Alle Neune: Meisterfeier, Abstiegsangst und neue Trikots

11. Mai 2013Felix> Bundesliga, | Alle Neune

Werder Bremen feiert den Klassenerhalt, Bayern München die Meisterschaft und Schalke 04 zwei Vertragsverlängerungen und ein Auswärtstrikot mit Lätzchen. Zumindest in Gelsenkirchen hätte man damit besser erst nach dem Abpfiff angefangen. Derweilen scheint der Weg von Hoffenheim und Düsseldorf durch eine ungesunde Mischung von Pech und fehlendem Talent in die zweite Liga zu führen.

In der Rubrik “Alle Neune” fassen wir die 9 Spiele des aktuellen Spieltags für Euch zusammen. Dafür schildern 2 Autoren ihre Eindrücke vom Spiel in wenigen Sätzen und bewerten den Ausgang in einem einzigen Satz. Schneller kann man sich nicht über ein Spiel informieren.

 

 

bayern_1Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhraugsburg_1

Bayern München – FC Augsburg 3:0

1:0 Müller (69.), 2:0 Shaqiri (82.), 3:0 Luiz Gustavo (88.)


Stephan: Zwischen Jupps Verabschiedung und der Meisterfeier gab es noch 90 Minuten Fußball, in denen keiner davon ausging, dass der FC Augsburg auch nur den Hauch einer Chance bekommen sollte. Die Bayern spielten in der ersten Halbzeit ihr Schema herunter, ohne dabei groß zu glänzen. Erst in der zweiten Halbzeit, als bei den Augsburgern die Kräfte schwanden, erzielten die Münchener ihre Tore, um einen weiteren ungefährdeten Heimsieg einzufahren. Zwischen Blasmusik und Konfetti gewinnt der FC Bayern verdient und feiert offiziell die Meisterschaft.

Felix: Bayern München versuchte 70 Minuten lang mit eher dezentem Spieltempo zum Torerfolg zu kommen. Die Augsburger betrieben einen enormen Aufwand, um das 0:0 zu halten und hatten ihre beste Chance durch einen abgefälschten Schuss von Ji, der auf der Latte landete. Eine kurze Tempoerhöhung in der Schlussviertelstunde und der Kräfteverschleiß des Gegners sichern den Bayern schließlich einen verdienten Heimsieg. Tapfer kämpfende Augsburger können den Bayern nur 70 Minuten widerstehen.

 

 

stuttgart_2schalke_2

Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhr

Schalke 04 – VfB Stuttgart 1:2

0:1 Ibisevic (24.), 0:2 Ibisevic (66.), 1:2 Ulreich (90.,Eigentor)


Stephan: Mit Julian Draxlers und Jens Kellers Vertragsverlängerungen sollte es im letzten Heimspiel der Saison eine große Party geben, doch der VfB erwies sich als Spielverderber. Die Stuttgarter begannen konzentriert und leisteten sich wenig Fehler im eigenen Spiel, sodass die Gäste zur Pause verdient führten. Nach dem Seitenwechsel agierte Schalke offensiver und musste nach einem Konter das vorentscheidende 2:0 hinnehmen. Der VfB wird für eine mutige und effektive Leistung mit einem verdienten Auswärtssieg belohnt.

Felix: Nach dem wenig erbaulichen Auftritten gegen Augsburg (0:3) und Fürth (0:2) hatte sich der VfB Stuttgart einiges vorgenommen und trat engagiert auf. Schalke 04 vermittelte über weite Strecken den Eindruck, als hätten sie Platz 4 bereits sicher und würden gegen einen schwachen Gegner die Saison locker ausklingen lassen. Ein Fehler, denn die Schwaben hielten engagiert dagegen und konnten in Führung gehen. Schalke zeigte seine übliche Hilflosigkeit in Heimspielen, in denen der Gegner das Team nicht zum Tore schießen einlädt und fand nach dem Rückstand nie ins Spiel zurück. Verdiente Heimniederlage für S04, die das Spiel zu lässig angingen und die Schwaben nie wirklich gefährden konnten.

