Der Gegenspieler: Bricht Arnautovic wieder ein?

6. Dezember 2012Stephan> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Jeden Donnerstag gibt es bei uns einen neuen Gegenspieler. Felix und Stephan diskutieren heute auf doppelsechs, ob Marko Arnautovic konstant gute Leistungen bringen kann, Bayern München auf die Verletzung von Holger Badstuber reagieren sollte und ob es der nächste Trainer länger als 12 Monate in Hoffenheim aushält.

 

1. Auch der nächste Trainer wird in Hoffenheim nicht länger als ein Jahr arbeiten.

Stephan: Fakt. Denn seit dem überraschenden inoffiziellen Titel “Herbstmeister 2008/2009″ weiß man in Hoffenheim nicht mehr so genau, was man eigentlich will: Den Aufbau einer Durchschnittsmannschaft mit jungen Talenten oder mit gestandenen Bundesligaspielern noch mal richtig angreifen. Letztendlich hat man sich für teure Spieler, die sich nicht mit dem Verein indentifizieren können entschieden. Und da hilft ein Trainerwechsel auch nur temporär.

Felix: Fiktion. Vorausgesetzt, Dietmar Hopp kümmert sich wieder verstärkt um sein Projekt, wird Hoffenheim bald wieder zu der Kontinuität finden, die sie stark gemacht. Hopp hat sich in den letzten Jahren immer stärker aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen und operative Aufgaben an unfähige Leute delegiert (wie etwa Ernst Tanner). Es war jahrelange Weitsicht, die 1899 in die Bundesliga geführt hat und dafür sorgen könnte, dass sie dort eine wichtige Rolle spielen. Wenn für Hopp, der ungeachtet seines finanziellen Einflusses als Funktionär hervorragende Arbeit geleistet hat, jedoch nach dem Aufstieg mit Hoffenheim abgeschlossen hat, wird der Verein weiter am Personalkarussel drehen und in den nächsten 5 Jahren aus dem Profifußball verschwinden.

 

2. In der Winterpause nicht auf die Verletzung von Holger Badstuber zu reagieren, wäre ein Fehler.

Stephan: Fakt. Denn es ging nicht nur Holgers Kreuzband kaputt, sondern auch das, was er sich in den letzten zwei Jahren erarbeitet hat: Durchsetzungsvermögen, Leistungskontinuität durch regelmäßige Einsätze und einen Stammplatz bei Bayern München. Das alles ist für Holger Badstuber unglaublich schade, aber der Verein muss auf diese neue Situation reagieren – und mitunter ins Kalkül ziehen, dass Holger dieses Leistungsniveau nicht wieder erreichen wird. Vielleicht findet sich ein talentierter Innenverteidiger, der im Schatten von Boateng, Dante und van Buyten an die Mannschaft heran geführt wird.

Felix: Fiktion. Im letzten Jahr hatte Bayern auch 4 Innenverteidiger im Kader, von denen einer langfristig ausfiel (Breno) und man reagierte nicht darauf. Es reichte trotzdem für das Finale in DFB-Pokal und Champions League und den zweiten Platz in der Bundesliga. Dieses Jahr hat Bayern mit van Buyten, Boateng und Dante drei starke Innenverteidiger, dazu können Luiz Gustavo und Tymoshchyuk auf dieser Position aushelfen. Zudem wurde mit Javi Martinez eine weitere, exzellente Alternative auf dieser Position verpflichtet. Alle drei sind zwar, ob ihrer fußballerischen Fähigkeiten, in der Viererkette verschwendet, aber ihre Klasse als Verteidiger reicht mindestens für Liga und Pokal. Die Bayern haben im Sommer genug Geld ausgegeben und dies hervorragend investiert.

 

 

3. Marko Arnatuvic hat nun den Schalter umgelegt und wird nicht nochmal abheben, sondern weiterhin gute Leistungen bringen.

