltet  oder mit Spieler assoziiert werden: Wie könnte ein kaltes Bier besser schmecken als aus einem Humpen mit FC Bayern Logo? Welche Frau kann widerstehen, wenn man das neue Eau de Toilette aus dem Schalker Fankatalog aufträgt: Man kann sogar wählen, ob man lieber wie Raul vor oder Jermaine Jones nach dem Spiel riechen möchte. In Hannover liegen unbekannte Potentiale vergraben, schließlich könnten die Herrenausstatter der Stadt eine „Mirko Slomka Design“ Reihe herausbringen. Dennoch sind die absoluten Meister im Verkauf von Fanartikeln die Verantwortlichen von Borussia Dortmund.

Bereits im Sommer konnte man über die Ideen, mehr Geld zu verdienen nur staunen: Da verkaufte die Borussia den ausrangierten Rasen des Signal-Iduna-Parks in kleine Stücke geschnitten als „Meisterrasen“ an ihre Fans. Kein Verein ist bisher auf die Idee gekommen, durch den Verkauf von Dingen, die sonst in die Biotonne wandern würden, den Preis für das kostspielige Auswechseln des Spielbelags zu drücken. Und am letztem Wochenende schmückten „Derbytrikots“ die gestählten Oberkörper der Dortmunder Spieler. Bereits vor fünf Jahren entdeckte die Marketingabteilung des BVB  das “Weihnachtstrikot” um die konsumfreudigste Zeit des Jahres optimal für ihren Verein zu nutzen. So ist Dortmund als einziger Verein in der Lage, in jedem Jahr drei „neue“ Trikots an den Mann zu bringen (in diesem Jahr sogar vier, der Championsleague sein Dank), während die von adidas ausgestatteten Teams amateurhaft zwei Spielzeiten lang das gleiche Heimtrikot tragen.

Doch nur bei Borussia Dortmund können solche Ideen funktionieren: Es gibt keinen anderen Verein in Deutschland, der ähnliche Absatzmärkte hat wie der BVB. Die Fanbasis ist nicht nur riesengroß und stolz, sondern auch räumlich nah beieinander, da die meisten Anhänger der Schwarz-Gelben aus dem Ruhrgebiet und Umgebung kommen und auch dort wohnen. So entsteht viel schneller das Bedürfnis, das neue Trikot zu tragen, dass der Nachbar beim letzten Heimspiel über die Schultern streifte. Nach der geradezu dilettantischen Geldverbrennung am Anfang des Jahrtausends haben es die Dortmunder als erster Verein Deutschlands richtig verstanden, ihr gigantisches Fanpotential zu nutzen. Der Aufschwung des Vereins ist auch diesen Methoden zu verdanken, die schon Jahre vor Jürgen Klopp begannen, den Konzern BVB finanziell wieder auf solide Beine zu stellen. Dem Weihnachtstrikot sei Dank.

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