Der Gegenspieler: Geht Bayern als Favorit ins CL-Finale?

26. April 2012Felix> Bundesliga, > Pokale, | Der Gegenspieler

Willkommen zum Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne beziehen zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung zu diskussionswürdigen Thesen. Die beiden Gegenspieler entscheiden ob die Prognosen eintreffen werden (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die heutigen Kontrahenten sind Stephan und Dominik, die Thesen kommen in dieser Woche von Felix.

 

1. Auch mit den bereits bekannten Neuverpflichtung wird Borussia Dortmund international wiederholt keine Rolle spielen.

Dominik: Fakt. Auch wenn viele Leute sagen, dass das schlechte Abschneiden in dieser Champions League Saison an dem jungen, unerfahrenen Kader lag und dass sich das in der kommenden Saison ändern wird, so wage ich dies zu bezweifeln. Die Neuzugänge, allen voran natürlich 17-Millionen-Mann Marco Reus, reichen bis jetzt noch nicht aus, um den Kader so zu verstärken, dass man international konkurrenzfähig wird. Neben Reus ist da eigentlich auch nur noch Leonardo Bittencourt von Energie Cottbus als einzig nennenswerter Neuzugang, ebenfalls im Mittelfeld, wo mittlerweile ein großes Überangebot herrscht. Ein breiter Kader mag zwar gut sein, dennoch denke ich, dass sich das hier kontraproduktiv auswirkt und die Spieler unzufrieden werden. Jedenfalls denke ich, wird der BVB auch in der kommenden Saison international auf ganzer Linie enttäuschen.

Stephan: Fiktion. Ich denke, dass in der nächsten Saison das internationale Geschäft in den Fokus rücken wird. Meisterschaften kann man jetzt wieder; auf geht’s durch Europa – sicherlich helfen da auch Uli Hoeneß Sticheleien.
Während die Dortmunder diese Saison noch bestaunen durfte, wie die großen Jungs Fußball spielen, wird man dieses Jahr mit Sicherheit nicht so unbedarft und unausgereift antreten. Denn die Mannschaft hat sich weiterentwickelt, Erfahrung gesammelt und mit ein bisschen mehr Losglück als im letzten Jahr, ist das Achtelfinale der Champions League realistisch und ein Einzug ins Viertelfinale durchaus möglich.


2. Der 1.FC Kaiserslautern sollte mit einem anderen Trainer als Krassimir Balakov in die 2.Liga starten.

Dominik: Fakt. Ich halte zwar nichts von übereilten Trainerwechseln und bin auch einer der wenigen, die lange an Trainern festhalten würden. Dennoch halte ich Krassimir Balakov – warum auch immer – für total ungeeignet, um den 1.FC Kaiserslauter zu trainieren, geschweige denn mit ihm sofort wieder aufzusteigen. Ich habe nichts gegen ihn, aber die bisherigen Auftritte haben bei mir eben diesen Eindruck vermittelt. Lautern sollte einen neuen, richtigen Schnitt machen, um den Wiederaufstieg zu vollziehen. Mit einem Trainer, der die zweite Liga kennt und bei das Vertrauen der Fans genießt.

StephanFakt. Krassimir Balakovs Verpflichtung zum 26. Spieltag war der bekannte Griff zum Strohhalm. Balakov wurde mit Sicherheit auch wegen seiner Fähigkeiten verpflichtet, aber vor allem war es die letzte Chance für Stefan Kuntz, den Verein vor dem Abstieg zu retten – nach 16 sieglosen Spielen in Folge unter Marco Kurz musste für den Klassenerhalt eine Veränderung her.
Ein Blick auf die Tabelle verrät uns, dass das überhaupt nicht funktioniert hat. Mit fünf Niederlagen in sechs Spielen bekommt man mitunter das Gefühl, dass Krassimir Balakov nicht so recht weiß, was er mit dieser Mannschaft und in diesem Job anstellen soll. Für einen weiteren Neuanfang in Liga 2 sicherlich nicht die beste Grundlage.

 

 

3. Werder Bremen reißt das Ruder noch herum und wird Hannover von Platz 7 verdrängen.

Stephan: Fiktion. Schauen wir auf das Restprogramm: Mit drei Punkten Rückstand reist der SV Werder Bremen  nach Wolfsburg und empfängt im letzten Spiel der Saison den FC Schalke 04. Für den geht es in diesem Spiel noch um die direkte Champions League Qualifikation, die durch einen Sieg gefestigt wird. Bleibt für die Bremer also nur noch ein Sieg in Wolfsburg übrig. Könnte funktionieren – der VfL hat eh keine Lust mehr auf diese Saison.
Leider hat Hannover 96 auch noch zwei Spiele: In Leverkusen und zu Hause gegen die bereits abgestiegenen Lauterer. Auch wenn die aktuelle Formkurve nach unten zeigt, sollte für Mirko Slomka und sein Team in diesen beiden Spielen durchaus ein Punkt zu holen sein. Und der wird am Ende über Platz 7 und 8 entscheiden.

Dominik: Fiktion. Bremen liegt momentan mit drei Zählern hinter Hannover auf Platz 8, hat außerdem das leicht schlechtere Torverhältnis. Also müssen aus den letzten beiden Spielen normalerweise vier Punkte her, während Hannover kein Spiel mehr gewinnen darf. Die 96er spielen noch in Leverkusen und am letzten Spieltag zu Hause gegen die bereits abgestiegenen Lauterer – da sind für mich mindestens drei Punkte drin. Dagegen spielt Werder noch in Wolfsburg und gegen Schalke – ein deutlich schwereres Restprogramm, bei dem ich persönlich mit zwei Unentschieden rechne. Und das ist zu wenig, um Platz 7 noch zu erreichen, egal was Hannover spielt.

 

4. Bayern München geht als Favorit in das Champions League Finale gegen Chelsea.

Stephan: Fakt. Immer noch vom Finaleinzug euphorisiert lasse mich zu der Aussage hinreißen, dass Bayern München zu Hause einen grandiosen Fußball spielt. Das Pressing, die Aggressivität und der Mut eines jeden einzelnen Spielers lassen die Bayern zu Hause fast unschlagbar wirken.
Hinzu kommen die beiderseitigen Ausfälle, die ich auf neutralem Grund sicherlich als gleichwertig bezeichnen würde. Aber es ist das Champions League Finale. Im eigenen Stadion. Bedingungslose Unterstützung der Fans. Welche die Neulinge durch dieses Spiel tragen werden.
Ich lege mich fest: Bayern ist in München angekommen und den Triumph des Champion League Siegs daheim werden sie sich nicht mehr nehmen lassen wollen.

Dominik: Fakt. Zum Einen ist es ganz klar ein Vorteil für die Bayern, dass das Finale im eigenen Stadion stattfindet. Die Zuschauer werden hinter dem Team stehen, man kennt das Stadion, das bringt auf jeden Fall einen gewissen Vorsprung. Durch die Gelbsperren (bzw. Rotsperre John Terry) sind beide Teams benachteiligt, allerdings Chelsea noch ein wenig mehr, da beide Innenverteidiger fehlen. Es treffen zwei Topteams aufeinander, das ist klar. Doch Bayern ist spielerisch besser, hat in meinen Augen auch die besseren Einzelspieler. Die Chancen stehen gut, dass der begehrteste Pokal im Klubfußball endlich wieder nach Deutschland kommt.

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