Der Gegenspieler: 2.Spieltag

18. August 2011Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe vom doppel-sechs.de Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Dominik und Stephan, die Thesen kommen in dieser Woche von Felix. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Der Saisonstart des 1.FC Köln ist katastrophal gelaufen. Entweder sollte sich Trainer Solbakken von seinem Prinzip der verschiebenden Viererketten trennen, oder der FC sollte sich von Trainer Solbakken trennen.

Stephan: Fakt. Der 1.FC Köln wird eine „oder“-Frage mit „Ja“ beantworten und bis zur Rückrunde an Solbakken festhalten, allerdings keine Spieler verpflichten die entweder norwegisch sprechen oder dieses Spielsystem verstehen. Danach wird Volker Finke den Trainerposten übernehmen, dass System auf 4-5-1 umstellen, Köln vor dem Abstieg retten und sich als Held feiern lassen

Dominik: Fakt. Neuer Trainer – neues Glück, oder wie es scheinbar in der Domstadt heißt: Neuer Trainer – neue Probleme. Vor der Saison war die Welt in Köln noch in Ordnung, man fand einen neuen, kompetenten Trainer, ebenso konnte man Volker Finke für die Stelle als Sportdirektor gewinnen und für den abgewanderten Torhüter Mondragon wurde mit Michael Rensing sicherlich kein schlechter Ersatz verpflichtet. Nun denn, wenn man keine Probleme hat, macht man sich welche. So geschehen bei Podolskis Degradierung vom Kapitänsamt, welche in Köln natürlich hohe Wellen schlug. Lange Rede, kurzer Sinn: Auch wenn man nach dem zweiten Spieltag auf keinen Fall den Trainer in Frage stellen soll, so ist das in Köln immer etwas anders, da hat die Taktik des Trainers noch nicht mal großen Einfluss drauf. Wenn also in den nächsten Spielen der Erfolg nicht eintritt, dann heißt es für Solbakken: Koffer packen.

 

2. Nach den ersten Spielen steht der “neue HSV” auf einem Abstiegsplatz. Wenn nicht noch zwei gestandene Spieler verpflichtet werden, wird man sich in dieser Saison an diesen Anblick gewöhnen müssen.

Stephan: Fiktion. Es wird keine Neuverpflichtung geben, dennoch fängt sich der HSV in der Mitte der Hinrunde. Das Problem ist die Abstimmung, nicht das Team – ein Fortschritt. Sobald der HSV mit einer taktischen Ausrichtung in der gleichen Besetzung über 2 Spieltage am Stück aufläuft, werden sich die Abstimmungsprobleme reduzieren, Spiele gewonnen werden und der HSV landet am Ende im Mittelfeld.

Dominik: Fiktion. Hier widerspreche ich gleich doppelt, weder denke ich, dass der Kauf von zwei gestandenen Spielern dem HSV helfen würde, noch dass die Hamburger am Ende im unteren Tabellendrittel zu finden sind. Nach so vielen Abgängen und Neuzugängen ist es verständlich, dass noch nicht die gewünschten Ergebnisse eingefahren werden. Aber je länger die Saison dauert, desto eingespielter wird das neue Team und die Erfolge treten ein.

 

3. Der Sieg in München und das Unentschieden gegen Stuttgart zeigen, dass Mönchengladbach mit Trainer Lucien Favre in der oberen Tabellenhälfte landen kann.

Stephan: Fakt. Mönchengladbach hat endlich einen Trainer und der hat endlich einen Torwart gefunden. Lucien Favre ist für seine akribische Arbeit bekannt und formt aus der Borussia ein Team, dass sich seiner Stärken bewusst ist und landet vor dem HSV – im Mittelfeld.

Dominik: Fakt. Auch letzte Saison startete Gladbach mit einem Unentschieden gegen Nürnberg und dem furiosen 6:3 in Leverkusen in die Saison – wie es danach weiterging, dürfte bekannt sein. Trotz dieser Parallelen denke ich nicht, dass Gladbach diese Saison ernsthaft etwas mit dem Abstieg zu tun haben wird. Sollte man vom Verletzungspech verschont bleiben und Spieler wie de Camargo oder Reus konstant ihre Leistungen bringen, dann ist den Gladbachern ein Platz im gesicherten Mittelfeld – vielleicht auch in der oberen Tabellenhälfte – sicher.

