Der Abschiedsbrief: Tschüss, Felix!

25. Oktober 2012FelixBlogs, | Der Abschiedsbrief

Eine deutsche Mannschaft scheidet aus einem internationalen Wettbewerb aus, ein Bundesligatrainer wird entlassen. Zu solchen Anlässen verfasst einer unserer Sechser einen Abschiedsbrief. Felix betrauert heute die Entlassung von Felix Magath beim VfL Wolfsburg.

 

Lieber Felix,

als ich heute auf dem Weg nach Hause von einer Krisensitzung in Wolfsburg erfahren habe, war ich besorgt. Nach dem ich angekommen war, wollte ich mich sofort erkundigen, öffnete ein bekanntes Fußballportal und war entsetzt: Man hat dir tatsächlich den Stuhl vor die Tür gestellt.

Persönlich finde ich das extrem Schade, obwohl ich seit deinem Abgang bei Schalke 04 nicht mehr viel Sympathie für dich übrig hatte. Aber als Redakteur einer Fußballwebsite, die einen großen Teil ihrer Originalität aus satirischen Elementen gewinnt, warst du pures Gold. Mit deinen Einkaufstouren, Systemrochaden und Spielerwechseln (abgesehen von unfähigen Rechtsverteidigern, die durften es jede Woche erneut versuchen) hast du immer wieder für neue Lacher sorgen können. Doch nun war ein Punkt erreicht, an dem es für viele Leute einfach nicht mehr komisch war.

Immerhin hast du den VfL im ersten Jahr vor dem Abstieg gerettet und im zweiten Jahr an die Schwelle des Europacups geführt. Doch deine Gnadenlosigkeit gegenüber manchen Spielern und deine offensichtliche Vernarrtheit in andere verhinderten, dass die Pforte überschritten wurde. Die Fehler deines Lieblings Alex Madlung kosteten wichtige Punkte am Ende der Saison, dein Experiment mit dem ewigen Christian Träsch als Rechtsverteidiger in den Spielen davor.

Deine Ein- und Verkaufspolitik, der Umgang mit den Profis und Mitarbeitern des Vereins, der dir nachgesagt wird, lässt nichts Gutes erahnen. Deine Unfähigkeit, sich Kritik zu stellen, ist dermaßen offensichtlich, dass sie nicht angezweifelt werden braucht. Du bist in diesem Jahr zu einer Karikatur deines Selbst verkommen. Du hast dich krampfhaft an einem Prinzip festgeklammert, mit dem du einmal Erfolg hattest und seine Anwendung so übertrieben, dass du keinen Erfolg mehr haben konntest. Du hast dich selbst überholt und bist dabei aus der Spur gekommen. Und nun bleibt mir nichts anderes, als mein Mitleid zu äußern. Mit dem Mann, der das Chaos, das du hinterlassen hast, wieder aufräumen muss.

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