Der Gegenspieler: Ist Schalke das torgefährlichste Team der Liga?

15. März 2012Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe des doppel-sechs.de Gegenspielers: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Stephan und Dennis, die Thesen kommen in dieser Woche von Felix. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Mit Volker Finke verliert der 1.FC Köln seinen einzigen kompetenten Funktionär.

Stephan: Fiktion. Volker Finke hat keine großen Erfolge vorzuweisen und bringt lediglich Erfahrung und Kontakte mit. Nur dies kam dem Manager zu gute. Dass Volker Finke aber zugleich eine große Portion Egozentrik im Gepäck hat, half bisher niemandem.
In der letzten Saison wurde Frank Schaefers Autorität durch die stetige Anwesenheit von Finke auf dem Trainingsplatz so lange untergraben, bis dieser letztendlich nicht mehr tragbar war. Finke sprang voller Elan und selbstlos ein und „rettete“ den FC vor dem Abstieg.
Danach verpflichtete er Stale Solbakken, ein Trainer mit klarer Vorstellung vom Spielsystem, von Spielern, die er dafür benötigt und von seiner Trainingsarbeit – irgendwie komisch, dass es mit den beiden nicht funktioniert.
Bleibt für die Kölner zu hoffen, dass sich alle Verantwortlichen ihr Ego ein wenig zurückhalten und gemeinsam an einem zukunftsfähigen 1.FC Köln arbeiten.

Dennis: Fakt. Im Vergleich zu anderen Bundesliga Clubs herrscht beim 1. FC Köln auch auf der Führungsebene keine Geradlinigkeit. Durch den enormen Verschleiß an Führungspersonen und Trainern – deren tatsächliche Kompetenzen seien mal dahin gestellt – kommt der Verein nie zur Ruhe und wundert sich, warum man beinahe in jedem Jahr gegen den Abstieg kämpft. In Anbetracht dieser Entwicklung müsste man wohl die Frage stellen: „Wann hatte der FC überhaupt zuletzt einen fähigen Funktionär?“. Von der Spielerqualität her, hätten die Geißböcke wohl bereits seit ein/zwei Jahren das Potential am oberen Tabellendrittel zu kratzen. Was fehlt, ist anscheinend ein klares Konzept, an dem sowohl Trainer als auch Manager und Vorstand glauben und arbeiten. In Köln verschwendet man durch ein „Gegeneinander arbeiten“ seit Jahren Synergien und lässt dadurch viel liegen. Seit seiner Rückkehr verlässt man sich ausschließlich auf einen Mann: Lukas Podolski, der nahezu die komplette Last trägt und seinem Herzensverein regelmäßig – auf gut Deutsch – den Arsch gerettet hat. Aber auch das Kapitel „Prinz Poldi“ ist bald zu Ende. Eine 100%ige Lebensversicherung ist aber auch der Ur-Kölner nicht, was bereits der Abstieg vor seinem ersten Abgang im Jahr 2006 zeigte.

 


2. In Hoffenheim hat der Trainerwechsel von Holger Stanislawski zu Markus Babbel nichts verändert.

Stephan: Fakt. Ende.

Na gut. Ich weiß nicht, was Hoffenheim mit dem Trainerwechsel bezwecken wollte. Der Grund kann allerdings nicht von sportlicher Natur sein. Die Mannschaft zeigt das gleiche Bild wie unter Holger Staniskawski: Phlegmatisch.
Menschlich passt Markus Babbel vielleicht etwas besser unter Ernst Tanner  ins Team – den etwas ruhigeren und besonnenen Babbel wird die sportliche Leitung mit Sicherheit in Ruhe arbeiten lassen.

Dennis: Fakt. Die TSG lebt momentan mit dem Wolfsburg-Syndrom – und dem Verein geht’s nicht einmal schlecht dabei. Satte Profis, keine erkennbaren Ambitionen auf das internationale Geschäft, stattdessen ein stetiger Abwärtstrend. Aber wen juckt das schon, außer dem harten 10.000er Kern im Stadion. Selbst Hopp verspürt derzeit anscheinend keinen Drang, das Portemonnaie zu öffnen, um der Personalqualität etwas nachzuhelfen. Das angepriesene Jugendkonzept von 1899 trägt ebenfalls noch keine reifen Früchte. Was für Wolfsburg die überraschende Meisterschaft im Jahr 2009 war, war für Hoffenheim der kometenhafte Aufstieg von der dritten bis in die erste Bundesliga. Ein halbes Jahr Euphorie brachte den Sinsheimern sogar die Herbstmeisterschaft. Das war’s dann aber auch schon. Seitdem dümpelt der Verein ohne durch das Mittelfeld der Bundesliga. Vielleicht würden dem Club nach dem Verlust der prominentesten Akteure ein paar Hochkarätige Neuzugänge gut tun!? Vielleicht würde aber auch der Bundesliga ein Abstieg von Hoffenheim ganz gut tun!? Der Kaufrausch in Wolfsburg verpufft seit 2009 regelmäßig, vielleicht gelingt es Markus Babbel, einen effizienteren Weg einzuschlagen. Wenn ein Teamplayer a la Stanislawski sich aber an einem Haufen Individualisten die Zähne ausbeißt, dann könnte dieser Weg ganz schön „steinig und schwer“ werden…

