Der Gegenspieler: Kein Kagawa, Kein Titel?

7. August 2012Stephan> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Der Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne beziehen zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung zu diskussionswürdigen Thesen. Die beiden Gegenspieler entscheiden ob die Prognosen eintreffen werden (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die heutigen Kontrahenten sind Dominik und Felix, die Thesen kommen in dieser Woche von Stephan.

 

1. Den besten Transfer der Sommerpause tätigte Bayern München mit der Verpflichtung von Matthias Sammer.

Felix: Fiktion. Die Verpflichtung von Matthias Sammer wird den FC Bayern ohne Frage Voranbringen. Er ersetzt Christian Nerlinger, der fast ausschließlich den Eindruck eines überforderten und unfähigen Praktikanten hinterließ. Sammer ist der jüngste Meistertrainer der Bundesligageschichte und ein absoluter Medienprofi, was seiner Arbeit beim Rekordmeister zu Gute kommen wird. Aber der beste Transfer der Bundesliga ist dies nicht. Spontan fallen mir der Wechsel von Marco Reus zu Borussia Dortmund ein oder Frank Arnesen, der den HSV und die Bundesliga endlich von Paolo Guerrero erlöste.

DominikFakt. Auch wenn man die Auswirkungen und Einflüsse von diesem Transfer nicht sofort erkennen kann, so ist dem Deutschen Rekordmeister hier doch ein überraschender, sinnvoller und sehr guter Coup gelungen. Die Arbeit, die Matthias Sammer beim DFB erfolgreich geleistet hat, muss ich hier nicht weiter erläutern. In jedem Fall ist es für die Bayern ein ganz großer Gewinn, wenn er diese Arbeit auch hier fortführen kann. In wie weit Sammer schon in die Transfers in dieser Periode involviert war, möchte ich nicht vermuten. Dennoch denke ich, dass er dort schon seine Hände im Spiel hatte. Auch die Einsätze der jungen Spieler Can und Weiser tragen deutlich die Handschrift Sammers. Ich bin sehr gespannt, wie diese Geschichte in München weitergeht und hoffe natürlich auf eine sehr erfolgreiche Saison.

 

2. Thorsten Fink ist nach der Hinrunde nicht mehr Trainer des Hamburger SV.

Felix: Fiktion. Es gilt nun für Thorsten Fink, der sich nicht mehr hinter dem Umbruch verstecken  kann, der letzte Saison beim HSV begann. Auch dieses Jahr wird der junge Kader wohl kaum in der oberen Tabellenhälfte zu finden sein, aber was die realistische Einschätzung des eigenen Leistungsvermögens angeht ist man in Hamburg nur wenig besser als in Köln. Fink wird mit übertriebenen Erwartungen kämpfen müssen und hat gleichzeitig zu beweisen, dass er mehr als nur eine Heißluftpumpe vor den Mikrofonen und an der Seitenlinie ist. Dennoch glaube ich nicht an eine Entlassung vor der Winterpause.

DominikFiktion. Die letzte Saison war für die Hamburger zum Vergessen und kann noch als “Findungsphase” definiert werden. Ein neuer Trainer, eine neue Mannschaft – das dauert natürlich, bis sich alles eingespielt hat, wie auch des Öfteren von Fink in den Medien erklärt wurde. Allerdings fand nun auch zu der kommenden Saison ein kleiner Umbruch statt, gestandene Profis wie Jarolim, Petric und Guerrero mussten ebenso gehen wie der letzte Saison gut aufspielende Töre. Die Neuverpflichtungen lassen sich allerdings auch sehen: Adler ist zweifelsfrei ein guter Torwart, Scharner ein gestandener Profi, Rudnevs könnte auch in der Bundesliga knipsen – dazu kam Beister zurück, der in der zweiten Liga groß aufgespielt hat. Die Frage, ob Fink nach der Hinrunde noch Trainer des HSV ist, steht und fällt mit dem Erfolg der Mannschaft – und da ich an eine erfolgreiche(re) Saison glaube, bleibt Fink auch noch nach der Hinrunde Trainer.

