Der Gegenspieler: Die spanische Bedrohung?

18. April 2013Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Der Gegenspieler steht diese Woche im Zeichen der spanischen Bedrohung der Bundesliga. Diese besteht aus Real Madrid und dem FC Barcelona, aber vor allem aus den gefürchteten, grauenhaften “spanischen Verhältnissen”, die nun über uns hereinbrechen, weil Bayern München 4:0 gegen Nürnberg gewonnen hat. Und weil wir uns gerade so bedroht fühlen, diskutieren Dominik und Stephan gleich noch die Zukunft von Jens Keller. Vamos!

 
Im Gegenspieler stellen wir unseren Autoren vier Fragen zu aktuellen Themen, die unsere beiden Gegenspieler unabhängig voneinander beantworten. Das Aufeinandertreffen der beiden gibt’s dann hier… im Artikel.
 

1. Fühlt ihr euch auch so bedroht von den gefürchteten „spanischen Verhältnissen“?

Dominik: NEIN. Auch wenn die Frage ein wenig provokant gestellt ist und wahrscheinlich die Diskussion darum diffamieren soll, so sehe ich bei dieser Zukunftsvision keine großen Probleme. Oder anders gesagt: Alles hat Vor- und Nachteile. Wenn Dortmund und die Bayern demnächst die Meisterschaft unter sich ausmachen sollten, wäre das für den nationalen Fußball sicher langweilig und eintönig – eben so wie es auch seit Jahren ind Spanien der Fall ist. International gesehen wäre das aber positiv zu bewerten, denn dort werden dann neben den Bayern wohl auch die Dortmunder eine feste Größe sein. Allerdings: Ich bezweifle, dass es in der Bundesliga so wie in Spanien zugehen wird.

StephanNEIN. Obwohl ich Uli für einen klugen Mann halte, finde ich diesen Vorstoß zu diesem Zeitpunkt unpassend und irgendwie wirkt er viel herablassender, als es der Bayern-Präsident bestimmt beabsichtigte. Sicherlich haben der FC Bayern und Borussia Dortmund in den letzten Jahren den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt und werden in den nächsten Saisons mächtig viel Spaß haben. Aber bis es dazu kommt, dass die Meisterschaft nur noch in den direkten Duellen beider Teams entschieden wird, ist noch ein weiter Weg.

 

2. Sollte Jens Keller einen neuen Vertrag als Schalketrainer erhalten?

Dominik: JA. Ich war – wie so viele andere – am Anfang nur wenig begeistert von Jens Keller und konnte ihn nie so richtig ernst nehmen. Dennoch hat er mich als Trainer des FC Schalke überzeugen können. Er hat die anfänglichen Probleme überwunden und ist auf dem besten Wege, mindestens die Champions League Qualifikation zu erreichen. Dabei hat er mit dem Konterspiel eine Taktik gefunden, die zu dem Kader passt. Und man darf auch nicht vergessen, dass die Mannschaft größere Verletzungssorgen hat und er mit dem vorhandenen Spielermaterial wahrscheinlich das Beste erreicht hat.

StephanNEIN. Aus zweierlei Gründen: 1. Bereits bei Jens’ Vorstellung als Trainer wurden Spielern und Öffentlichkeit ziemlich deutlich gemacht, dass dies nur eine vorübergehende Lösung ist und man nach der Saison einen richtigen Trainer einstellen möchte. Würde man jetzt weiter an Jens festhalten, auf Grundlage des Erreichens der Champions League Qualifikation, die mit diesem Kader Hand in Hand geht, handelt Horst Heldt inkonsequent und würde damit auf allen Seiten an Autorität verlieren. Könnte der FC Schalke diese verlorene Autorität des Sportmanagers noch verkraften, wäre Grund Nummer Zwei zu viel. Denn Jens Keller ist vielleicht ein netter Typ, der sich mit allen gut versteht, aber in den letzten Wochen wurde doch ziemlich deutlich, dass Schalke unter Jens nur Kontern und keinen eigenen Spielaufbau betreiben kann – und das ist für das Ziel direkte Champions League Qualifikation einfach zu wenig.