 

 

3. Die Augsburger Serie ist ein Strohfeuer: Der Verein hat keine realistische Chance auf den Klassenerhalt.

Dennis: Fakt. Augsburg wird am Ende der Saison den Gang in Liga Zwei antreten müssen bzw. auf einem der hinteren drei Ränge landen. Im Spiel gegen den Deutschen Meister präsentierte der Aufsteiger sich zwar mutig und entschlossen, insgesamt hatte es aber schon eher etwas von einer Pokal-Atmosphäre: „Heute ärgert der Kleine mal den Großen.“ Zumindest zur Hälfte ist es dem FCA auch gelungen. Allerdings stand sich der BVB an diesem Abend teilweise selbst im Weg und gab sich ungewohnt unsouverän. Wie dem auch sei, Augsburg muss auf Patzer der Abstiegskonkurrenten hoffen, sollte sich aber bemühen, gute Chance – die es auch gegen die Klopp-Elf gab – besser zu nutzen. Hinzu kommt, dass es der Aufsteiger mit Bayern, Schalke und Gladbach noch mit einigen Krachern im Schlussspurt der Saison zu tun bekommt. Sollten sie diese in Pokal-Manier auch ein wenig ärgern können, springt vielleicht sogar ein glücklicher Relegationsplatz heraus.

Stephan: Fakt. Obgleich die Augsburger das momentan sehr gut lösen – gerade in der Defensive wird sich taktisch viel besser auf den Gegner eingestellt – wird es am Ende nicht reichen. Was mich zu dieser Aussage bewegt? Das Restprogramm. Es warten noch Bayern, Bremen, Gladbach und einige ambitionierte Mannschaften im Mittefeld. Ich lege mich fest: am Ende der Saison hält der FC Augsburg einen ganz tollen vorletzten Platz inne. Bringt aber auch nichts.

 

4. Schalke 04 wird in dieser Saison die meisten Tore aller Bundesligisten erzielen.

Dennis: Fiktion. Fast hätte ich hier ein „Fakt“ gegeben. Sowohl die Top-Torschützen beider Mannschaften (Gomez/FCB: 21 Treffer und Huntelaar/S04: 19Treffer) als auch die zweitbesten Schützen (Ribery/FCB und Raul/S04 : je 11 Treffer) liegen in der Trefferliste sehr nah beieinander. Allerdings befindet sich mit bisher 7 Treffern schon in Form von „Mir fällt nix ein, ich zieh dann mal wieder nach innen“-Robben der nächste Bayern-Kicker in Lauerstellung. Beim FC Schalke folgt Pukki mit derzeit 5 Toren. Da Robben mittlerweile wieder zur festen Bayern-Besetzung gehört, während Pukki eher die Joker-Rolle einnimmt und kaum über 90 Minuten spielt, sehe ich in Sachen Bundesliga-Tore leichte Vorteile für die „Roten“. Zudem hat gerade die Nummer 33 des FC Bayern einen absoluten Lauf. Sollte es überraschender Weise mit der Torjäger-Kanone nicht klappen, bin ich mir sicher, dass er von Doppelsechs – als kleine Aufmunterung – die Haar-Kanone zugesprochen bekommt.

Stephan: Fiktion. Vor einigen Spieltagen hätte ich noch meine Zweifel gehabt und diese Thesen wahrscheinlich mit Faktion beantwortet. Beide Teams haben einen absoluten Top-Stürmer in ihren Reihen. Unterstreichende Werte: Gomez, 21 Treffer und Huntelaar, 19 Treffer. Die zweitplatzierten Schützen beider Teams liegen sogar gleichauf (Ribery, 11 / Raul, 11).
Kommen wir zum Unterschied. Hatten einige Spieler von Bayern München vor ein paar Wochen noch so ihre Zweifel, ob sie Arjen Robben unterstützen oder dumm aussehen lassen wollen, scheinen sie sich jetzt für ersteres entschieden zu haben. Dazu kommt, dass Arjen Robben zu alter Form zurückgefunden hat. Bleibt diese Unterstützung und die Form in den nächsten Wochen erhalten, werden die Bayern noch einige Schützenfeste feiern dürfen.

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