 

Zeit für den Seitenwechsel: Wir haben bisher 3 Übereinstimmungen! Unsere Gegenspieler verwandeln die Kolumne gerade in ein Freundschaftsspiel…

 

4. Marc-Andre ter Stegen ist zur Zeit, nach Manuel Neuer, der beste deutsche Torwart.

Dominik: Fiktion. Ohne Frage, Marc-Andre ter Stegen hat zweifelsfrei sehr gute Leistungen an den ersten beiden Spieltagen gezeigt und auch in der abgelaufenen Saison souverän gehalten. Sollte ter Stegen auch weiterhin diese Leistungen zeigen, werde ich nichts gegen diese These einzuwenden haben. Doch ihm fehlt ein wichtiges Argument, um zur Zeit als zweitbester Torhüter zu gelten: Erfahrung. Da sehe ich Torhüter wie Werders Tim Wiese weit voraus, da dieser aber nicht jünger wird, steht ter Stegen in jedem Fall eine große Zukunft offen.

Stephan: Fiktion. Aber auf einem guten Weg. Kleinere Unsicherheiten sind der Unerfahrenheit geschuldet. Mit seinen 19 Jahren sicherlich genau da, wo René Adler und Manuel Neuer damals auch standen. Bleibt nur zu hoffen, dass er sich an Letzterem orientiert.

 

5. Srdjan Lakic wird sich beim VfL Wolfsburg nicht durchsetzen und den Verein noch vor Saisonende verlassen.

Dominik: Fiktion. Eine gewagte These, die ich auf jeden Fall verneine. Durchsetzen hin oder her, auch wenn es Lakic in seiner ersten Saison bei Wolfsburg nicht gelingt, so werden ihn die Niedersachsen wohl nicht vor Saisonende ziehen lassen. Im Gegenteil: Ich denke zwar nicht, dass Lakic über 20 Tore diese Saison schießen wird. Aber am Ende wird bei ihm ein zweistelliger Torerfolg zu verbuchen sein, was in der ersten Saison bei einem neuen Verein vollkommen in Ordnung ist.

Stephan: Fakt. Denn das Problem besteht vornehmlich darin, dass er nicht von Felix Magath verpflichtet wurde und dieser nun leider Trainer beim VfL ist. Reduzieren wir es wieder auf Leistung: Patrick Helmes und Mario Mandzukic sind gut in die Saison gestartet. Die einzige Chance: Eine längere Verletzungspause einer der Beiden. Aber dann muss Magath mit zwei Stürmern spielen und jetzt keinen witzigen Stürmertransfer mehr tätigen.

 

6. Die Schiedsrichter der Bundesliga blieben an den ersten beiden Spieltagen fehlerfrei.

Dominik: Fakt. Es ist natürlich immer schwierig, über Schiedsrichterentscheidungen zu diskutieren. Mir jedenfalls fallen keine groben Fehlentscheidungen an den ersten beiden Spieltagen ein, bis auf das nicht gegebene Abseitstor von Patrick Helmes beim Spiel Wolfsburg gegen Bayern. Ansonsten gab es knifflige Entscheidungen, bei denen man erst nach mehreren Wiederholungen sehen konnte, dass sich der jeweilige Schiedsrichter womöglich falsch entschieden hat. Hier nehme ich die Referees aber in Schutz und sage demzufolge, dass diese These fakt ist.

Stephan: Fakt. Wir haben in Deutschland gut ausgebildete Schiedsrichter, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. Das ist erfreulich und wird sich durch die Saison „ziehen“.

 

Mit 5 Übereinstimmungen und nur 1 Widerspruch schließen wir die heutige Kuschelausgabe des Gegenspielers. Seid nächste Woche dabei, wenn die sechs Thesen von Dominik gestellt werden!

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