 

 

hannover_3leverkusen_1

Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhr

Bayer Leverkusen – Hannover 96 3:1

1:0 Hegeler (6.), 2:0 Kießling (28.), 3:0 Hegeler (59.), 3:1 Sobiech (71.)


Stephan: In einer Partie, in der es für beide Mannschaften um nichts mehr ging, beschenkte Bayer Leverkusen im letzten Heimspiel seine Fans mit einer ansprechende Offensivleistung. Durch schnelle Kombinationen erspielte sich die Werkself zahlreiche Chancen und lag zur Pause mit 2:0 in Front. In Halbzeit Zwei versuchte Hannover 96 zwar noch einmal ins Spielgeschehen einzugreifen, doch mehr als Ergebniskosmetik war für die Niedersachsen nicht drin. Bayer Leverkusen gelingt ein entspannter Sieg im letzten Heimspiel der Saison.

Felix: Leverkusen verstand es vor allem in der ersten Halbzeit die „nimm‘ du ihn, ich hab‘ keine Lust zu laufen“ Einstellung der Hannoveraner Hintermannschaft auszunutzen und in gefährliche Torchancen und Tore umzumünzen. Vor allem der ungewohnt als Außenstürmer auflaufende Jens Hegeler nutzte das großzügige Platzangebot im gegnerischen Strafraum, weil Mirko Slomka anscheinend nur Schürrle und Kießling als Gefahr ausmachte. Leverkusen kommt zu einem ungefährdeten Heimsieg mit einem überflüssigen Gegentor.

 

 

frankfurt_1bremen_1

Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhr

Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 1:1

1:0 de Bruyne (22.), 1:1 Lakic (51.)


Stephan: Die abstiegsbedrohten Werderaner gingen im letzten Heimspiel kämpferisch zu werke, kamen in der Anfangsphase zu gute Chancen und erzielten das nervenberuhigende 1:0. Nach der Halbzeitpause fand der Gast aus Frankfurt zunehmend besser ins Spiel und konnte die Führung der Hausherren egalisieren. Danach waren beide Mannschaften darauf bedacht, keine Fehler zu machen und die Partie plätscherte dahin. Ein Spiel, dass keiner verlieren durfte, endet Unentschieden.

Dominik: . Mit viel Kampf und Willen von Beginn an nahmen die Bremer das Zepter in der Hand und gingen folgerichtig durch Kevin de Bruyne mit 1:0 in Führung – gleichzeitig auch der Pausenstand. Auch nach der Pause zeigte Bremen eine engagierte Leistung, aber auch die Eintracht fing nun an, Fußball zu spielen. Und das mit ein wenig mehr Glück, denn das 1:1 fiel aus knappem Abseits. Durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen reicht den Bremern aber das Unentschieden, um sicher in der ersten Liga zu bleiben. Eine unterhaltsame Partie, weil beide Mannschaften nach vorne spielten und sich am Ende verdient mit einem Remis trennten.

 

 

hamburg_1hoffenheim_1

Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhr

1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4

0:1 Son (18.), 0:2 Aogo (35.), 0:3 Jiracek (60.), 1:3 Volland (61.), 1:4 Rudnevs (88.)


Stephan: Für eine realistische Chacne auf den Klassenerhalt benötigte 1899 einen Sieg gegen den HSV. Doch bereits in der Anfangsphase geriet Hoffenheim durch individuelle Fehler in der Defensive schnell in einen 2:0 Rückstand. Nach dem Seitenwechsel konnten die Hamburger zwischenzeitlich auf einen drei Toreversprung erhöhen, ehe die Kraichgauer den Anschlusstreffer erzielten. Die Hausherren agierten dann zunehmend offensiver und boten dem HSV einige Kontermöglichkeiten, die die Hanseaten am Ende zu einem 4:1 Auswärtssieg nutzten. Der Hamburger SV gewinnt durch eine konzentrierte Vorstellung verdient gegen Hoffenheim, die kaum noch Chancen auf einen Verbleib in der Bundesliga haben.

