Der Abschiedsbrief: Leb‘ wohl, kleines Kleeblatt!

29. April 2013FelixBlogs, | Der Abschiedsbrief

Eine deutsche Mannschaft scheidet aus einem internationalen Wettbewerb aus, ein Bundesligatrainer wird entlassen. Zu solchen Anlässen verfasst einer unserer Sechser einen Abschiedsbrief. Felix wendet sich heute an Greuther Fürth, die als erster Absteiger der Saison 2012/2013 feststehen.

Liebe Fürther,

seit Samstagnachmittag ist Gewissheit, was bereits seit Mitte der Hinrunde klar war: Eure erste Saison in der Bundesliga wird vorläufig eure letzte sein. Dennoch ist das keine Überraschung für Euch, schließlich habt Ihr häufig den Eindruck vermittelt, als hättet Ihr seit Eurem Aufstieg im vergangenen Jahr ausschließlich für die  Zweitligasaison 2013/2014 geplant.

Es ist schwierig, euch deswegen einen Vorwurf zu machen. Viele Aufsteiger haben sich durch den verkrampften Versuch, die Klasse zu halten, finanziell langfristig geschadet. Vom wilden Kaufrausch des Bundesligajahres 2001/2002 hätte sich der FC St.Pauli fast nicht mehr erholt. Den SSV Ulm hat es sogar noch übler erwischt. Langfristig habt ihr sinnvoll gehandelt, in dem ihr  Spieler wie Stieber, Varga oder Djurdjic verpflichtet habt, die in der 2.Liga zu den Besten gehören, die aber für die Bundesliga nicht gut genug sind.

Kurzfristig muss man jedoch feststellen, dass ihr euer Jahr im Rampenlicht verschenkt habt. Man kann wohl kaum davon reden, die Bundesliga 34-mal in vollen Zügen genossen zu haben, wenn man 20 Spiele verliert und, wie es aussieht, kein einziges Heimspiel gewinnen kann. Greuther Fürth hat der Bundesliga nichts geben können, außer einem Stadion mit Drittligacharme und Mike Büskens gebetsmühlenartig wiederholte Floskel des „sich belohnen Müssens“, die nun auch von seinen Kollegen fleißig in Mikrofone gepustet wird.

Der Trainerwechsel in der Rückrunde war das einzige Aufflammen einer Ambition auf den Klassenerhalt, die aber im Stillstand des gesamten Umfelds verloren ging. Am Ende bleiben enttäuschte Fans und viel Selbstmitleid, weil häufig nicht viel gefehlt. Wenn aber immer wieder nur ein wenig fehlt, ist es am Ende doch eine ganze Menge.

Als positives Highlight bleibt die Tatsache, dass Fürth in allen Bundesligaderbys gegen den FCN ungeschlagen und ohne Gegentor ist und mindestens 1 Jahr bleiben wird. Und dennoch werden viele einsehen müssen, dass der fünfte Platz in Liga 2 mehr Spaß macht als ein Jahr Bundesliga ohne Heimsieg.

Bitte kommt erst zurück, wenn Ihr bereit dafür seid…
Felix

 

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