Der Gegenspieler: Mike Hanke bald wieder im DFB-Dress?

16. Februar 2012Dominik> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe des doppel-sechs.de Gegenspielers: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Dominik und Felix, die Thesen kommen in dieser Woche von Stephan. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Unter Thorsten Fink hat der HSV in der Bundesliga nur ein Spiel verloren und wird sich am Ende der Saison einen Europa League-Platz sichern.

Dominik: Fiktion. Auch wenn der ambitionierte Fink zu Beginn seiner Zeit beim HSV das Ziel festlegte, sich für die Europa League zu qualifizieren, so hat er es später selber eingesehen, dass dies aktuell noch nicht der Realität entspricht. Sein letzter Kommentar zum Saisonziel war es, Platz 8 zu erreichen und ich denke, dass das auch durchaus realistisch ist. Denn für einen besseren Tabellenplatz fehlt es der Mannschaft noch an Qualität und Eingespieltheit. Der Sieg am vergangenen Spieltag gegen Köln zeigt aber, dass die Mannschaft dabei ist, sich zu finden und es mit Kampf und Willen schafft, knappe Spiele “dreckig” zu gewinnen. Um noch etwas anderes aufzugreifen: Natürlich hört es sich gut an, dass Fink in der Liga erst ein Spiel verloren hat. Dem gegenüber stehen nunmal aber auch nur vier Siege, eindeutig zu wenig in der Zeit, um die eigentlichen Ziele eines Hamburger SV zu erreichen. Die Europa League wird diese Saison jedenfalls nicht mehr erreicht.

Felix: Fiktion. Zwar ist die Serie unter Thorsten Fink bisher beeindruckend, doch wird sich der schwache Saisonstart des HSV noch rächen. Die Punkte aus den Spielen unter Michael Oenning fehlen und daran kann auch ein neuer Trainer nichts ändern. Insgesamt ist der Kader zwar stark genug, um Sechster oder Siebter zu werden, dies aber nur bei einer kontinuierlichen Leistung über die gesamte Saison. Und solange Zeitreisen nicht möglich sind, ist dieser Zug abgefahren.

 

2. Mike Hanke kann sich aufgrund zuletzt starker Leistungen berechtigte Hoffnung auf einen Platz im DFB-Team machen.

Dominik: Fiktion. Hier sollte man die Kirche im Dorf lassen. Natürlich ist auch Mike Hanke einer der Gründe, warum es in Gladbach gerade so erfolgreich läuft. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass Bundestrainer Jogi Löw auch nur in Erwägung zieht, Mike Hanke wieder in die Nationalmannschaft zu berufen. Dafür gibt es im offensiven Mittelfeld bzw. als hängende Spitze zu viele, vor allem junge, Konkurrenz. Toni Kroos spielt dort gerade eine gute Rolle, aber auch Mesut Özil, Marco Reus oder Thomas Müller können auf dieser Position spielen und haben sicherlich die Nase vor Mike Hanke. Dieser sollte sich auf seine Rolle in Gladbach konzentrieren und keine Ambitionen für die Nationalelf hegen – und ich denke das macht er auch.

Felix: Fiktion. Wo wir gerade bei abgefahrenen Zügen sind: Mike Hanke hatte seine Chance in der Nationalmannschaft, er war sogar im Kader für die WM 2006 (statt Kevin Kuranyi). Seitdem hat Hanke nur noch kleine Entwicklungssprünge machen können, in Mönchengladbach profitiert er derzeit sehr von seinen Mitspielern und seiner guten Form. Man sollte nicht vergessen, dass Hanke diese Saison sehr lange Zeit ohne Torerfolg war und die meiste Zeit einfach ein durchschnittlicher Spieler mit guten Momenten ist.

 

 

 

3. Die vorzeitigen Entlassungen von Markus Babbel und Michael Skibbe zeigen, dass Michael Preetz den Aufgaben im Management nicht gewachsen ist.

Felix: Fakt. Das Handeln von Michael Preetz in Trainerfragen ist eine Bankrotterklärung, und das nicht erst seit dieser Saison. In seine Amtszeit fallen die Entlassung von Lucien Favre, die Verpflichtung und das Festhalten am chronisch erfolglosen Friedhelm Funkel sowie die Panikaktion mit Michael Skibbe, den man im Gegensatz zu Funkel viel zu früh aus dem Amt jagte. Angesichts dieser Politik und den damit einhergehenden Abfindungszahlungen wirkt es kaum überraschend, dass Hertha nicht genug Geld hat um den Kader entscheidend zu verstärken. Von Preetz witziger Transferpolitik ganz zu schweigen.