Dominik: Hoffenheim begann gut, hatte mehr Spielanteile und war der Führung nahe. Doch zwei Konter der Gäste sorgten in Halbzeit eins dafür, dass es ganz düster für die Sinsheimer aussah. Son und Aogo schlossen zwei Konter blitzsauber ab und erzielten die beiden Treffer vor der Pause. Nach der Pause gelang dem HSV sogar das dritte Tor, doch nach Wiederanpfiff konnte Hoffenheim den Anschlusstreffer markieren. 1899 machte hinten nun auf, ohne dabei aber vorne gefährlich zu werden, stattdessen nutzte der HSV die Lücken zum 4:1-Endstand. Eine viel zu hohe Niederlage für Hoffenheim, die engagiert zu Werke gingen, aber Pech bei den Kontern der Hamburger hatten.

 

 

dortmund_1wolfsburg_2

Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhr

VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund 3:3

0:1 Bender (5.), 1:1 Perisic (14.), 2:1 Perisic (23.), 3:1 Naldo (26.), 3:2 Reus (84.), 3:3 Reus (88.)


Stephan: In einer unterhaltsamen Bundesligapartie legte der BVB ein hohes Tempo vor und führte bereits nach kurzer Zeit mit 1:0. Doch die Niedersachsen ließen sich davon nicht beirren und kamen groß ins Spiel zurück – zur Halbzeit führten die Wölfe nicht unverdient mit 3:1. Nach dem Seitenwechsel war den Dortmundern anzumerken, dass sie dieses Spiel nicht verlieren wollten und so kombinierte man sich sehenswert zu einem 3:3 Endstand. Ein ansehnliches Fußballspiel, in dem es für beide Teams und nichts mehr ging.

Dominik: Es war eine ganz schwache erste Hälfte der Gäste, auch wenn man sogar durch Sven Bender in Führung gehen konnte. Doch noch vor der Halbzeit drehten die engagierten Wölfe das Spiel auf 3:1, zweimal der frühere Dortmunder Perisic und Naldo sorgten für die beruhigende Halbzeitführung. In der zweiten Hälfte passierte zunächst überhaupt nichts. Erst zum Ende hin drehte der BVB auf und kam durch Reus sogar noch zum Ausgleich. Wolfsburg vergibt am Ende einen sicher geglaubten und eigentlich auch verdienten Sieg gegen erstaunlich schwache Dortmunder.

 

 

 

Freiburg_1fürth_3

Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhr

Greuther Fürth – SC Freiburg 1:2

1:0 Zimmermann (3.), 1:1 Schmid (69.), 1:2 Kruse (78.)


Dominik: In der ersten Hälfte waren die Fürther tatsächlich auf dem Weg, im letzten Heimspiel der Saison den ersten Heimsieg einzufahren. Bereits nach drei Minuten erzielte Zimmermann die Führung für die Kleeblätter, mehr passierte im ersten Durchgang nicht mehr, weil Fürth sich nach der Führung hinten rein stellte und Freiburg daraus kein Kapital schlagen konnte. So ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter, doch die Freiburger Offensivbemühungen führten dann nach zahlreichen Angriffen zum Erfolg. Schmid und Schuster drehten die Partie zu Gunsten der Breisgauer. Verdienter Auswärtssieg der Freiburger, da Fürth offensiv zu wenig machte.

Felix: Mit der erkennbaren Ambition, nicht den peinlichen Bundesligarekord von einer kompletten Saison ohne Heimsieg aufzustellen, begann Greuther Fürth das Spiel gegen Freiburg und wurde durch den Führungstreffer belohnt. Leider ging es auch für den SC um etwas, der nach anfänglicher Nervosität besser ins Spiel fand und durch die technischen Schwächen der Franken endgültig zurück geholt wurde. Freiburgs unermüdliches Spiel nach vorn war Wegbereiter zu zwei Toren, die gegen eine bessere Abwehr nie gefallen wären. Fürth hatte kurz vor Ende noch die größtmögliche Ausgleichschance, Djurdjic scheiterte jedoch mit einem Elfmeter an Baumann. Freiburg erkämpft sich mühevoll drei Punkte im Ronhof.

