Der Gegenspieler: Entscheidet sich die Meisterschaft am 30.Spieltag?

29. März 2012Dominik> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe des doppel-sechs.de Gegenspielers: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Denis und Dominik, die Thesen kommen in dieser Woche von Felix. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. In dieser Saison wird noch mindestens ein Trainer entlassen werden.

Dominik: Fiktion. Ich denke, die Trainer können sich nun relativ entspannt zurücklehnen, denn diese Saison wird keiner mehr entlassen. Bei den ganzen kriselnden Vereinen wurden die Trainerwechsel schon vollzogen, mitunter auch mehrmals. Der einzige Trainer, der meiner Meinung nach noch ein wenig wackelt, ist Solbakken in Köln. Aber da das dort alles ja irgendwie normal ist (siehe nächste These), wird dieser wenn überhaupt erst nach der Saison gehen müssen. Auch beim Rivalen in Leverkusen sitzt Robin Dutt nicht wirklich fest im Sattel und soll angeblich nach der Saison gehen müssen, bei einer Niederlage im nächsten Spiel sogar schon vorher. Ich kann mir aber nicht wirklich vorstellen, dass Leverkusen so kurz vor Ende der Saison, wo die Qualifikation für das internationale Geschäft auf dem Spiel steht, noch so eine Unruhe durch einen Trainerwechsel in die Mannschaft bringen möchte.

Dennis: Fiktion. Mit dem nun Ex-Lautern-Coach Marco Kurz kippte der letzte Potentielle Wackelkandidat –die Trainerstuhlsäge wird in dieser Spielzeit nicht mehr schwingen. Bei den Roten Teufeln soll es nun der ehemalige Stuttgarter Mittelfeld-Regisseur Balakov richten – krasse Sache! Freiburgs Übungsleiter Streich steht dank kämpferischer Leistungen und starkem Aufwärtstrend wohl nicht (mehr) zur Disposition. Augsburgs Trainer Luhukay wurde bereits vor der Saison eine Beschäftigungsgarantie ausgesprochen – auch im Falle des direkten Wiederabstiegs. Dort sieht man die Sache ohnehin locker und scheint die erste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte eher wie eine Sightseeing-Tour durch die Bundesliga zu empfinden, bei der man nicht traurig wäre, wenn sie zu Ende ginge, aber auch sehr gerne noch eine Verlängerung dranhängen würde. Neben Berlin wird man, meiner Einschätzung nach, auch wieder in Hamburg und Wolfsburg nach dem 34. Spieltag um eine Neuauflage der Trainerfrage nicht herum kommen – so oder so.

2. Der 1.FC Köln hätte sich den Abstieg durch jahrelanges Missmanagement und schlechte Personalentscheidungen gründlich verdient.

Dominik: Fakt. “Verdient” finde ich hier zwar ein wenig falsch gewählt, denn wer hat schon wirklich einen Abstieg in die 2. Bundesliga verdient? Allerdings würde es wenig überraschen, wenn die angesprochenen Punkte diese Saison noch zu einem Abstieg führen sollten. Es war wieder so viel los in Köln, dass ich mich wahrscheinlich gar nicht mehr an alles erinnern kann. Entmachtung von Podolski durch Wegnehmen der Kapitänsbinde, sein Wechsel zu Arsenal London, Rücktritt von Wolfgang Overath und des gesamten Vorstands und erst kürzlich die Trennung von Sportdirektor Volker Finke – das alles und noch mehr in einer einzigen Saison. Hier ist ein Neuaufbau notwendig und wenn der in der zweiten Liga stattfinden muss, dann darf sich kein Kölner darüber wundern.

Dennis: Fakt. Betrachtet man die sportliche Entwicklung des FC über die letzten 3-4 Jahre, so kommt man unterm Strich nur zu einer Aussage: „Der arme Poldi!“. Er ist wahrscheinlich der einzige Kicker auf dem Feld, für den sein Verein eine echte Herzensangelegenheit ist. Gleichzeitig ist Podolski auch die einzige gute Entscheidung hinsichtlich des Personalmanagements. Den Fehler, den Verein für ein Intermezzo bei den Bayern zu verlassen, wollten wohl beide Seiten mit einer spektakulären Rückholaktion im Jahr 2009 wieder ausmerzen. Leider änderte sich am Vereinskonzept der Kölner auch bei Poldis Comeback gar nichts. Der Effekt ist durch eine chaotisch anmutende Führungspolitik verpufft, der Verein scheitert an seinem eigenen Management. Damit macht man fast dem Erzfeind Mönchengladbach Konkurrenz, die bis zur Ära Favre Geld verpulverten ohne je zu einem Konzept zu finden – so wie es derzeit auch der VfL Wolfsburg unter Shopaholic Magath zelebriert. Den Abstieg wünscht man (fast) keinem Club, beschweren dürften sich die Domstädter über ein erneutes Jahr in Liga zwei allerdings nicht. Vielleicht wird’s ja bei einem zweiten Podolski-Comeback in ungewisser Zukunft besser.

