Der Abschiedsbrief: Das musste kommen, Mike!

20. Februar 2013FelixBlogs, | Der Abschiedsbrief

Eine deutsche Mannschaft scheidet aus einem internationalen Wettbewerb aus, ein Bundesligatrainer wird entlassen. Zu solchen Anlässen verfasst einer unserer Sechser einen Abschiedsbrief. Felix wendet sich heute an Mike Büskens, der als Aufstiegstrainer von Greuther Fürth die erste Bundesligasaison des Vereins nicht überstanden hat.

Lieber Mike,

es tut mir leid, von deiner Entlassung zu erfahren. Obwohl sie mich nicht im geringsten überraschen kann. Du bist ein sympathischer Kerl, der ein sympathischer Trainer bei einem sympathischen Verein war. Dieses Bild kann durch deinen Rauswurf nicht zerstört werden. Im Gegenteil: Angesichts der katastrophalen Bilanz von Greuther Fürth ist es ein Ausdruck größten Vertrauens, dass du Mitte Februar noch im Amt gewesen bist.

Man war dir dankbar, weil du endlich der Trainer gewesen bist, dem gelingen sollte, woran Benno Möhlmann und Bruno Labbadia scheiterten. Du hast vollendet, woran der Verein fast 10 Jahre gearbeitet hat: Du hast Greuther Fürth endlich in die Bundesliga geführt. Und aus diesem Grund wollte man dich bei diesem einmaligen Ritt solange wie möglich im Sattel sitzen lassen. Doch nun ist ein Zeitpunkt erreicht, an dem man sagen muss: Die Bundesliga könnte für Greuther Fürth eine einmalige Chance sein. Für dich nicht. Und aus diesem Grund ist es von Seiten des Vereins vollkommen legitim, jede Möglichkeit in Betracht zu ziehen, das Ruder herumzureißen.

Egal, ob man dir taktische Defizite oder fehlenden Kontakt zur Mannschaft vorwirft, die Konsequenz ist offensichtlich. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Die Allianz aus Greuther Fürth und Mike Büskens war in der zweiten Liga sehr gut, hat aber im Oberhaus kaum eine Prüfung bestehen können. Man weiß, dass es in dieser Konstellation nicht klappt und es wäre ein Fehler, aus reiner Dankbarkeit daran festzuhalten und die Zukunft des Vereins aus Sentimentalität zu verspielen. Die Mannschaft, deren Füße nicht bundesligatauglich scheinen, sollten zumindest im Kopf bereit sein, an den Klassenerhalt zu glauben. Und hätte man nichts verändert, wäre der Trott aus Niederlagen und Selbstmitleid nicht zu durchbrechen gewesen. Du wirst dir eingestehen müssen, wenn auch nicht frei von Wehmut, dass die jetzige Entwicklung die Bestmögliche für Greuther Fürth sein wird.

Ich mag deine Interviews. Ich mochte es, wenn du von Stiebi und Fürste und Gerald gesprochen hast. Deine Sprints quer übers Feld nach den späten Toren in Hoffenheim und Gelsenkirchen sind jetzt schon fester Bestandteil jedes Saisonrückblicks. Und ich bin mir sicher, dass wir dich in der Bundesliga wiedersehen werden. Wenn es nach mir geht, in einem königsblauen Trainingsanzug.

Bis dahin Alles Gute,
Dein Felix

1 comment zu “Der Abschiedsbrief: Das musste kommen, Mike!”

  1. Fu Shan · 21. Februar 2013 Antworten

    Wenn Büskens den Klassenerhalt nicht schafft, dann auch kein anderer Trainer! Undankbares Frankenpack!

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