Der Gegenspieler: Führt Markus Babbel Hoffenheim nach Europa?

19. April 2012Dominik> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zum Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne beziehen zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung zu diskussionswürdigen Thesen. Die beiden Gegenspieler entscheiden ob die Prognosen eintreffen werden (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die heutigen Kontrahenten sind Stephan und Dennis, die Thesen kommen in dieser Woche von Dominik.

 

1. So wie jetzt werden die Plätze 16 bis 18 auch nach dem 34. Spieltag aussehen.

Dennis: Fakt. Fast hätte ich den HSV als ernsthaften Abstiegskandidaten in Betracht gezogen. Aber: der Dino steigt nicht ab! Dennoch sollten gerade die Hamburger lernen, ihr Potenzial endlich mal voll auszuschöpfen. Beim 1 FC Köln ist dagegen wohl Hopfen und Malz verloren. Kuriose Vorstellung, dass ein SC Paderborn, die Kölner in die 2. Bundesliga schießt – unrealistisch aber bei weitem nicht mehr. Momentan bezweifle ich jedoch etwas, ob es tatsächlich zu diesem Szenario kommt, da ich die Hertha – zumindest aus kämpferischer Sicht – vor dem FC sehe. Vielleicht spiegelt dies am 34. Spieltag auch die Tabelle wider. Lautern bleibt abgeschlagen Letzter; dank einer starken Gemeinschaftsleistung sowie eines derzeit überragenden Didavi hat Nürnberg mit den letzten drei Plätzen nichts mehr zu tun; gleiches Fazit gilt für den FSV Mainz.

Stephan: Fakt. Beginnen wir bei Platz 18. Der 1.FCK ist nicht nur abgestiegen, sondern hat in seinen letzten Spielen auch den 18. Tabellenplatz gesichert. Schade für die Pfälzer, die wir aber schon übernächste Saison wieder in Liga 1 begrüßen dürfen. Platz 17 wird für mich auch die Hertha aus Berlin innehaben. Das 3:3 gegen Leverkusen lässt sicherlich aufhorchen und sollte den Berlinern etwas Selbstvertrauen einhauchen.
Auch das nächste Heimspiel gegen Kaiserslautern kann aufgrund der nicht bundesligatauglichen Leistung der Gäste sicherlich noch positiv gestaltet werden. Dann geht es aber noch zu den Schalkern, die ihren Champions League Platz sichern wollen und gegen eine hochmotivierte Truppe aus Hoffenheim, die bis zuletzt die Möglichkeit auf eine Europa League Qualifikation aufrecht erhalten – aus diesen Partien wird die Hertha nichts mitnehmen.
Der 1. FC Köln wird sich am Ende auf dem 16. Rang wiederfinden. Das Restprogramm liest sich schwieriger als das der Berliner: VfB Stuttgart, SC Freiburg und FC Bayern München. Doch geht es bei zwei der drei Gegner am Ende um nicht mehr viel. Freiburg wird sich vor dem 33. Spieltag retten können und die Bayern sind mit Ihren Gedanken überall, nur nicht in der Bundesliga. Am Ende gibt es eine Niederlagen, ein Unentschieden und einen 2:1 Sieg über die Münchener. Und dann geht’s gegen Fortuna Düsseldorf.


2. 1899 Hoffenheim wird in der kommenden Saison in der Europa League spielen.

Dennis: Fiktion. Es läuft bei der TSG, die aktuellen Leistungen sind durchaus überzeugend. Bremen strauchelt. Hannover und Leverkusen sind um Konstanz bemüht. Diesen beiden Teams traue ich im Saisonendspurt allerdings den längsten Atem zu. Die Kraichgauer könnten Werder in der Tabelle noch kassieren, die Werkself und die Niedersachsen lassen sich ihre Plätze aber nicht mehr nehmen. Eigentlich ist es schlimm genug, dass dieser künstliche Verein in der Bundesliga mitmischt, da muss man ihn nicht noch auf internationales Parkett schicken, um die Bundesliga bzw. den deutschen Fußball in europäischen Wettbewerben zu vertreten.

