Brasilianer mit deutschen Tugenden

2. Juni 2014Felix> WM 2014

Natürlich geht Brasilien als Favorit in die WM im eigenen Land. Doch statt des gewohnten Ballzaubers und Hurrafußballs, dem man mit der Selecao verbindet, sind es in diesem Jahr eher solide Abwehrarbeit, Einsatzwillen und Laufbereitschaft, die man vom fünffachen Weltmeister erwarten kann.

In den acht Freundschaftsspielen, die Brasiliens Nationalmannschaft im Rahmen der abgelaufenen Spielzeit bestritt, bekam das Team von Trainer Luis Felipe Scolari nur 3 Gegentore. Das macht die für Brasilien ungewöhnliche Defensivstärke deutlich. Die Viererkette mit Dani Alves, Thiago Silva, David Luis und Maicon muss als die stärkste des Turniers gelten. Die Einzelspieler können in den letzten vier Jahren eine erstaunliche Ansammlung von Titeln vorweisen, etwa drei mal den Gewinn der Champions League.

Auch die zweite Reihe ist mit Marcelo (Real Madrid) und Dante (Bayern München) auf absolutem Weltklasseniveau besetzt. Vor der Abwehr stehen mit Luiz Gustavo, Paulinho und Fernandinho Spieler, die ohne Probleme in der Champions League mithalten können.  Statt wie üblich die Abwehrarbeit ist es 2014 eher die Offensive, die bei den Brasilianern Sorgenfalten aufwirft.

Die nominierten Stürmer Fred und Hulk sind nicht etwa filigrane Dribbelkünstler, sondern Spieler, die vor allem Dingen durch körperliche Stärke und Laufbereitschaft beeindrucken. Was sich im letzten Jahr beim Confed-Cup allerdings bezahlt gemacht hat: Im Finale gegen Spanien (3:0) attackierten die Brasilianer ihren Gegner bereits wenige Meter nach dessen Strafraum und beeindruckten ihn damit nachhaltig. Selbst Dribbelkünstler Neymar (Barcelona), dem seine erste Vereinssaison sehr gut getan hat, lies sich von dieser Einsatzfreude anstecken und gewann grätschend Bälle für sein Team.

Eine brasilianische Mannschaft mit Heimvorteil und deutschen Tugenden. Eine unglückliche Kombination für andere Teams, die den Pokal gewinnen wollen. Nur die Tatsache, das viele Spieler im Kader ihr erstes großes Turnier spielen, kann für erfahrenere Mannschaften ein Hoffnungsschimmer sein. Lediglich Torhüter Julio Cesar sowie die Außenverteidiger Maicon und Dani Alves waren 2010 bereits Stammspieler.

 

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Fazit: Brasilien befindet sich in einer ähnlichen Situation wie Deutschland 2006 – Nach einigen erfolglosen Jahren müssen vor allem Atmosphäre und Einstellung ein überdurchschnittliches, aber nicht überragendes Team nach vorne bringen. Das Halbfinale sollte mindestens drin sein.

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Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

“68.Minute – Tor für Deutschland!
Özil tritt einen Freistoß in den Strafraum, der griechische Torwart rennt irgendwohin, Klose ist mit dem Kopf zu Stelle.”

” Ein Spiel wie der Film “Stolz & Vorurteil”. Man wartet erst eine Stunde, dass etwas passiert und dann eine Stunde, dass es endlich aufhört.”

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