 

 

3. Durch den Abgang von Kagawa wird der BVB den Titel nicht verteidigen können.

DominikFiktion. Der Abgang von Kagawa wiegt sicherlich schwer, dennoch wurde die entstandene Lücke mit Reus zweifelsfrei gefüllt. Der These stimme ich allerdings nicht zu, weil der Titel nicht aufgrund Kagawas Abgang nicht verteidigt wird, sondern weil der BVB nicht zum dritten Fall in Folge Meister wird – aus Prinzip. Die Bayern haben ihren Kader in der Breite und qualitativ stark verbessert und werden sich nicht nochmal die Blöße wie in der vergangenen Saison geben. Aber nochmal zur eigentlichen These: Reus wird Kagawa gut ersetzen, vielleicht wird er nicht so häufig den tödlichen Pass spielen, dafür aber öfter den Zug zum Tor suchen. Ergo: Weniger Torvorlagen, dafür mehr Tore. Gespannt bin ich darüber hinaus, wie sich Kagawa bei Manchester United macht, bin aber sehr guter Dinge, dass er sich auch dort in den Mittelpunkt und die Herzen der Fans spielt.

Felix: Fiktion. Das ist ein schwieriges Thema: Mit der Verpflichtung von Shinji Kagawa im Sommer 2010 begann der Titelregen, der in den folgenden Jahren auf Dortmund niederprasselte. Und der bewegliche und technisch starke Japaner hatte einen nicht zu verleugnenden Anteil an den Meisterschaften und an den Pokalsiegen. Allerdings konnte der BVB mit Marco Reus einen ähnlich starken Nachfolger für den Japaner verpflichten (Sogar bevor dessen Abgang feststand). Die Trümpfe des BVB in den vergangen Jahren waren Laufstärke sowie körperliche und geistige Schnelligkeit, nur selten waren Einzelleistungen von Spitzenspielern der Grund für den Erfolg. Deshalb gewann Dortmund auch den Titel 2011, obwohl Kagawa die Rückrunde verletzt verpasste. Und deshalb ist Dortmund auch in der kommenden Saison Titelfavorit, auch ohne Kagawa.

 

4. Mike Büskens wird nach der Saison 2012/2013 neuer Trainer bei Schalke 04.

Dominik: Fakt. Interessante These, und irgendwie gar nicht mal so abwegig. Zunächst mal ist Büskens ein Schalker Urgestein, von 1992 an war er bei den Königsblauen an aktiv. Bis 2005 als Spieler, anschließend ist er die Trainer-Karriereleiter empor gestiegen. Zu Beginn Co-Trainer bei Schalke II, dann dort Cheftrainer. Anschließend kurz Interimstrainer bei den Profis, dann Co-Trainer und erneut kurzzeitig Interimstrainer. 2009 wechselt er dann zum Zweitligisten Greuther Fürth, mit denen er häufig fast aufgestiegen wäre und es nun vergangene Saison endlich geschafft hat. Und egal ob er in der kommenden Saison mit Fürth erfolgreich oder nicht abschneidet, so wird er sicherlich ein großes Thema auf Schalke sein. Huub Stevens hat nur noch bis 2013 Vertrag und kann dann den Weg für Büskens freimachen. Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass dem auch so sein wird.

Felix: Fakt. Ich persönlich würde Mike Büskens sehr gerne auf der Trainerbank bei Schalke 04 sehen. Zumal er in das aktuelle Anforderungsprofil von Wurstkönig Clemens Tönnies passt: Es wäre nicht das erste Mal, dass er Schalke trainiert. Nur das erste Mal als Cheftrainer. Eine Analyse der Faktenlage zeigt darüber hinaus, dass eine Rückkehr des „Eurofighters“ Büskens nach Gelsenkirchen nicht unwahrscheinlich ist: Huub Stevens hat bei seinen letzten Stationen selten mehr als zwei Jahre bei einem Verein verbracht. Und Büskens ist ein fähiger Trainer, der bereit ist den nächsten Schritt zu machen und immer nie verleugnet hat, dass der Posten bei Schalke sein Traumjob wäre.

 

Nächste Woche entscheidest Du, was gespielt wird: Schreibe deine These als Kommentar unter diesen Artikel. Beim nächsten Gegenspieler werden wir zusätzlich die interessanteste These diskutieren, die Ihr gepostet habt.

4 Kommentare zu “Der Gegenspieler: Kein Kagawa, Kein Titel?”

  1. MatthiasT · 9. August 2012 Antworten

    Total vertippt ^^: Werder Bremen steigt ab.

  2. MatthiasT · 9. August 2012 Antworten

    Werder Breneb steigt ab.

  3. Uwe40 · 9. August 2012 Antworten

    Marco Reus holt sich die Torjägerkanone

  4. Frank · 9. August 2012 Antworten

    Also meine These für nächste Woche ist:
    Schalke wird Meister!

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