 

 

gladbach_2mainz_1

Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhr

Mainz 05 – Borussia Mönchengladbach 2:4

1:0 Parker (12.), 1:1 Hrgota (39.,Elfmeter), 1:2 Hrgota (59.), 1:3 Hanke (65.), 1:4 Hrgota (80.), 2:4 Ivanschitz (90.,Elfmeter)


Dominik: Ein früher Treffer der Mainzer sorgte für eine überlegene Hälfte der Hausherren, die das Spiel gut 35 Minuten komplett im Gruff hatten. Von den Gladbacher kam viel zu wenig, doch durch einen clever verwandelten, aber zweifelhaften Elfmeter durch Hrgota kam man noch vor der Pause zum Ausgleich. Nach der Pause ein ganz anderes Bild auf dem Platz: Gladbach machte ganz viel nach vorne und drehte das Spiel komplett, kam zwischenzeitlich sogar zum 4:1. Kurz vor Schluss konnte Ivanschitz das Ergebnis nur noch durch einen verwandelten Handelfmeter optisch verschönern. Dank einer starken Leistung im zweiten Durchgang kamen die Gladbacher zu einem auch in der Höhe verdienten Sieg.

Felix: Entgegen meiner Erwartungen entwickelte sich hier ein unterhaltsames Spiel, in dem besonders der Heermeister von Gondor Schwede Boromir Branimir Hrgota für Highlights sorgen konnte. Immer wieder entkam der schnelle Borusse den alten, langsamen Innenverteidigern der 05er und konnte drei Treffer erzielen. Der verwandelte Elfmeter in der Nachspielzeit änderte nichts mehr am desaströsen Ende einer verkorksten Rückrunde der Mainzer. Verdienter Erfolg der Borussia, welche die Fehler der Mainzer Hintermannschaft geschickt nutzen konnte.

 

 

nürnberg_2fortuna_1

Samstag, 11.05.2013, 15:30 Uhr

Fortuna Düsseldorf – 1.FC Nürnberg 1:2

1:0 Balitsch (23.,Eigentor), 1:1 Mak (58.), 1:2 Plattenhardt (64.)


Dominik: In einer größtenteils unterhaltungsarmen ersten Hälfte gelang den Düsseldorfern dank eines Eigentores von Balitsch der wichtige Treffer zur Führung. Diese verwaltete man souverän bis zur Pause. Nach dem Wechsel aber drehten die Nürnberger auf, von den Düsseldorfern kam dagegen gar nichts mehr. Folgerichtig musste die Fortuna mit ansehen, wie der Club das Spiel drehte und das 2:1 bis zum Schluss verwaltete. Verdienter Sieg der Nürnberger, weil Düsseldorf im zweiten Durchgang viel zu wenig für das Spiel tat.

Felix: Fortuna Düsseldorf begann das Spiel gegen Nürnberg komplett ohne Struktur und Selbstvertrauen, aber mit dem öffentlich zur Schau gestellten Willen, 3 Punkte für den Klassenerhalt zusammen. Trotz dieses Bemühens bedurfte es eines unglaublich dämlichen Eigentores von Hanno Balitsch, um tatsächlich in Führung zu gehen. In der Pause musste Spielmacher und Kapitän Lambertz verletzt vom Platz: Ein Schlag, der für einen Bruch im Spiel der Fortuna sorgte. Nürnberg war nun die spielbestimmende Mannschaft und drehte das Spiel. Die bemitleidenswerte Inkompetenz der Düsseldorf Offensive verhinderte, dass es noch einmal spannend wurde. Schwache Nürnberger gewinnen in Düsseldorf, weil die Fortuna noch schlechter war.

 

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