Der Gegenspieler: Führt Skibbe die Hertha zurück in die 2.Liga?

2. Februar 2012Stephan> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe des doppel-sechs.de Gegenspielers: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Felix und Dominik, die Thesen kommen in dieser Woche von Stephan. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1.  Bruno Labbadia wird den VfB Stuttgart nicht ins letzte Drittel der Saison begleiten.

Felix: Fakt. In die kopflose Politik des VfB Stuttgart würde ein weiterer Trainerwechsel wie die Faust aufs Auge passen. Allein der Tausch der fast identischen Stürmertypen Ibisevic gegen Progrebnyak, welcher den Verein knapp 4 Millionen Euro gekostet hat, spricht Bände über das Kompetenzdefizit im gesamten Verein. Dieses findet man auch auf der Trainer: Bruno Labbadia scheint nicht in der Lage zu sein, eine Mannschaft länger als 10 Monate motivieren zu können. Dass sich, wie zurzeit in Stuttgart, bei seinen Vereinen ständig Verletzungen häufen, darf auch langsam nicht mehr als Zufall gelten. Eine Entlassung des Trainers ist absehbar und Notwendigkeit. Mit ein bisschen Glück nimmt er Fredi Bobic gleich mit.

Dominik: Fiktion. Anders ausgedrückt würde diese These also heißen: Spätestens am 23. Spieltag ist Labbadia kein Trainer mehr in Stuttgart. Das wäre also bereits in vier Spielen der Fall, was ich mir nicht vorstellen kann. Zwar scheint der bekannte Labbadia-Effekt eingetroffen zu sein, doch denke ich, dass sich Stuttgart wieder aufrappelt und um die Plätze zur Europa League mitspielen wird. Und das mit Trainer Bruno Labbadia. Auch, weil die größte Konkurrenz um diese Plätze, in meinen Augen Werder Bremen und Bayer Leverkusen, ebenfalls aktuell nicht überzeugen kann.

 

2. Michael Skibbe wird mit Hertha BSC in den Abstiegskampf geraten.

Felix: Fiktion. Langfristig bietet der Kader der Berliner genügend Qualität, um im Mittelfeld der Bundesliga mitspielen zu können. Die letzten Wochen des Jahres 2011 waren für die Berliner sehr anstrengend und aufreibend, wobei einige Punkte auf der Strecke geblieben sind. Die Rote Karte für Raffael im Spiel gegen Hoffenheim wirkt sich zudem negativ auf den Saisonstart aus, hinzu kommt das Formtief von Schlüsselspielern wie Kobiashvili und Mijatovic. Dennoch wurde mit Felix Bastians der Kader sinnvoll verstärkt und mit Michael Skibbe ein Trainer verpflichtet, dessen normaler Lebensraum im Tabellenmittelfeld der Fußballbundesliga ist.

Dominik: Fakt. Bisher hat es mich sowieso gewundert, dass die Hertha relativ gut die Hinrunde überstanden hat – natürlich sportlich gesehen. In meinen Augen ist das Spielermaterial nämlich kaum bundesligatauglich und man hätte eigentlich von Anfang an gegen den Abstieg gespielt. Jetzt hat man aus beiden Rückrundenspielen keinen Punkt gesammelt und ist sehr schwach aufgetreten, dazu fällt mit Christian Lell ein wichtiger Spieler für einige Wochen aus. Alles Gründe dafür, dass die Alte Dame im weiteren Verlauf dieser Saison unten bleiben und bis zum Schluss gegen den Abstieg spielen wird.

 

 

 

3. Die verhaltenen Wintertransferaktivitäten der Bundesligamannschaften zeigen die Weitsicht der Sommertransfers.

Dominik: Fiktion. Es ist ja allgemein bekannt, dass es in der Transferphase II zu weitaus geringeren Aktivitäten auf dem Transfermarkt kommt als dies im Sommer der Fall ist. Das ganze hat daher einfach weniger mit Weitsicht zu tun, viel mehr sind es die wenigen zur Verfügung stehenden Spieler. Es gibt meistens nur wenige Spieler, die in ihren Vereinen so unglücklich sind, dass diese noch im Winter wechseln wollen. Haben die Spieler für ihren Verein schon international gespielt diese Saison, sind diese meist für andere international spielende Mannschaften ebenfalls uninteressant. Daher ist es einfach normal, dass die Transferaktivitäten in der Transferphase II weitaus geringer ausfallen als im Sommer.

Felix: Fiktion. Die verhaltenen Wintertransfers zeugen in vielen Fällen nicht von Weitsicht der Sommertransfers, sondern davon, dass bereits im Sommer viel Geld ausgegeben wurde und trotz der Notwendigkeit von Verstärkungen keine verpflichtet werden konnten, weil kein Geld mehr übrig ist (Ich blicke in deine Richtung, Christian Nerlinger). Ein weiteres Indiz für diese Behauptung ist, dass überdurchschnittlich viele Spieler in der Winterpause ihren Verein verlassen haben: Gehälter mussten gespart und Transfererlöse erzielt werden, damit manche Vereine überhaupt neue Spieler verpflichten konnten.

 

4. Nach seiner “Begnadigung” wird sich Patrick Helmes wieder zurück in die Mannschaft spielen.

Dominik: Fiktion. Zunächst einmal ist Begnadigung wirklich relativ zu sehen. Patrick Helmes darf wieder mit der ersten Mannschaft trainieren, das heißt noch lange nicht, dass er in naher Zukunft eine Chance hat, auch für diese zu spielen. Ich denke eher, dass es von Felix Magath ein taktischer Zug ist, um den Spieler nach seinem gescheiterten Wechsel nicht noch unzufriedener zu machen, als er es schon ist. Auch wenn in meinen Augen ein Spieler wie Helmes, der durchaus seine Qualitäten besitzt, dem VfL Wolfsburg im Sturm weiterhelfen könnte. Denn bis auf Mario Mandzukic sehe ich dort keinen reinen Stürmer, der das Können hat, um den VfL dahin zu bringen, wo er hinmöchte – an die internationalen Ränge.

Felix: Fakt. Felix Magath ist alles zuzutrauen, schließlich verbannte er letztes Jahr auch Hans Sarpei in die zweite Mannschaft und plötzlich spielte er im DFB-Pokal gegen den FC Bayern mit Arjen Robben als Gegenspieler. Jan Polak widerfuhr in dieser Spielzeit ein ähnliches Schicksal. Helmes ist ein ehemaliger Nationalspieler und hat sicherlich die Qualität, dem VfL Wolfsburg weiterhelfen zu können und somit seine unnötige Entscheidung, zu Beginn letzten Jahres überstürzt Leverkusen zu verlassen, nicht zu einem totalen Debakel zu machen. Ich wünsche es beiden Seiten, dass sie in eine erfolgreichere Zukunft gehen können.

 

 

Die neue, verschlankte Ausgabe des Gegenspielers startet mit 3 Widersprüchen! Es gibt also ordentlich Diskussionsstoff, der auch kommende Woche noch nicht versiegt sein wird, wenn wir den nächsten Gegenspieler veröffentlichen.

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