Der Gegenspieler: Wird Deutschland Europameister?

10. November 2011Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe vom doppel-sechs.de Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Stephan und Dominik, die Thesen kommen in dieser Woche von Felix. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Lukas Podolski sollte seinen Vertrag beim 1.FC Köln verlängern.

Stephan: Fiktion. Nach seinem langersehnten Heimkehren zum 1. FC Köln ist die Euphorie schnell verflogen – für mich rührte die Sehnsucht nach Köln auch nur durch die schlechte Zeit in München und nicht durch die Attraktivität des Vereins. Lukas Podolski hat im letzten Jahr menschlich einen großen Schritt gemacht – er wäre bereit für einen Wechsel zu einem europäischen Topverein. Allerdings wird sich dieser innerhalb Deutschlands vollziehen. Wie wäre es mit dem UEFA-Cup 2012/2013 in einem entspannten Umfeld an der Weser?

Dominik: Fiktion. Wenn Lukas Podolski den nächsten Schritt in seiner Karriere machen möchte, dann ist es Zeit, “seinem” Verein den Rücken zu kehren. In Köln wird Prinz Poldi nahezu verehrt, auch wenn es zu Beginn der Saison etwas holprig war. Doch nun ist es meiner Meinung nach an der Zeit, dass er den Verein wechselt. Ich sehe Podolski bei einem ambitionierten Klub aus der Premier League, zum Beispiel Everton oder Aston Villa. Die Zeit dafür wäre jedenfalls reif.

 

2. Bayern München wird Herbstmeister.

Stephan: Fakt. Spricht irgendwas dagegen? Lediglich das von mir bereits zu dünn besetzte defensive Mittelfeld könnte den Bayern Sorgen bereiten. Dennoch halte ich die Offensive für immens spielstark, sodass sie, selbst wenn die gute Verteidigung mit ihrem Torhüter, der das Prädikat „weltklasse“ verdient, Gegentore zulässt, die Bayern immer zurück ins Spiel bringt. Des Weiteren sehe ich momentan keinen Verein, der auf Augenhöhe mit den Bayern ist. Dortmund hat sich gefangen, aber es bleibt abzuwarten, ob sie diese Leistungen bestätigen können. Der SV Werder Bremen könnte durch seine famose Offensive eine wichtige Rolle spielen, aber durch die eklatanten Defensivmängel werden sie die Bayern nicht in Bedrängnis bringen.

Dominik: Fakt. Eine weniger gewagte These, denn wie ich schon an anderen Stellen geschrieben habe, wird Bayern diese Saison dominieren und deswegen auch die Herbstmeisterschaft an sich reißen. Dortmund und Bremen werden sich dem zwar entgegenstellen, am Ende aber mit einigen wenigen Punkten Abstand auf die Plätze verwiesen.

 

3. Der Kauf von weiteren Spielern in der Winterpause ist für den VfL Wolfsburg dringend notwendig.

Stephan: Fakt. Ein Grund, warum Felix Magath wieder in Wolfsburg ist, besteht mit Sicherheit darin, dass er über freie Hand und freies Budget verfügt. So werden fünf Spieler zur Winterpause aussortiert, darunter fallen drei Spieler, die erst im Sommer verpflichtet wurden und mit 7 neuen Spielern werden Magath und der VfL einen sicheren Mittelfeldplatz belegen. Für beide Ansprüche zu wenig, sodass zur Saison 2012/2013 nur noch vier Spieler aus der Vorsaison zur ersten Elf gehören.

Dominik: Fakt. 13 Punkte und Platz 13 in der Bundesliga ist den deutschen Meister von 2009 und vor allem auch für Felix Magath zu wenig. Man hat zwar durchaus einen guten Kader, aber es ist noch Luft nach oben vorhanden. Magaths letzte Transfers konnten nicht so sehr einschlagen (zum Beispiel Hitzlsperger oder Hleb), deshalb wird er in der Winterpause noch einmal nachlegen und den Kader effektiv verbessern müssen.

