Der Gegenspieler: Bleibt es bis zum Saisonende spannend?

23. Februar 2012Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe des doppel-sechs.de Gegenspielers: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Dennis und Felix, die Thesen kommen in dieser Woche von Dominik. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Die Bundesliga wird in den nächsten Jahren in der UEFA Fünfjahreswertung den zweiten Platz einnehmen.

Dennis: Fiktion. Die Bundesliga sollte sich darauf beschränken, dauerhaft den dritten Rang vor Italiens Serie A zu verteidigen. Wenn die Aushängeschilder der Premier League – mit wenigen Ausnahmen – auf internationaler Ebene weiterhin etwas schwächeln, besteht eher die Wahrscheinlichkeit, dass Spanien die Durchhänger der Topclubs aus Manchester und London nutzt und mal ganz oben anklopft. Die Bundesliga ist dem Vergleich mit der Premier League und der La Liga aus mittelfristiger Sich einfach nicht gewachsen. Oder wie oft gewann in den letzten 10 Jahren noch gleich ein deutsches Team die Europa- oder Champions League?

Felix: Fakt. Ich empfinde es als enorm schwierig, hierzu ein Statement abzugeben, denn sportlich sehe ich die Bundesliga weit hinter den Ligen aus Spanien und England. Die Serie A zu überholen war kein Problem, denn dort ist man noch damit beschäftigt, die durch Wettskandale und Fanausschreitungen entstandenen Wunden zu lecken. Die Premier League ist in der Breite recht stark besetzt, allerdings auf Kosten eines finanziellen Missmanagements, das die UEFA „Financial Fair Play“ Regelung bald bestrafen dürfte. Ähnlich ist die Vorreiterrolle von Barcelona und Madrid in Spanien zustande gekommen. Diese beiden Klubs alleine dürften etliche Punkte für die Spanier sammeln. Sollte die UEFA beschließen, Schuldenberge zu bestrafen, kann die Bundesliga vorrücken. Auf sportlichem Weg sehe ich wenige Chancen.

 


2. Rene Adler wird nächste Saison das Trikot des Hamburger SV tragen.

Dennis: Fakt. Im Spieler-ausbooten macht der Werkself aus Leverkusen momentan niemand etwas vor. Nach einem eher peinlichen „böser, böser Michi“-Getue mit „Idol“ Ballack, endet das Kapitel Adler nun auch mit dessen Flucht nach Hamburg. Offenbar hatte man in Leverkusen nicht mehr allzu großes Vertrauen in den Monte-Junkie und holte für eine langfristige Perspektive Youngster Leno aus Stuttgart. Ob gerade der HSV das richtige Ziel für die Nr. Drei des DFB (!?) ist, wird sich zeigen. Denn mit Jaroslav Drobny stellt man ihn vor den sprichwörtlichen Fels in der Brandung.

Felix: Fakt. Der Wechsel scheint bereits vollzogen zu sein. Sowohl für Adler, als auch für den HSV ist dies ein richtiger Schritt. Nach Frank Rost und Jaroslav Drobny wird nun ein jüngerer Torwart, der noch 6 bis 7 Jahre auf hohem Niveau spielen kann, verpflichtet, um mehr Kontinuität auf die Position des Torwarts zu bringen. Adler, in Leverkusen hinter Bernd Leno zurückgefallen, kann nach seinen vielen Verletzungen in Hamburg nochmal „richtig angreifen“. Eine Lieblingsbeschäftigung des HSV und seiner Spieler.

 

 

 

3. Otto Rehhagel wird die Hertha zurück ins gesicherte Mittelfeld führen.

Felix: Fakt. Der Fakt steht hier nur, weil ich Otto Rehhagel für einen sehr guten Trainer halte und ich die mit seiner Verpflichtung verbundene Skepsis nicht nachvollziehen kann. Allerdings muss angemerkt werden, dass Rehhagel nie ein Trainer war, der Mannschaften auf Anhieb helfen konnte. Seine größten Wunder (Meisterschaft mit dem Aufsteiger FCK, Europameister mit Griechenland) bewirkte er, wenn er mindestens 1 Jahr vorher im Amt war. Deshalb wird es für eine Meisterschaft mit Hertha sicher nicht reichen. Aber der Klassenerhalt sollte drin sein.

Dennis: Fiktion. Hieße die These „Otto Rehhagel wird die Hertha vor dem Abstieg retten“, wäre meine Antwort: „Warum nicht!?“. Man kennt ja die Sache mit den Pferden und dem Kotzen. Immerhin hat er 2004 Griechenland zur Europameisterschaft gemauert. Das gesicherte Mittelfeld ist aber definitiv eine Nummer zu hoch gegriffen. Zumal Herthas Stärken bei aktuell 37 Gegentreffern wohl kaum in der Defensive liegen. Gelingt es dem 73-Jährigen diese Problemstelle zu stabilisieren – ohne dabei das Tore-schießen zu vergessen – ist der Klassenerhalt drin.

 

4. Die Saison wird in allen Bereichen (Meisterschaft, internationales Geschäft, Abstieg) bis zum Schluss spannend.

Felix: Fiktion. Borussia Dortmund und Bayern München sind von der Leistungsstärke sehr ähnlich und könnten sich bis zum letzten Spieltag ein Duell um die Meisterschaft liefern. Auch der Kampf um den Europapokal könnte sehr spannend werden. Doch – schlimme Fehler der Manager anderer Vereine ausgeschlossen – der Ausgang im Abstiegskampf zeichnet sich für mich bereits ab: Kaiserslautern, Freiburg und Augsburg werden die letzten drei Plätze belegen, wobei die roten Teufel den Relegationsplatz erreichen. Alle anderen Bundesligavereine haben deutlich mehr Qualität im Kader als die drei genannten Klubs. Deshalb wird die große Spannung im Abstiegskampf in diesem Jahr ausbleiben.

Dennis: Fakt. Es scheint dieses Jahr wirklich der Fall zu sein, dass sich sowohl Meisterschaft, das internationale Geschäft sowie der Abstieg mehr oder weniger spontan im Saisonendspurt entscheiden. Das offene Geheimnis liegt schlichtweg in der Konstanz der Spitzenteams bzw. in der „Unkonstanz“ der Clubs zwischen Platz 8 und 18. Entscheidend werden am Ende einzig und allein Patzer der jeweiligen Konkurrenz sein. Zumindest der FC Bayern gibt sich in dieser Hinsicht schon mal kräftig Mühe. Während beispielsweise Kaiserslautern, Augsburg und Freiburg bereits seit Saisonstart ums Überleben kämpfen – und dafür auch ab und an belohnt werden – wird z.B. beim 1. FC Köln anscheinend das ganze Jahr Karneval gefeiert. Hier – wie wohl auch jedes Jahr in Stuttgart – scheint man sich über den Ernst der Lage nicht richtig bewusst zu sein. Aber aufpassen! Sonst könnte es am Ende heißen: Während in Freiburg gefeiert wird, ist in Köln schon wieder Aschermittwoch.

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