Der Gegenspieler: Ist das Management der Bayern zu schlecht?

9. Februar 2012Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe des doppel-sechs.de Gegenspielers: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Stephan und Dominik, die Thesen kommen in dieser Woche von Felix. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Ein Doublesieg von Borussia Dortmund in diesem Jahr wäre keine Überraschung.

Stephan: Fakt. Borussia Dortmund kommt wie gewohnt gestärkt aus der Winterpause zurück und demonstriert mannschaftliche Geschlossenheit gepaart mit enormer Qualität in allen Mannschaftsteilen. Taktisch diszipliniert und bestens auf den Gegner eingestellt wird der BVB weiter durch die Liga marschieren. Und sollte einmal der Spaß am Fußball abhanden kommen, wird souverän 2:0wie in Nürnberg gewonnen. An dieser Stelle schon mal vor ab: Herzlichen Glückwunsch zum Double, lieber Ballsportverein Borussia.

Dominik: Fiktion. Aktuell steht Borussia Dortmund mit zwei Zählern Vorsprung vor den Bayern an der Tabellenspitze der Bundesliga, dazu konnte man sich im Viertelfinale gegen den Viertligisten wie erwartet problemlos durchsetzen und steht nun im Halbfinale. Dort sind Bayern München, Mönchengladbach und Greuther Fürth die möglichen Gegner – bei dem bisherigen Losglück könnte ein Finaleinzug ebenfalls gut möglich sein. Ich sehe sowohl in der Liga und im Pokal natürlich den FC Bayern als größten Konkurrenten um das Double. Davon mal abgesehen wäre es für mich auch ohne Bayern als Konkurrenten eine Überraschung, wenn der BVB das Double holt. Denn man selber sieht sich ja nie als Meisterschaftsanwärter, im Pokal schied man in den letzten Jahren dazu gerne mal sehr früh aus. Ebenfalls war es zweifelhaft, ob die Mannschaft die gute Leistung der Meistersaison direkt wiederholen könnte, zu mal die gegnerischen Teams nun besser vorbereitet sein müssten. Deswegen wäre ein möglicher Doublesieg von Borussia Dortmund für mich eine große Überraschung und wird meiner Meinung nach auch nicht eintreffen.

 

2. Um die Vormachtstellung in Deutschland zu halten muss der FC Bayern ein besseres Management als Nerlinger, Rummenigge und Henyckes haben.

Stephan: Fakt. Wir sehr den Bayern Uli Hoeneß im sportlichen Management fehlt, sieht man an der Tatsache, dass Christian Nerlinger für den kleinsten Kader der Bundesiga 40 Mio. Euro ausgegeben hat. Sicherlich wurde der Kader auf einzelnen Position besonders in der Defensive sehr gut verstärkt, doch fehlt gerade die Breite in der Offensive. Gepaart mit einem Trainer, der nicht mehr als „die Linie runterlaufen und dann in die Mitte“ in seinem taktischen Repertoire aufweisen kann, wirken die Bayern in dieser Saison sehr berechenbar.

Dominik: Fiktion. Man könnte fast behaupten, der Thesensteller hätte etwas gegen die drei genannten Personen. Jupp Heynckes macht seine Arbeit als Trainer sehr gut, unter ihm blühen Spieler auf, die zuletzt noch keine Rolle spielten oder in einem Leistungstief steckten. Und auch Christian Nerlinger und Karl-Heinz Rummenigge machen einen guten Job. Vor der Saison haben Presse, Fans und alle anderen geschrien, dass die Denfensive verstärkt werden muss und man hat dies dann auch getan, weil es nötig war. Die Spieler, die verpflichtet wurden, bringen dabei auch die Leistungen, die erwartet wurden. Die Vormachtstellung wurde zwar nun augenscheinlich unterbrochen bzw. angeknackst, doch wenn andere Vereine auch als amtierender Meister und Tabellenführer zu feige sind, sich selbst als Favoriten sehen, so haben diese es auch nicht verdient, Bayerns Vormachtstellung zu durchbrechen.

