Der Gegenspieler: Gehört Stefan Kießling in die Nationalmannschaft?

15. November 2012Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Die dominierenden Themen der Bundesliga in Thesen zusammengefasst und kurz kommentiert: Das ist das bewährte Prinzip des Gegenspielers. Im Mittelpunkt stehen diese Woche Stefan Kießling, Mirko Slomka, Patrick Herrmann und natürlich der omnipräsente Klaus Allofs.

 

1. Klaus Allofs’ Wechsel zum VfL Wolfsburg ist für alle Beteiligten die beste Lösung

Dominik: Fakt. Das kann man wohl genau so sagen. Zunächst Bremen: Allofs hat dort in den letzten 13 Jahren mitunter sehr gute Arbeit geleistet und hatte einen großen Anteil an den erfolgreichen Bremer Jahren. Ihm gelangen großartige Transfers, wie es schon im Abschiedsbrief erläutert wurde. Allerdings hat er sich zum Ende hin immer mehr Fehlgriffe bei den Transfers geleistet und keinen Spieler mehr verpflichten können, der richtig einschlägt. Daher bekommen die Bremer nun frischen Wind auf diesem Posten. Für Wolfsburg: Der Verein bekommt wieder einen Mann, der nur auf diesem Posten eingesetzt wird und sich auf dieses Geschäft konzentrieren kann. Eine Doppelbelastung, an der möglicherweise auch Magath gescheitert ist, wird es nicht geben. Natürlich hat man mit Allofs auch einen Sportdirektor erhalten, der äußerst kompetent ist. Und für Allofs selber ist Wolfsburg nach 13 Jahren in Bremen sicherlich eine neue, spannende Herausforderung.

Felix: Fiktion. Der Wechsel eines wichtigen Funktionärs mitten in der Saison kann für niemanden eine gute Lösung sein. Besonders nicht für Werder Bremen, die einen langjährigen Mitarbeiter verlieren, der über ein Jahrzehnt gute Arbeit geleistet hat. Ein solcher Verlust ist nicht einfach aufzufangen. Dem VfL Wolfsburg muss man zwar ein Kompliment dazu machen, wie schnell der Transfer über die Bühne gegangen ist, aber man darf auch das damit verbundene Risiko nicht verschweigen: Allofs hat außerhalb von Bremen noch nie auf hohem Niveau gearbeitet oder Erfolg gehabt. Der einzige Beteiligte, für den der Wechsel eine gute Lösung ist, scheint Klaus Allofs Konto zu sein.

 

2. Stefan Kießling sollte wieder für die Nationalmannschaft nominiert werden.

Dominik: Fakt.  Er hätte es wirklich verdient und daher stimme ich der These zu. Ich halte Kießling zwar wirklich für einen technisch äußerst beschränkten Spieler, aber er trifft halt einfach sehr oft und das sollte dann auch belohnt werden. Natürlich sind mit Gomez und Klose zwei Stürmer dabei, die normalerweise gesetzt und die Nummer 1 und 2 im Sturm sind. Aber wir reden hier ja jetzt auch nur von der Nominierung und nicht von Einsatzzeiten in der Nationalmannschaft. Aber wenn es jemand verdient hätte, wieder dabei zu sein, dann der deutsche Stürmer, der im Kalenderjahr 2012 die meisten Tore erzielt hat.

Felix: Fiktion. Ich kann es nicht nachvollziehen, wie man einem technisch durchaus begabten Fußballer wie Mario Gomez vorwerfen kann, er sei zu unbeweglich und langsam für das Spiel der deutschen Mannschaft, um anschließend Stefan Kießling zu fordern. Der Mittelstürmer von Bayer Leverkusen hat seit Wochen gute Form und stolpert die meisten Bälle mühelos in das gegnerische Tor. Aber spielerisch ist er von Miro Klose und dem bereits erwähnten Gomez doch sehr weit entfernt. Die deutsche Nationalmannschaft kommt ohne Kießling sehr gut zurecht. Wenn man einen dritten Stürmer fordert, kommt vom Spielertyp eher der verletzte Patrick Helmes in Frage als der Angreifer aus Leverkusen.

 

 

3. Patrick Herrmann kann die Rolle von Marco Reus in Gladbach übernehmen.

Felix: Fiktion. Patrick Herrmann kann in Mönchengladbach eine Rolle übernehmen, aber nicht die von Marco Reus. Er würde sich gut machen in der Rolle, die Reus nicht übernehmen konnte: In der von Marko Marin. Wie Marin ist Herrmann körperlich nicht besonders stark, sondern kleiner und leichter als Reus. Daraus ergeben sich Vorteile beim Antritt und schnellen Richtungswechseln, die auch den nach Bremen abgewanderten Marin auszeichneten. Ein Ersatz für Reus kann er nicht sein, weil dessen Dynamik, Torgefahr und Schusstechnik ihn einfach eine oder zwei Klassen besser machen. Reus wirkte nach seinem Wechsel von der Außenbahn ins Zentrum als wäre er nach Hause gekommen. Herrmann scheint nach wie vor eine Notlösung zu sein.

Dominik: Fiktion. Ich halte Patrick Herrmann für einen guten Spieler, der in Gladbach auch gut aufgehoben ist und an dem man bestimmt noch viel Freude haben wird. Allerdings hat er (noch) nicht dieselbe Qualität wie Marco Reus, dieser hat einfach eine schwierig zu füllende Lücke hinterlassen. Reus Dribblings und sein Zug zum Tor sind nahezu einigartig in der Bundesliga, da kommt Herrmann nicht heran. Sicherlich hat dieser aber dafür andere Qualitäten, die er in das Gladbacher Spiel einbringen kann.

 

4. Mirko Slomka wird seinen Vertrag bei Hannover 96 nicht verlängern.

Felix: Fiktion. Das hängt in meinen Augen stark von der Entwicklung in München ab, da ich mir Mirko Slomka sehr gut als Nachfolger von Jupp Heynckes bei den Bayern vorstellen kann. Der Vorstand von 96 hat Slomka ein Ultimatum bis Weihnachten gesetzt, dann soll der neue Vertrag unterschrieben sein. Sollte sich bis dahin keine eindeutige Perspektive zur beruflichen Verbesserung aufgetan haben, wird Mirko seinen Vertrag in Hannover mit Sicherheit verlängern.

Dominik: Fiktion.  Mirko Slomka ist in meinen Augen ein sehr integerer Mann, der zu seinem Wort steht. Heißt: Wenn er sagt, dass die Vertragsunterschrift bei Hannover kurz bevor steht und nur noch Details zu klären sind, dann glaube ich ihm das auch. Daher gehe ich davon aus, dass Slomka seinen Vertrag spätestens in der Winterpause bei Hannover verlängern wird. Und das ganz unabhängig davon, ob Heynckes in München noch ein Jahr dran hängt oder nicht. Zumal ich mir Slomka auch nur ganz schwer auf der Bayern-Bank vorstellen kann und da gerne einen anderen Trainer sehen würde – von mir aus auch noch ein Jahr Jupp Heynckes.

 

Nächste Woche entscheidest Du, was gespielt wird: Schreibe deine These als Kommentar unter diesen Artikel. Beim nächsten Gegenspieler werden wir zusätzlich die interessanteste These diskutieren, die Ihr gepostet habt.

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