 

 

3. Wer die Partie Dortmund-Bayern am 30.Spieltag gewinnt, wird deutscher Meister.

Dennis: Fakt. Geht man davon aus, dass der FCB die – unsinnigerweise an einem Mittwochabend stattfindende –Partie beim BVB für sich entscheidet, ist der Rekordmeister noch auf einen Ausrutscher der Borussia angewiesen und darf sich selbst wiederum keinen Fehltritt mehr leisten. Da davon auszugehen ist, dass beide Vereine in der derzeitigen Form bis zum 30. Spieltag jedes Spiel gewinnen werden, wird dieser Spieltag die Vorentscheidung bringen. Verlieren die Bayern, ist der Vorsprung der Dortmunder so gut wie uneinholbar. Besonders für den BVB werden aber die Spieltage 30 bis 32 alles entscheiden, wenn die Dortmunder im Dreierpack auf Bayern, Schalke und Gladbach treffen. Besonders mit einer Niederlage im Gepäck dürfte das Nervenkostüm auf Schalke äußerst dünn sein. Der Beinahe-Meister von 2007 lauert bereits auf Revanche, als man selbst im Meisterschaftsendspurt ausgerechnet beim verhassten schwarz-gelben Nachbarn leer ausging und mitunter dadurch den Titel verspielte. Ein Präsentkorb von Uli Hoeneß dürfte in diesem Fall für die Königsblauen sicherlich rausspringen – der liegt in der Hand bestimmt fast so schön wie eine Meisterschale.

Dominik: Fakt. Ich habe ja lange Zeit behauptet und dran geglaubt, dass der FC Bayern diese Saison souverän mit Vorsprung Meister wird. Mittlerweile habe dann auch ich eingesehen, dass dies wohl nicht eintreffen wird. Nach der 2:0-Niederlagen gegen Leverkusen, dem 2:1-Sieg von Dortmund gegen Mainz am selben Spieltag und dem daraus resultierenden 7-Punkte-Vorsprung für den BVB, habe ich die Meisterschaft für die Bayern abgeschrieben. Als diese dann aufdrehten und Dortmund Unentschieden spielte und der Vorsprung auf 5 Punkte verringert werden konnte, habe ich gesagt “Da geht noch was”. Nun bin ich der Meinung, wer das direkte Duell am 30. Spieltag gewinnt, der wird auch Meister. Sollte Bayern dann noch zwei Punkte Rückstand haben, so werden diese im Schlussspurt aufgeholt. Sollte Dortmund ein Unentschieden oder sogar einen Sieg schaffen, wird ihnen die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen sein.

4. Dem VfL Wolfsburg gelingt noch der Einzug in den Europapokal.

Dennis: Fiktion. Im letzten Jahr verhinderten die Wölfe mit einer satten Millionentruppe in letzter Sekunde in Hoffenheim den Abstieg – Glückwunsch dazu. Dieses Jahr befand man sich am Ende der Hinrunde erneut auf direktem Kurs Richtung Tabellenende. Offenbar gelingt Coach Magath in dieser Spielzeit etwas eher die Kurve zu kratzen. Ein wieder erstärkter Helmes und sein treffsicherer Sturmpartner Mandzukic machen’s möglich und sichern den Niedersachsen einen Platz in der oberen Tabellenhälfte. Allerdings wird es meiner Ansicht nach für einen Europapokal-Platz nicht reichen. Die Konkurrenz auf den unmittelbar darüber liegenden Rängen, wie Bremen und Stuttgart, ist dafür bekannt, auch gern einmal zu schwächeln, wird sich aber – allein schon aus finanziellen Gründen – zerreißen, um auf einem Rang zu landen, der fürs internationale Geschäft berechtig. Einzig Hannover wäre hinsichtlich einer starken Form und Saison definitiv ein Europapokal-Platz zuzutrauen – wäre da nicht die Sache mit der Doppelbelastung. Sollte diese am Ende für die Slomka-Elf nicht zu kräftezehrend sein, werden die Wölfe aufgrund ihrer miserablen Hinrunde bei den Europa League-Rängen das nachsehen haben müssen.

Dominik: Fiktion. Auch wenn diese Saison sogar der siebte Platz in der Bundesliga reicht, um sich für die Europa League zu qualifizieren und Wolfsburg gerade mal zwei Punkte Rückstand auf eben diesen Platz hat, glaube ich nicht, dass sie sich diese Saison qualifizieren. Man hat mit Dortmund, Hannover, Bremen und Stuttgart noch ein strammes Restprogramm und das auch noch gegen direkte Konkurrenten um die Qualifikation zur Europa League. Und die Konkurrenten schätze ich allesamt etwas stärker ein als die Wölfe, so dass für das Team von Felix Magath diesmal nur ein Platz im Mittelfeld bleibt.

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