 

 

 

3. Kaiserslautern, Augsburg und Freiburg sind die schlechtesten Teams der Liga und werden die letzten drei Plätze unter sich ausmachen.

Dominik: Fakt. Dem muss man so wohl voll und ganz zustimmen. Bei allen drei Teams sind die Kader einfach nicht bundesligatauglich, dazu werden kämpferische Leistunge nicht belohnt oder man hat das sprichtwörtliche Pech, das man hat wenn man sowieso schon unten drin steht. Bei Kaiserslautern könnte man noch hoffen, dass die Stimmung zu Hause auf dem Betzenberg die Mannschaft zu genug Heimsiegen in der Rückrunde trägt, um den Klassenerhalt zu schaffen oder nicht in die Relegation zu müssen, doch bezweifele ich dies nach den teilweise extrem schwachen Leistungen in der Hinrunde.

Stephan: Fakt. Drei Vereine – drei Gründe für den Abstieg. Der SC Freiburg steht auf dem letzten Tabellenplatz und der Grund dafür ist eine desolate Defensivleistung in Kombination mit einer 17-Spieltage andauernden Hoffnung auf Cissé. Bleibt zu wünschen, dass dessen Abgang die mannschaftliche Geschlossenheit neu entfacht. Umgekehrte Vorzeichen finden sich beim 1.FCK wieder, die aus einer stabilen Deckung heraus arge Probleme im Offensivspiel offenbaren und Qualität in diesem Bereich vermissen lassen. Abschließend einen Satz zum FC Augsburg: Der gesamte Kader ist nicht bundesligatauglich – schade.

 

4. Die Tabellensituation von Bayer Leverkusen spiegelt das Leistungsvermögen der Mannschaft wider.

Dominik: Fakt. Bayer Leverkusen steht aktuell auf Platz 6 der Bundesliga – in meinen Augen genau das, was die Mannschaft momentan auch zu leisten im Stande ist. Der Kader verlor vor der Saison mit Arturo Vidal eine wichtige Komponente für das kreative Spiel, zudem war Renato Augusto lange Zeit verletzt. Das fand sich auch auf dem Platz wieder: War Leverkusen sonst immer für schnellen, offensiven und kreativen Fußball bekannt, so war man diese Saison mehr mit sich selbst beschäftigt und konnte nur sehr wenige Spiele wirklich souverän gewinnen. Für den Kampf um die Champions League Plätze ist das Team momentan einfach zu schlecht, um sich im Mittelfeld der Tabelle zu tummeln zu gut. Daher spielt man um die Plätze 5 – 7 und die Qualifikation für die Europa League nächste Saison.

Stephan: Fakt. Als HSV Fan bin ich realitätsferne Ansprüche gewöhnt. Da ist es auch vollkommen egal, dass man keine nennenswerten Verstärkungen, einen schmerzlichen Abgang und kleinere Verletzungssorgen aufweisen kann. Und wer gegen den FC Chelsea gewinnt sollte doch wohl auch um die Meisterschaft mitspielen können. Und wer einen noch recht jungen Trainer (vom SC Freiburg) verpflichtet und sich durch die Medien vom „Problem Ballack“ über „Problem Trainer“ zum „Trainerproblem mit Michael Ballack“ scheuchen lässt, kann von seiner Mannschaft eigentlich viel mehr erwarten, als einen Europapokalplatz.


Zunächst gab es zwei Widersprüche, schließlich endet der Gegenspieler aber mit zwei Übereinstimmungen. Sahen wir zu Beginn das Duell eines Bayernfans und eines Realisten? Oder traf ein Bayernhasser auf neutrale Objektivität? Ein nettes Rätsel bis zum nächsten Gegenspieler am kommenden Donnerstag!

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