Der Gegenangriff: Der 40-Millionen-Transfer

5. September 2012Felix> Bundesliga

Der Transfer von Javi Martinez zu Bayern München sorgt für eine kontroverse Diskussion. Bei uns greift Felix die Verpflichtung an, bevor Dominik zum Gegenangriff bläst.

 

von Felix

40 Millionen Euro. Für einen spanischen Mittelfeldspieler, der vor dem Transfer nur wenigen in Deutschland bekannt gewesen sein dürfte. Das wirkt auf den ersten Blick furchtbar voreilig, nicht richtig durchdacht und übertrieben. Wollen wir mal einen zweiten und dritten Blick riskieren und feststellen, dass es wirklich voreilig, nicht richtig durchdacht und übertrieben ist?

Nehmen wir uns zunächst mal den Kader der Bayern vor und schauen uns die Positionen an, in denen Martinez zum Einsatz kommen kann. Der große Spanier ist Zweikampfstark und technisch sehr gut, er verfügt über ein sicheres Passspiel und ist damit prädestiniert für die Rolle vor der Abwehr, notfalls auch in der Innenverteidigung. Braucht Bayern noch einen Innenverteidiger? Dort stehen mit Boateng und van Buyten zwei Rechtsfüße, mit Badstuber und Dante zwei Linksfüße zur Verfügung. Allesamt Spieler auf dem höchsten Bundesliganiveau, beide Positionen sind doppelt besetzt. Das kann es also nicht sein.

Vor der Abwehr haben die Bayern eine breite Auswahl mit Schweinsteiger, Kroos, Luiz Gustavo, Tymoshchyuk und Alaba. Rein numerisch ist also für Martinez kein Platz. Welche Funktion soll der Baske also einnehmen? Die des Weltklassespielers? Nein, dafür hat man Schweinsteiger. Das große Talent? Das ist dann wohl eher Alaba. Der klassische Arbeiter? Der Ukrainer Tymoshchyuk ist darin wohl der Beste. Oder der unermüdliche Balleroberer? Dafür wurden bereits 17 Millionen für Luiz Gustavo ausgegeben. Javi Martinez ist also nicht nur teuer, sondern auch noch überflüssig.

Nun kommt aber noch das Mörderargument, das nach dem Spiel gegen Stuttgart häufig genannt wurde: Er belebt den Konkurrenzkampf. Bingo, Freunde! 40 Millionen um den Konkurrenzkampf zu beleben – das ist fast schon zu Dumm um Bayern München zu sein. Man investiert eine riesige Transfersumme, um mehr unzufriedene Spieler im Kader zu haben? Das hätte man sicher auch günstiger haben können.

Letztlich gibt es nur zwei plausible Erklärungen für diesen unnachvollziehbaren Millionentransfer: Matthias Sammers Herz hängt immer noch ganz stark an Borussia Dortmund – oder er hat sein Handwerk bei Gerd Niebaum und Michael Meier gelernt.

 

von Dominik

Auch wenn 40 Millionen Euro für jeden einzelnen von uns unbeschreiblich viel Geld sind, so halte ich diese Summe als Ablöse für Javier Martinez gerechtfertigt. Der Markt bestimmt den Preis und wenn man sich anschaut, was für Summen gezahlt werden, dann kann man mit Angeboten in Höhe von zehn oder 15 Millionen nun mal nicht mithalten. Für Axel Witsel zahlte St. Petersburg ebenfalls 40 Millionen an Benfica, für Hulk gar 55 Millionen – da sagt kaum einer was. Chelsea gibt für ein brasilianisches Talent 32 Millionen aus – das sind nun mal die Zahlen, die auf dem höchsten internationalen Niveau gezahlt werden.

Martinez ist noch kein Spieler von Weltklasseformat, doch er hat zweifelsfrei das Talent und die große Chance einer zu werden.

Bayern München hat in der Vergangenheit bewiesen, dass man mit Spielern sehr gut umgehen kann, für die hohe Ablösesummen gezahlt wurden. Robben und Ribery – wahrlich keine einfachen Charaktere – haben sich gut in die Mannschaft integriert, auch wenn vielerorts die Presse versucht hat, etwas anderes hineinzudichten. Auch Gomez und Neuer sind ihren hohen Ablösesummen gerecht geworden und so habe ich auch keine Bedenken bei Martinez. Er wird sicherlich den Druck verspüren, doch der wird ihm durch den Erfolg der Mannschaft und zur Not von Sammer, Heynckes und Hoeneß genommen.

Generell halte ich die Ablösesummen für übertrieben und in Höhen geschnellt, die unverhältnismäßig sind. Aber für die gegenwärtige Marktsituation sind diese 40 Millionen eben doch gerechtfertigt.

 

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