Felix: Fiktion. Ich sehe das Problem weniger darin, dass Arnautovic abhebt, da er durch die Geburt seines Kindes anscheinend viel geerdeter ist. Viel mehr beruhen Arnautovics Leistungsschwankungen in dieser Saison darauf, dass er manchmal einfach keine Lust mehr hat, noch einen Schritt extra zu gehen. Und warum sollte er das auch tun, wenn er am Wochenende zuvor 3 Tore geschossen hat? Sowas sichert einen Stammplatz. Zudem hat Trainer Thomas Schaaf auf seiner Position keine gleichwertig Alternative, was im Spiel gegen Leverkusen (1:4) eindrucksvoll bestätigt wurde. Arnautovic kann also spielen, wie er will, und wird trotzdem wieder aufgestellt werden. Das ist auch ihm bewusst und deshalb hoffe ich kaum auf mehr Konstanz des österreichischen Zauberfuß‘.

Stephan: Fakt. Ich glaube, Marko hat sich ein wenig beruhigt. Er ist in seinem Kopf jetzt nicht mehr der Spieler, der mal bei Inter Mailand spielte, sondern ein fester Bestandteil der Bremer Mannschaft. Sicherlich hilft dabei auch das beruhigende Umfeld, um diese Akzeptanz im Kopf zu erlangen. Und das Positive daran: Marko überzeugt durch tolle Leistung, die er auch in der Rückrunde bringen wird und nicht durch divenhaftes Verhalten.

 

4. Der Gruppensieg ist für die deutschen Teams bei der Champions League-Auslosung kein Vorteil.

Felix: Fiktion. Natürlich ist der Gruppensieg ein Vorteil. Schon allein deswegen, weil er einen in die Lage bringt, das Rückspiel im eigenen Stadion auszutragen und zunächst Auswärts ein Tor vorlegen zu können. Auch die möglichen Gegner, und hier sollen nur die aufgezählt werden, die für alle deutschen Teams möglich sein, sind nicht zu schwer. Wir haben den AC Mailand, der keinen Topstar mehr im Kader hat und in einer Übergangssaison ist. Schachtjor Donezk, die zwar viele Brasilianer hat, aber allen deutschen Teams qualitativ unterlegen sind. Galatasaray SK, die gegen Leichtgewichte wie Cluj und Braga große Schwierigkeiten hatten. Celtic Glasgow, die sicherlich unangenehm sind, aber fußballerisch nicht besser als Fürth oder Düsseldorf. Bleibt als einziger unangenehmer der FC Porto, der nach dem Verkauf von Falcao und Hulk auch keine große Gefahr darstellt. Die Liste der Gegner, die den Deutschen erspart bleiben (Juventus, Barcelona, Manchester United, Paris und Malaga) ist da schon deutlich furchteinflößender.

Stephan: Fiktion. Aus zweierlei Gründen. 1) Man spielt gegen einen Gruppenzweiten, was per se bedeutet, dass diese Mannschaft nicht gut genug war, ihre Gruppe zu gewinnen bzw. das eine andere Mannschaft besser ist. Diesem besserem Team geht man aus dem Weg. Und 2) Ist es für das Selbstbewusst eine schöne Sache, wenn man als Gruppenerster in ein Achtelfinale geht: Man ist gut, man hat seine Gegner alle hinter sich gelassen und man braucht sich vor weiteren Aufgaben nicht zu fürchten.

 

Nächste Woche entscheidest Du, was gespielt wird: Schreibe deine These als Kommentar unter diesen Artikel. Beim nächsten Gegenspieler werden wir zusätzlich die interessanteste These diskutieren, die Ihr gepostet habt.

1 comment zu “Der Gegenspieler: Bricht Arnautovic wieder ein?”

  1. Herbert Klein · 9. Dezember 2012 Antworten

    Zur CL als Gruppenerster! Es ja nicht das Entscheidende,daß man einen eventuell,leichteren Gegner zugelost bekommt,nein,das Wichtige ist doch das Heimspiel im Rückspiel!!! Also ist es ungemein wichtig gruppenerster zu sein und das haben unsere 3 Mannschafte richtig gut gemacht.Ich wünsche allen einen interessanten und reizvollen Gegner und zwei tolle Spiele mit dem richtigen Ausgang,nämlich dem Erreichen der nächsten Runde !!!
    Dynamo Dresden hat seinen Trainer Ralf Loose entlassen !Ich muß sagen,daß Dynamo schon seit Wochen wie ein Absteiger spielt.Kein Mumm,kein Einsatz! Der Wille,ein Spiel zu gewinnen ,war einfach nicht5 mehr da und ich habe das Gefühl,daß Loose die Mannschaft nicht mehr erreicht hat.Seine Entlassung eine Notwendigkeit.

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