Der Gegenspieler: Losglück für die deutschen Vereine?

20. Dezember 2012Stephan> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Nach der Champions League Auslosung stellt sich die Frage, ob alle deutschen Vereine das Viertelfinale erreichen können. Des Weiteren fragen wir uns, wie sich Jens Keller auf Schalke schlagen wird und ob Augsburg noch zu retten ist – heute mit Felix und Stephan in unserem Gegenspieler.


 

1. Jens Keller wird noch vor Saisonende wieder entlassen.

Stephan: Fakt. Sicherlich hat jeder eine zweite Chance verdient, aber auch auf Schalke wird man erkennen, dass Jens Keller ein Trainer ohne Charisma und Konzept ist – beides konnte bereits im DFB-Pokal gegen Mainz bestaunt werden. Man wäre in Gelsenkirchen also gut beraten, wenn man sich in der Winterpause schon mal nach einem richtigen Trainer umsehen würde. Denn es hat doch seine Gründe, warum der zweite Mann der „zweite“ Mann ist.

Felix: Fakt. Bei seiner ersten und bisher einzigen Station in Stuttgart versagte Keller auf ganzer Linie. Er fing ebenfalls als Interimstrainer an, wurde dann voreilig befördert und wegen nachhaltiger Erfolglosigkeiten wieder ersetzt. Dabei sagte Keller in einem Interview nach dem ersten Spiel (witziger weise ein 2:2 auf Schalke), dass Co-Trainer (er eingeschlossen) immer auf den Posten des Trainers schielen und er nun endlich am Ziel sei, in der Bundesliga. Wir haben es also mit einem intriganten Nichtskönner zu tun, der vermutlich ganz toll Hintern küssen und keine zusätzlichen Kosten verursachen kann und deswegen von Clemens Tönnies voreilig mit einer Jobgarantie ausgestattet wurde. Das Experiment scheiterte bereits beim 1:2 gegen Mainz und wird Anfang März auf Rang 13 enden.
2. Augsburg ist einfach zu schlecht für die Bundesliga und kann den Kader in der Winterpause nicht entsprechend verstärken.

Stephan: Fiktion. Bevor hier Missverständnisse aufkommen: Natürlich halte ich Augsburg für zu schlecht – davon rede ich seit Wochen. Das Gute für die Bayern ist allerdings, dass Hoffenheim dieses Jahr genau so mies ist und zusätzlich arge Probleme in der Mannschaft hat – Letzteres kann man im Abstiegskampf aber gar nicht gebrauchen. Und so entsteht für den FC Augsburg doch noch ein Fünkchen Hoffnung auf ein weiteres Jahr Bundesliga.

Felix: Fiktion. Der Augsburger Kader ist nicht zu schlecht besetzt für die Bundesliga. Der drohende Abstieg ist eng verbunden mit einem strukturellen Umbruch und furchtbaren Fehlbesetzungen auf den Posten des Trainers und des Managers. Markus Weinzierl hat es nicht geschafft, auf dem Platz sein Team so gut auf den Gegner einzustellen wie Vorgänger Jos Luhukay oder aus dem Kader eine Einheit zu formen. Manager Dieter Paula wurden wegen katastrophaler Transfers bereits nach 3 Monaten wieder in die Jugendabteilung degradiert. Auch mit guten Neuverpflichtungen, die sind widerspruchsfrei andeuten, wird es der FCA jedoch schwer haben, die verbleibenden 26-28 Punkte, die für den Klassenerhalt reichen sollten, zu sammeln.

 

 

3. Alle deutschen Vereine erreichen das Viertelfinale der Champions League.

Felix: Fiktion. Ich hege keinerlei Zweifel daran, dass Borussia Dortmund und Bayern München die im Achtelfinale anstehenden Aufgaben lösen können. Bayern München, ohnehin mit dem besten Kader der Bundesliga gesegnet, wird keinerlei Probleme mit dem FC Arsenal haben, der nur noch ein Schatten früherer Tage ist. Genauso sollte der BVB stark genug sein, um Schachtjor Donezk in zwei Spielen zumindest einmal zu besiegen, auch wenn es sehr unangenehm sein dürfte, im Februar im eisig kalten Donbass anzutreten. Mein Sorgenkind ist Schalke, die mit Galatasaray das in meinen Augen schwächste Los bekommen haben, aber mit Jens Keller voll dagegen halten können. Derzeit würde ich diese Paarung als ausgeglichen beurteilen und aus klassischem Im-Moment-ist-alles-doof-und-es-wird-nie-wieder-besser-Pessimismus dagegen halten.

Stephan: Fiktion. Auf den ersten Blick hätte es für die deutschen Vereine sicherlich schlechter laufen können, doch sehe ich maximal zwei der drei Teams im Viertelfinale. Während die Bayern mit Arsenal keine Probleme bekommen dürften, sieht es für beide Mannschaften aus dem Pott schon schlechter aus: Schalke wird auch nach der Winterpause nicht aus seiner Krise kommen und sich gegen Galatasaray äußert schwer tun, wenn nicht sogar ausscheiden. Und der BVB bekommt mit Donezk einen fiesen, abgezockten und schlecht bespielbaren Gegner zugelost, der die Borussia vor arge Probleme stellen wird.
4. Borussia Dortmund wird keinen Spieler in der Winterpause abgeben.

Felix: Fakt. Das Letzte, was sich Borussia Dortmund angesichts der weiterhin anstehenden Doppelbelastung leisten kann, ist, den ohnehin dünn besetzten Kader weiter zu verkleinern. Da der BVB sich in den letzten Jahren sehr überlegt und extrem effektiv auf dem Transfermarkt bewegt hat, schließe ich den spontanen Nachkauf von Spielern in der Winterpause aus. Und solange keine neuen Spieler kommen, wird Borussia Dortmund nicht in der Lage sein, welche abzugeben. Der Kader ist nicht furchtbar groß, und es sollen nach Möglichkeit noch 27 Spiele mit maximalem Erfolg bestritten werden.

Stephan: Fakt. Das wäre auch ziemlich bescheuert. Zu aller erst ist der Kader nicht überfüllt, sodass es keiner Verkleinerung, wie beispielsweise beim Hamburger SV, bedarf. Des Weiteren gibt es auch keinen wirtschaftlichen Grund, in der zweiten Transferperiode Spieler zu verkaufen, denn alle potentiellen Kandidaten sind mit Verträgen bis mindestens 2014 ausgestattet. Diese Tatsache hat zum Vorteil, dass man im Sommer immer noch Transfererlöse erzielen kann und zugleich einen größeren Markt für einen evtl. Ersatz vorfindet.

 

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