Der Abschiedsbrief: Vielleicht beim nächsten Mal, Markus!

3. Dezember 2012FelixBlogs, | Der Abschiedsbrief

Eine deutsche Mannschaft scheidet aus einem internationalen Wettbewerb aus, ein Bundesligatrainer wird entlassen. Zu solchen Anlässen verfasst einer unserer Sechser einen Abschiedsbrief. Felix wendet sich heute an Markus Babbel, der seit einigen Stunden Ex-Trainer von 1899 Hoffenheim ist.

Lieber Markus,

irgendwie haben wir es ja alle kommen sehen. Gestern, nach dem 1:4 gegen Marko Arnautovic , fehlten dir die Argumente, Andreas Müller die Ausreden und den Verantwortlichen die Hoffnung. Deine Amtszeit in Hoffenheim endet nach weniger als einem Jahr und ohne Erfolge. Das ist ein Novum für dich: Den VfB Stuttgart hast du in die Champions League geführt, Hertha BSC in die Bundesliga. Hoffenheim leider nur auf Rang 16.

Aufgrund Deiner bisherigen Stationen wäre es ein Fehler, die Gründe nur bei Dir zu suchen. Es hat einfach nicht gepasst. Du bist bei einem Verein gelandet, der nach Struktur, Zielsetzung und sich selbst sucht. Erst wurden junge Talente verpflichtet, dann gestandene Bundesligaspieler, dann richtig teure Bundesligaspieler. Mal sollte es der Europacup sein, mal das obere Mittelfeld, derzeit scheint es nicht mal für den Klassenerhalt zu reichen. In Hoffenheim weiß man nicht, wo man hin will, man ist sich nur sicher: Nicht mit Dir.

Ein Grund dafür ist eine Mannschaft, die dich kläglich im Stich gelassen hat und in den letzten Wochen immer nur dann gezeigt hat, was sie konnte, wenn sie bereits sicher mit 0:2 in Rückstand lag. Ich möchte ungern falsche Anschuldigungen äußern, aber die Telefonnummern von Marvin Compper und Sejad Salihovic werden sicherlich nicht mehr lange deinen Speicher belasten.

Die Mannschaft war das letzte Glied einer langen Kette von Leuten, die sich von dir abgewendet haben, seit Du im letzten Sommer versucht hast, neue Strukturen zu schaffen. Die Fans hast Du verloren, als Du mit Tim Wiese lieber einen richtigen Torwart haben wolltest, statt den limitierten, aber beliebten Tom Starke. Deinen Posten als Manager hast du verloren, als deutlich wurde, dass deine Neuzugänge Wiese, Delpierre und Derdiyok den Verein zwar viel Geld kosten, aber nicht nach vorne bringen. Den Posten als Trainer hast du verloren, weil die Mannschaft beschloss, sich gegen dich zu stellen.

Du hattest keine einfach Aufgabe in Sinsheim, bei einem Verein ohne klare Strukturen und mit geringem Zuschauerzuspruch. Deshalb ist es nicht schlimm, dass Du gescheitert bist. Ich bin sicher, wir werden Dich wiedersehen.

Alles Gute für’s nächste Mal
Dein Felix

Sag' doch auch mal was!

Deine Meinung zählt!

Ist Lionel Messi der beste Fußballer aller Zeiten?


zum Ergebnis

Loading ... Loading ...

Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

Na das war ja der krönende Abschluss unter ein tolles Jahr 2012 von Schiedsrichter Wolfgang Stark. Nach seinem unerträglichen Rumgeeier beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC im Mai und seinen Fehlentscheidungen bei der EM…

Nach dem durchschlagenden Erfolg unseres Projekts “Betrunken am Spielfeldrand” gibt es nun Teil 2 der Serie. Wieder haben wir uns ein Freitagabendspiel ausgesucht, um betrunken zu tickern: Borussia Mönchengladbach gegen den FC Augsburg…

Das Beste aus unseren Live-Blogs

"Frankreich braucht eine Idee. Und den Ball." > Spanien - Frankreich
More in Blogs, | Der Abschiedsbrief (61 of 133 articles)