Dominik: Fakt. Bisher hielt ich Michael Preetz eigentlich für einen guten Manager und einen geeigneten Nachfolger von Dieter Hoeneß. Doch die jüngsten Entwicklungen bei der Hertha zeigen, dass ich wohl ein falsches Bild von ihm hatte. Zunächst die Qäelereien mit Markus Babbel, welche am Ende seinen Rausschmiss zur Folge hatten. Man präsentierte mit Michael Skibbe sehr schnell einen Nachfolger, von dem ich persönlich viel halte. Michael Preetz sah dies scheinbar anders, feuerte Skibbe nach fünf Niederlagen in den ersten fünf Spielen und erklärte, die Verpflichtung Skibbes sei ein Fehler gewesen. Dass Skibbe aber eine Mannschaft übernahm, die wenig Qualität besitzt und wo die besten Spieler gesperrt oder verletzt waren, schien Preetz egal zu sein. Nun geht man in das nächste Spiel mit Interimstrainer Tretschok, da man noch auf der Suche nach einem Nachfolger für den Nachfolger ist. Unter dem Strich zeigen die jüngsten Aktionen von Michael Preetz einfach, dass dieser sich selbst scheinbar überschätzt und für das Amt im Management nicht geeignet ist.

 

4. Werder Bremen wird in den nächsten Jahren kein Titelkandidat mehr sein.

Felix: Fakt. Nachdem in den Jahren 2000-2006 fast jeder Transfer von Klaus Allofs ein absoluter Volltreffer war, sieht die Quote in den Folgejahren eher mau aus: Abgesehen von weniger Lichtblicken (Özil) wurde viel Geld verbrannt ohne die Mannschaft weiterzuentwickeln. Hinzu kommt der Stadionumbau, der jeden Verein komischerweise immer mehr kostet als geplant war. Für Werder gilt es nun, die Mannschaft mit wenig Geld wieder sinnvoll zu verstärken um das Team in den kommenden 3,4 Jahren wieder an die Spitzengruppe heranzuführen. Als Dauerteilnehmer in der Champions League wird Werder Bremen in naher Zukunft nicht mehr genannt werden.

Dominik: Fakt. Die Mannschaft war seit dem Titelgewinn im Jahr 2004 in den folgenden Saisons immer ein Kandidat auf den Titel, belegte in den folgenden Spielzeiten je zweimal den zweiten und dritten Platz. Doch in der Saison 2008/2009 fand man sich mit einem Mal nur noch im Mittelmaß wieder und belegte am Ende der Saison einen enttäuschenden zehnten Platz. Zwar gelang eine Saison später wieder ein dritter Rang, doch in der vergangenen Spielzeit reichte es gerade mal zu Platz 13. Aktuell findet man sich auf dem fünften Platz wieder, doch mit bereits 13 Punkten Rückstand auf Tabellenführer Dortmund ist der Titel in weiter Ferne. Der Grund für den Abrutsch liegt für mich in einer misslungenen Transferpolitik. Abgänge wie Micoud, Diego oder Mertesacker konnten nicht ansatzweise kompensiert werden. Stattdessen verpflichtete man Spieler wie Carlos Alberto, Marko Arnautovic oder Aymen Abdennour, die allesamt nicht nur nicht überzeugen konnten, sondern krasse Fehleinkäufe waren. Da man sich scheinbar nun an frühere Zeiten erinnert und sinnvolle Transfers tätigt (Sokratis, Affolter eingekauft und Wagner, Wolf abgegeben), könnte man wieder konstant auf oberen Ligapositionen verweilen. Ein Titelaspirant ist Werder in Zukunft aber noch nicht wieder.

Ein sehr harmonischer Gegenspieler liegt hinter uns, unsere Autoren Dominik und Felix waren sich bei allen Thesen einig. Hoffen wir mal, dass dies an der jecken Jahreszeit liegt und der nächste Gegenspieler wieder etwas mehr Zündstoff und Kontroversen gibt.

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