 

Vor dem Seitenwechsel gab es noch keinen Widerspruch. Das ist schon lange nicht mehr der Fall gewesen. Mal schauen, wie’s weiter geht…

 

4. Werder Bremen ist zu abhängig von Claudio Pizarro: Sollte er sich verletzen, wird Werder im Mittelfeld versinken.

Dominik: Fakt. Klar ist auf jeden Fall, dass Werder Bremen von den Toren Claudio Pizarros sehr abhängig ist – gut zu sehen am vergangenen Spieltag gegen Köln, als Pizarro alle drei Tore von Werder erzielte. Was Werder so abhängig macht, ist nichtmal die Klasse eines Pizarros, sondern die fehlenden Alternativen im Sturm. Arnautovic hat mehr mit sich selbst zu kämpfen, Thy ist noch zu unrerfahren.

Stephan: Fiktion. Die Klasse von Claudio Pizarro ist unumstritten und wird diese Saison auch wieder deutlich. Er beweist Spiel um Spiel nicht nur seine Torgefahr, Zielstrebigkeit sondern auch eine sehr gute Torerfolgsquote. Allerdings erarbeitet sich Claudio diese Chancen nicht selbst, sondern benötigt den guten Pass seiner Mitspieler. Dies unterstreicht meine „Fiktionsaussage“: Werder Bremen wird bei einer Verletzung von Pizarro nicht im Mittelfeld versinken. Sie werden mehr Torchancen benötigen, aber mit der kreativen Leistung, die im Bremer Kader zu finden ist, wird sie dies vor kein Problem stellen.

 

5. Die Schiedsrichter geben in dieser Saison zu häufig für Kleinigkeiten Elfmeter und Platzverweise.

Dominik: Fiktion. In jeder Saison gibt es irgendetwas, was bei den Schiedsrichtern auffällig ist. Eine Saison sind es “fehlerhafte” Platzverweise, diese Saison sind es angeblich zu leicht gepfiffene Elfmeter und Platzverweise. Das ist in meinen Augen nur, weil die Experten und Gazetten momentan so sehr darüber philosophieren und berichten. Ich denke nicht, dass diese Saison mehr Kleinigkeiten zu Strafstößen oder roten Karten führen als in vergangenen Saisons.

Stephan: Fiktion. Es ist auffällig, dass es in den ersten 12 Spielen der Saison 2011/2012 bereits einige Platzverweise und Elfmeter gab. Auf den ersten Blick und im Vergleich zur Vorsaison mögen manch getroffene Entscheidungen fragwürdig sein. Dennoch ist unter, zugegeben etwas kleinlicher Regelauslegung, bisher jede rote Karte und jeder Elfmeter berechtigt. Was mich ein wenig beunruhigt, scheint das verlorengegangene „Fingerspitzengefühl“ der Unparteiischen zu sein.

 

6. Die deutsche Nationalmannschaft ist der größte Titelfavorit bei der kommeden Europameisterschaft.

Dominik: Fiktion. Sicherlich zählt die deutsche Elf zu den großen Favoriten der EM2012, ich sehe sie aber auf derselben Stufe wie Spanien und die Niederlande. Daher ist Deutschland für mich nicht der größte Favorit auf den Titelgewinn, wird aber sicherlich eine wichtige Rolle spielen. Die Mannschaft ist gewillt, hat Hunger und die richtige Mischung aus jungen Spielern und erfahrenen Profis. Man wird sich mit den beiden anderen genannten Nationen einen großen Kampf um den Titel leisten.

Stephan: Fakt. Während die Mannschaft bei der WM 2006 mit Leistung und vor allem von Euphorie getragen ins Halbfinale einzog, entwickelt sich die deutsche Nationalmannschaft seit nun 5 Jahren kontinuierlich weiter. Das einzige Problem war bisher, dass Spanien in seiner Spielerentwicklung einen Schritt voraus war und bis dato noch nicht alle Titel für sich verbuchen konnte. Doch dieser Anreiz und dem damit verbundenen Motivationsschub bleibt bei der EM 2012 den Spaniern verwehrt – und somit auch die Titelverteidigung, welches der deutschen Nationalmannschaft sehr entgegen kommt.

 

Diese Ausgabe des Gegenspielers schließen wir mit zwei Widersprüchen und vier Übersteinstimmungen. Im Hinblick auf die nahende Weihnachtszeit ist etwas mehr Harmonie vielleicht gar nicht so schlecht. Bis zur nächsten Woche!

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