 

gegenspieler_seitenwechsel

 

3. Sollte Mario Gomez gegen Barcelona von Beginn an spielen?

Stephan: JA. Immerhin ist er Nationalspieler und eigentlich gar nicht so schlecht – ich verweise auf den Hattrick am Dienstag im Pokal. Und da der andere Mario gesperrt ist, führt eigentlich kein Weg an Gomez vorbei. Außer Jupp möchte noch mal den Peruaner ausprobieren, der sein Torkontingent für diese Saison im Spiel gegen den HSV bereits ausgeschöpft hat.

Dominik: JA. Ja. Da Mandzukic gesperrt fehlt, muss sich Heynckes zwischen Mario Gomez und Claudio Pizarro entscheiden. Bei haben in den vergangenen Spielen massiv Eigenwerbung betrieben, Pizarro mit seinen vier Toren und zwei Vorlagen gegen den HSV, Gomez mit seinen drei Toren in sechs Minuten im Pokalhalbfinale. Ich würde unabhängig davon Gomez von Beginn an spielen lassen und wenn es nötig wird, Pizarro, der das Spiel variabler machen kann, von der Bank bringen. Aber ganz egal, wer am Dienstag von Beginn an spielt, hauptsache ist, dass die Bayern am Ende ein gutes Ergebnis erzielen!

 

4. Bleibt Borussia Dortmund gegen Real Madrid ungeschlagen?

StephanNEIN. Real Madrid ist eine fiese Mannschaft, die man auch nicht reizen sollte – Borussia Dortmund hat das leider in der Gruppenphase zwei Mal getan. Die Madrilenen werden sich garantiert nicht die Blöße geben, schon wieder gegen den BVB zu versagen und damit dann zwangsläufig aus dem Pokal auszuscheiden. Ich gehe davon aus, dass die Dortmunder das Hinspiel ausgeglichen gestalten können, dann aber in Madrid verlieren werden und Real verdient im Finale steht.

Dominik: NEIN. Ich hoffe sehr, dass es ein Finale zwischen den beiden deutschen Mannschaften geben wird, aber ich befürchte, dass da die Dortmunder nicht mitspielen werden. Viele werden jetzt natürlich sagen, dass Dortmund in der Gruppenphase schon gegen Real in zwei Spielen je einmal gewonnen und Remis gespielt haben. Das stimmt, aber es war halt eben nur die Gruppenphase. Da hat man womöglich die Dortmunder noch nicht 100%ig ernst genommen und man dachte sich, wir kommen sowieso irgendwie weiter. Jetzt heißt es Halbfinale und da wird Real sein Spiel zu Hause auf jeden Fall gewinnen, ganz egal wie das Hinspiel in Dortmund ausgehen wird. Wer dann letztendlich weiterkommt, da will ich mich jetzt noch nicht festlegen. Aber die Frage, ob der BVB gegen Real ungeschlagen bleibt, beantworte ich ganz klar mit nein.

 

 

Nächste Woche entscheidest Du, was gespielt wird: Schreibe deine Frage als Kommentar unter diesen Artikel. Beim nächsten Gegenspieler werden wir zusätzlich die interessanteste Frage diskutieren, die Ihr gepostet habt. Die Frage muss mit Ja oder Nein beantwortet werden können.

Sag' doch auch mal was!

Deine Meinung zählt!

Was hältst Du von der europaweiten EM 2020?


zum Ergebnis

Loading ... Loading ...

Neuer Kram

Jede Mannschaft agiert in jeder Situation mit mindestens sechs Feldspielern hinter dem Ball. Man könnte auch eine Kartoffel beobachten und warten, dass sie sich in einen Drachen verwandelt…

Im Halbfinale der WM schlachtet die deutsche Mannschaft total überforderte Brasilianer erbarmungslos mit 7:1. Dabei gelingen dem Team von Joachim Löw 5 Tore in der ersten halben Stunde des Spiels…

Archivkram

” Ein Spiel wie der Film “Stolz & Vorurteil”. Man wartet erst eine Stunde, dass etwas passiert und dann eine Stunde, dass es endlich aufhört.”

Was haben Mike Hanke, Patrick Helmes und Stefan Kießling gemeinsam? Sie alle müssten schon mindestens 100 Länderspiele haben. Zumindest wenn man die Trends des Jahres 2012 rückwirkend betrachtet…

Das Beste aus unseren Live-Blogs

"Der griechische Torwart hat etwas von der guten, alten Garagenwand im Hinterhof: Wird er angeschossen, springt der Ball irgendwohin zurück." > Deutschland - Griechenland
More in > Bundesliga, | Der Gegenspieler (76 of 418 articles)