Der Gegenspieler: Braucht der BVB neue Spieler?

10. Januar 2013Stephan> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Ein Unsere Gegenspieler Dominik und Felix stellen sich heute u.a. die Frage, ob der Kader des BVB zu dünn besetzt ist und wie Eintracht Frankfurt am Ender der Saison dastehen wird.

 

1. Borussia Dortmund muss durch die Verletzung von Subotic und den Verkauf von Perisic zwingend auf dem Transfermarkt aktiv werden.

Dominik: Fiktion. Auch wenn der Kader sowieso schon recht dünn besetzt ist, muss Dortmund nicht zwingend in der Winterpause auf dem Transfermarkt aktiv werden. Perisic war bisher nur Ersatz und kam nur sporadisch zum Einsatz, da stehen genug andere, junge Spieler bereit um diesen Platz einzunehmen. Bei Subotic wiegt der Ausfall zwar schwerer, dennoch sind es auch “nur” sechs Wochen, die er ausfallen wird. Dafür in der Winterpause noch einen Ersatz zu finden, der in der Champions League spielberechtigt ist und von ähnlicher Qualität ist, wird schwierig. Außerdem steht Felipe Santana bereit, der immer gute Leistungen gezeigt hat, wenn er spielen musste.

Felix: Fiktion. Neven Subotic hat sich im Trainingslager einen Muskelfaserriss zugezogen, eine Verletzung, die nach 2-4 Wochen ausheilt. In dieser Zeit hat Borussia Dortmund keine englischen Wochen, und für die Bundesliga reicht Felipe Santana als Ersatz vollkommen aus. Auch der Abgang von Perisic ist zu verschmerzen: Das offensive Mittelfeld ist ohnehin der Dortmunder Mannschaftsteil, der qualitativ und quantitativ am besten besetzt ist. Es könnte sicherlich nicht schaden, wenn die Borussia noch einen fähigen Außenverteidiger oder einen defensivstarken Mittelfeldspieler für die Doppelsechs verpflichtet, aber zwingend notwendig ist dies nicht. Die direkte Qualifikation für die Champions League und ein bisschen Spaß auf Europas größter Fußballbühne sollten auch mit dem vorhandenen Spielermaterial drin sein.

 

2. Dieter Hecking kann kein Spitzenteam formen und wird noch in diesem Jahr entlassen.

Dominik: Fiktion. Ich halte Dieter Hecking für einen ordentlichen Trainer, der jetzt die Chance hat zu zeigen, dass er auch auf höherem Niveau (Kader, Ambitionen) bestehen kann. Mit Klaus Alloffs im Rücken ist dazu noch die Basis da, die für Kostanz – gerade beim Trainer – steht. Ob er direkt am Anfang erfolgreich sein wird, weiß ich nicht. Aber auch wenn er die Mannschaft dieses Jahr noch nicht nach Europa führen kann, so wird er am Ende des Jahres dennoch immer noch auf der Wolfsburger Bank sitzen.

Felix: Fiktion. Meine Zweifel an der Fähigkeit von Dieter Hecking, eine Spitzenmannschaft zu formen, habe ich bereits vor einigen Wochen in meinem Abschiedsbrief geäußert. Ich bin mir jedoch sicher, dass Hecking das volle Vertrauen von Klaus Allofs genießt. Das hat Thomas Schaaf gereicht, um mehr als 12 Jahre Trainer in Bremen zu bleiben und sollte deshalb auch genügen, um Hecking mehr als 12 Monate in Wolfsburg zu halten. Die Umstände von Heckings Verpflichtung, wie die kurzfristige Absage an Bernd Schuster und das Zahlen einer Ablösesumme an den 1.FC Nürnberg, sprechen dafür, dass Klaus Allofs den Trainer unbedingt verpflichten wollte. Deshalb glaube ich nicht daran, dass Hecking noch im Kalenderjahr 2013 beurlaubt wird. Viel mehr denke ich an eine Entlassung nach dem enttäuschenden 10.Platz im Juni 2014, wenn Allofs ihm genug Zeit gegeben hat und sich trotzdem eingestehen muss, dass Dieter doch nicht die beste Idee war.

 

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3. Schalke 04 hat sich mittlerweile eine Mannschaft aufgebaut, die sich nicht mehr mit dem (Arbeiter-)Verein identifizieren kann.

