Der Ausblick: Wie lange hält die Doppellösung?

15. August 2012Felix> Bundesliga, | Der Ausblick

Fünf Fragen, zwei Autoren, ein Verein. Das ist die einfache Formel für die Saisonvorschau der Doppelsechs. In dieser Ausgabe widmen sich Stephan und Felix dem Team von Bayer Leverkusen.

 

1. Reicht es für die Champions League?

Stephan: Bayer Leverkusen wird mit Sicherheit lange um Platz 3 und 4 mitspielen. Am Ende wird es dann doch nicht reichen. Auf den ersten Blick etwas schade, aber wenn man sich die Kaderstruktur und das Umfeld anschaut eigentlich nur logisch. Die erste Bayerelf samt Neuverpflichtungen kann sich sehen lassen, was danach folgt spielt allerdings nur im oberen Mittelfeld. Um Bundesliga, Europa League und Abstellungen von Nationalspielern erfolgreich zu gestalten bedarf es aber einen guten breiten Kader, den ich in Leverkusen nicht sehe.

Felix: Nein. Eigentlich sollte mit Bayer Leverkusen in dieser Saison zu rechnen sein: Die Mannschaft der letzten Saison konnte zusammengehalten werden. Die drei großen Namen, die den Verein verlassen haben (Adler, Ballack, Barnetta) kamen in der abgelaufenen Spielzeit ohnehin kaum zum Zug. Aber: Ich stehe dem Trainerexperiment mit zwei unerfahrenen Männern an der Seitenlinie eher skeptisch gegenüber.

 

2. Welcher neue Spieler wird mit Sicherheit einschlagen?

Stephan: Philipp Wollscheid! Ein weiterer Grund, warum sich Bayer nicht für die Champions League qualifizieren wird. Versteht mich nicht falsch, Philipp Wollscheid war ein toller Innenverteidiger beim 1.FC Nürnberg und wird bestimmt ein Guter in Leverkusen. Allerdings wird er die Abwehr nicht in neue Sphären heben. Ein weiterer solider Innenverteidiger, über den sich andere Bundesligisten hinter Bayer Leverkusen sicherlich freuen würden.

Felix: Philipp Wollscheid. Bayer Leverkusen überwies 7 Millionen Euro für einen der zweikampfstärksten Spieler der Liga nach Nürnberg. Das wird nicht nur der Leverkusener Abwehr gut tun, sondern auch Wollscheid selbst: Noch vor Ende der Saison wird er sein Debüt in der Nationalmannschaft geben.

 

3. Wird das Trainerduo Sami Hyypiä/Sascha Lewandowski die Saison überstehen?

Stephan: Ich versuche dieses Konstrukt Lewandowski/Hyypiä mal zu verstehen. Sascha Lewandowski hat diverse Schulungen beim DFB-Schulungen besucht und den begehrten Trainerschein, aber nicht das Charisma und Standing innerhalb der Mannschaft, sodass nun Sami Hyypiä ins Spiel kommt. Und wer von beiden dreht sich nun um, wenn ein Spieler „Trainer“ ruft? Ich bin nicht davon überzeugt, dass diese Maßnahme von langer Dauer sein kann; es fehlt die klare Struktur. Kurz nach der Winterpause ist für das Duo leider Schluss.

Felix: Ich denke nicht. In diesem Punkt kommt das klassische Konservative im Fußballfan zum Vorschein: „Das hat es noch nie gegeben, das kann nicht funktionieren.“

 

4. Wo muss dringend nachgebessert werden?

Stephan: Im Defensivbereich hat die Werkself gute Arbeit geleistet, es wurden zwei junge talentierte Außenverteidiger, ein gestandener Innenverteidiger und ein guter defensiver Mittelfeldspieler mit kreativem Potential geholt. Inwieweit der Abgang von Derdiyok kompensiert werden kann bleibt abzuwarten: Junior Fernandes wird sicherlich seine Eingewöhnungszeit benötigen. Ich hätte mir für die kommende Saison noch gerne ein bis zwei gestandene Bundesligaspieler für die Offensive gewünscht – sowohl für die Zentrale als auch für die Außenbahnen.

Felix: Die Vereinsführung präsentierte sich im letzten Jahr katastrophal und gab den Medien immer wieder Steilvorlagen, um sich wie Geier auf Angestellte des Vereins zu stürzen und diese zu zerpflücken (Dutt, Ballack, Dutt, Renato Augusto, Dutt). Sportlich hat man eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt. Interessant wird sein, wie groß der Qualitätsunterschied zwischen Eren Derdiyok und seinem Nachfolger Junior Fernandes sein wird.

 

5. Wie häufig wird Rudi Völler willkürlich Medienvertreter beleidigen?

Stephan: 5 Mal.

Felix: Zwei Mal. Wobei das immer davon abhängt, wie häufig die Mannschaft eine Negativserie hinlegt und die Medien abgelenkt werden müssen. In der Ära Dutt zeigte Völler nur ein Mal seinen Klassiker, und zu diesem Zeitpunkt war es bereits zu spät, um den Trainer zu retten.

 

 

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