Stephan: Fiktion. Ist aber eine witzige These und gar nicht so weit hergeholt. Die TSG Hoffenheim spielt eine tolles Saisonfinale, doch ist der Abstand einfach zu groß. Sicherlich kann Werder Bremen noch eingeholt werden, da diese aus den letzten drei Spielen gegen Bayern, Wolfsburg und Schalke sicherlich nicht mehr als 4 Punkte mitnehmen werden. Doch auf Platz 8 ist Schluss, denn die Hannoveraner haben bislang 3 Punkte Vorsprung und ein Restprogramm mit Freiburg, Leverkusen und Lautern vor der Brust. Nehmen wir hier spekulativ mal 4 Punkte an, bräuchte 1899 Hoffenheim 7 Punkte aus den letzten drei Spielen. Mit Leverkusen und Hertha warten dort aber zwei Konkurrenten, die absolut keine Punkte zu verschenken haben.
Am Ende wird es für Hoffenheim nicht reichen, aber wenn man in diesem Stile weiterarbeitet, gibt es in der nächsten Saison sicherlich eine größere Chance international zu spielen.

 

 

3. Das 2:1 gegen Real reicht den Bayern, um das Finale der Champions League zu erreichen.

Stephan: Fakt. Es war ein tolles Fußballspiel und die Bayern haben – Achtung Phrasen – den Sieg einfach mehr gewollt, mehr in das Spiel investiert und sind dafür belohnt worden. Ich habe allerdings ein wenig die Sorge, dass Real zuhause ein bisschen stärker auf’s Gaspedal treten wird und zur Halbzeit bereits 2:0 führt.
Aber die Bayern schaffen nach dem Seitenwechsel den Anschluss, Real erzielt in der 78. Minute das 3:1, das Stadion steht Kopf, es wird hitzig, es gibt einen Platzverweis auf jeder Seite, Bayern drückt und in der 86. Minute fällt das erlösende 3:2 durch Thomas Müller. Klingt nach einem tollen Fußballspiel. Wird es hoffentlich auch. Ich freu mich schon.

Dennis: Fakt. Das Rückspiel im Bernabeu wird für die Bayern eine verdammt harte Nuss. Dort kann es locker zu einem 3:1 für Real kommen, was das Aus für den FCB bedeuten würde. Ich denke aber, dass die Heynckes-Elf so heiß auf das „Finale dahoam“ ist, dass sie in der spanischen Hauptstadt ein Unentschieden erkämpfen werden. Der entscheidende Punkt könnte Reals Liga-Match am Wochenende gegen den FC Barcelona sein. Das Clasico wird bei den „Galaktischen“ ordentlich Kräfte verschleißen, während es der FC Bayern gegen derzeit relativ harmlose Bremer eigentlich ruhig angehen lassen kann, in Sachen Meisterschaft ist sowieso nichts mehr zu holen. In einem möglichen Finale gegen den FC Barcelona könnte es für Uli’s Mannen aber bittere Tränen geben. Zwar konnte sich der FC Chelsea gegen Barca mit 1:0 im Hinspiel in London durchsetzen. Aber im Rückspiel im Camp Nou tippe ich auf eine ähnlich derbe Klatsche, wie sie die Bayern im Achtelfinale gegen den FC Basel herausspielten.

 

4. Der FC Augsburg wird sich mittelfristig in der Bundesliga etablieren können.

Stephan: Fiktion. Dass die Augsburger dieses Jahr die Klasse halten ist schon beeindruckend. Doch sehe ich weder große Talente in den eigenen Reihen noch Potential im Management, die es dem Verein ermöglichen mittelfristig einen gefestigten Platz in der ersten Bundesliga zu sichern. Aufgrund fehlender Perspektive und zu wenig Investionskapital werden sich die Augsburger nicht zwingend verstärken können und mit dem (fast) identischen Kader das zweite Jahr gegen den Abstieg antreten. Doch dann ist alles nicht mehr so neu und aufregend und man muss feststellen, dass man sich kaum weiterentwickelt hat. Und das wirkt auf Dauer demotivierend und bedeutet den Abstieg nach zwei Jahren Erste Bundesliga.

Dennis: Fiktion. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten präsentierten sich die Augsburger meist couragiert und engagiert und machten auch den Topmannschaften das Leben schwer. Ich würde das unter den Schwung des Aufsteigers abheften. Die meisten Spieler werden vom neuen Umfeld der 1. Bundesliga beflügelt. Wenn aber ab der kommenden Spielzeit auch beim FCA ansatzweise sowas wie ein Liga-Alltag einkehren wird, heißt die Devise “Abstiegskampf pur” – den die Puppenkiste aufgrund des Qualitätsvergleichs mit den anderen Kadern verlieren wird. Es bleibt bei einem kurzen Erstliga-Intermezzo.

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