Felix: Fiktion. Das mag auf Teile der Mannschaft sicherlich zutreffen, aber pauschal darf dieses Urteil nicht gelten. Mit Höger und Jones spielen etwa zwei Charaktere vor der Abwehr, deren Spielstil sich durch großen Einsatz und Laufbereitschaft auszeichnet. In der Abwehr findet man mit Benedikt Höwedes einen Spieler aus Haltern, einer Gemeinde am nördlichen Rand des Ruhrgebiets, die sich durch einen sehr starken Bezug zum FC Schalke auszeichnet. Sicherlich gibt es Spieler, besonders die Offensive um Holtby, Huntelaar und Farfan, die sich persönlich oder durch ihre Spielweise nicht unbedingt mit einem Arbeiterverein identifizieren können. Auch der Trainerwechsel vom harten und knorrigen Arbeiter Huub Stevens zum aalglatt schleimigen Jens Keller hat sicherlich nicht weitergeholfen. Aber Spieler, die Fußball arbeiten, sind zweifellos noch vorhanden.

Dominik: Fakt. Auf jeden Fall! Wo früher die berühmten Eurofighter Büskens, Nemec, Eigenrauch, Anderbrügge und Linke die Plätze umgepflügt haben, versuchen es die Spieler heute mit Ballstafetten. Dagegen ist in erster Linie nichts einzuwenden, dennoch hat dies nichts mehr mit dem Schalker von vor 10 – 15 Jahren zu tun. Damit geht die Schalker Identifikation zu alten Zeiten sicherlich verloren, was gerade den Fans die schon länger dabei sind, wohl eher negativ aufstoßen wird.

 

4. Eintracht Frankfurt wird die Form aus der Hinrunde nicht mitnehmen und am Ende der Saison auf einem zweistelligen Tabellenplatz stehen.

Felix: Fiktion. Der Erfolg von Eintracht Frankfurt fußt auf fünf Spielern, die in der Hinrunde überragende Form an den Tag legten. Kevin Trapp, Sebastian Rode, Alex Meier, Takashi Inui und Stefan Aigner machten mit beeindruckender Sicherheit alles richtig, was sie richtig machen konnten. Da fiel es weniger ins Gewicht, dass die Abwehr ein Torso und der Sturm nicht vorhanden waren. Das Management der Eintracht hat sich jedoch vom Erfolg nicht blenden lassen und durch Verteidiger Marco Russ bereits einen der beiden Mannschaftsteile verstärkt, ein Stürmer mit Bundesliganiveau soll folgen. Aus diesem Grund sollten absehbare Formschwächen von zwei der magischen fünf Spieler der Hinrunde aufgefangen werden können und sogar ein Platz in der Europa League drin sein. Wenn jedoch mehr als die Hälfte dieser fünf Spieler nicht mehr die Form der Hinrunde erreicht, wird die Eintracht zwar mit Sicherheit in tiefere Tabellenregionen fallen, letztlich aber dennoch in der oberen Tabellenhälfte auftauchen.

Dominik: Fiktion. Schon häufig wurde zu Überraschungsmannschaften gesagt “Irgendwann werden die schon einbrechen, die Euphoriewelle hört bald auf”. Und am Ende wundert man sich dann, dass die Mannschaft immer noch recht weit oben in der Tabelle steht. Ich denke, so wird dies auch bei der Eintracht ablaufen. Irgendwie wird man immer das Gefühl haben, dass es nicht mehr lange dauert, bis Frankfurt einbricht – doch irgendwie wird es das Team immer schaffen, das Gegenteil zu beweisen und am Ende der Saison auf jeden Fall auf einem einstelligen Tabellenplatz stehen und womöglich sogar so weit oben, dass man nächstes Jahr international spielt.

 

Nächste Woche entscheidest Du, was gespielt wird: Schreibe deine These als Kommentar unter diesen Artikel. Beim nächsten Gegenspieler werden wir zusätzlich die interessanteste These diskutieren, die Ihr gepostet habt.

2 Kommentare zu “Der Gegenspieler: Braucht der BVB neue Spieler?”

  1. Thorsten · 11. Januar 2013 Antworten

    “Es könnte sicherlich nicht schaden, wenn die Borussia noch einen fähigen Außenverteidiger oder einen defensivstarken Mittelfeldspieler für die Doppelsechs verpflichtet”

    kaum von doppel-sechs.de empfohlen, schont haben Watzke und Co. zugeschlagen:

    http://www.ruhrnachrichten.de/…rpflichtet;art11635,1876488

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