Der Gegenspieler: Muss Bayern im Winter nachrüsten?

24. November 2011Dominik> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe vom doppel-sechs.de Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Dominik und Stephan, die Thesen kommen in dieser Woche von Felix. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Arjen Robben gegen den BVB in die Startformation zu stellen war eine schlechte Entscheidung.

Dominik: Fiktion. Es war sicherlich keine schlechte Entscheidung, den Holländer von Anfang an spielen zu lassen. Denn an ihm lag es nicht, dass die Bayern dieses Spiel verloren haben. Die komplette Mannschaft hatte keinen allzu guten Tag erwischt und hatte auch viel Pech. Robben ist hier weder positiv noch negativ hervorzuheben. Heynckes sieht, dass Robben nach seinem achtwöchigen Fehlen schnell wieder Spiel- und Wettbewerbspraxis benötigt und tut deswegen das einzig Richtige – erlässt Robben spielen.


Stephan: 
Fakt. Nach einer längeren Verletzungspause ist es gerade für kreative Offensivspieler wichtig Spielpraxis zu bekommen, um zu alter Spielstärke zurückzufinden. Niemand darf erwarten, dass Arjen Robben nach seiner Verletzung sofort mit 100% Leistung zurückkommt. Doch dies wäre im Spitzenspiel gegen den BVB notwendig gewesen, um offensiv Akzente zu setzen. So aber verpuffte Arjens Klasse gegen aggressiv verteidigende Dortmunder. Es wäre sinnvoller gewesen, ihn mit Kurzeinsätzen an seine alte Leistung heranzuführen.

 

2. Sollte Claudio Pizarro bis zur Winterpause ausfallen, wird Werder Bremen dieses Jahr kein Spiel mehr gewinnen.

Dominik: Fiktion. Noch immer gibt es keine klare Aussage, was Pizarro denn nun genau für eine Verletzung hat. Erst hieß es, er fällt die komplette restliche Hinrunde mit einem Innenbandanriss im Knie aus, dann war es nur eine Zerrung und er wäre sogar für das nächste Spiel fit. Abgesehen davon, wenn Pizarro wirklich länger ausfallen sollte, so denke ich nicht, dass Bremen dann in der Hinrunde kein Spiel mehr gewinnen wird. Auch wenn sicherlich vorne viel Qualität verloren geht, so sollte auch ohne Pizarro zumindest gegen Wolfsburg ein Sieg drin sein.


Stephan: 
Fakt. Claudio Pizarro ist für die Bremer enorm wichtig und sein Ausfall nicht gleichwertig zu ersetzen. Sein Torinstinkt und gute Torquote wird Werder Bremen fehlen – gerade unter Berücksichtigung des Restprogramms. So lauten die nächsten Gegner bis zur Winterpause VfB Stuttgart, Bayern München, VfL Wolfsburg und Schalke 04. Da all diese Mannschaften, mit Ausnahme von Wolfsburg, allgemein wenig Chancen zu lassen, wird Bremen seinen Torjäger schmerzlich vermissen und die wenigen Torchancen kaum nutzen können.

 

3. Bayer Leverkusen beweist mit der Verpflichtung von Philipp Wollscheid zum kommenden Sommer erneut große Weitsicht.

Dominik: Fakt. Ich würde es jetzt nicht unbedingt Weitsicht nennen, denn schließlich ist es nicht verborgen geblieben, dass Philipp Wollscheid ein großes Defensivtalent ist. Dennoch sorgt man mit dem Transfer für eine Verstärkung in der Innenverteidigung, die bei Leverkusen nicht optimal besetzt ist. Hier hat die Werkself den Kader nicht nur in der Breite, sondern auch qualitativ verbessert, denn ich denke, dass Wollscheid sich durchaus große Chancen auf einen Stammplatz ausrechnen darf.

Stephan: Fiktion. Philipp Wollscheid gehört sicherlich nicht zu den schlechteren Innenverteidigern der Bundesliga. Mit guten Spielen zu Beginn der Saison ließ er auf sich aufmerksam machen und sah primär gegen unterdurchschnittliche Mannschaften bzw. Gegenspieler meist sehr gut aus. Doch konnte Philipp Wollscheid gegen stärkere Teams nicht weiter überzeugen. Bayer Leverkusen holt sich einen weiteren durchschnittlichen Verteidiger, der die Defensive nicht qualitativ aufwerten kann.

 

<– Seitenwechsel –>

 

4. Durch den Wechsel zum VfL Wolfsburg im vergangenen Winter hat Patrick Helmes seine Karriere ruiniert.

Stephan: Fiktion. Nach einem guten Saisonstart mit zwei Toren im ersten Spiel hat es den Anschein, dass es für ihn bergab geht – die Suspendierung als Höhepunkt. Doch Patrick Helmes Klasse und Qualität sind unbestritten. Sollte Felix Magath dies nicht erkennen wird sich für Helmes sicherlich ein guter Verein in der Bundesliga finden. Witzige Theorie: Der Hamburger SV sichert sich im Wintertransferfenster noch eine Ablöse für Mladen Petric und nimmt den suspendierten Patrick Helmes als Nachfolger unter Vertrag.

Dominik: Fiktion. Es war nicht der Wechsel per se, sondern das anschließende, disziplinlose Verhalten von Helmes bei Wolfsburg. Der Wechsel war, wie ich finde, sogar für beide Seiten zunächst sinnvoll, Helmes hätte theoretisch mehr Einsatzzeiten bekommen, da Wolfsburg im Sturm nicht gut besetzt ist. Doch seine mangelnde Fitness und die fehlende Einsatzbereitschaft machten ihm schon von Anfang an einen Strich durch die Rechnung. Als er es sich es dann mit Felix Magath verscherzte, wurde er in die zweite Mannschaft abgeschoben. Das seine Karriere allerdings ruiniert ist, denke ich nicht. Helmes wird im Winter einen Verein finden, bei dem er sich wieder in den Vordergrund spielen kann – vielleicht als Nachfolger Podolskis in Köln?

 

5. Der Kader von Bayern München ist nicht breit genug besetzt: In der Winterpause sollten noch Spieler nachverpflichtet werden.

Stephan: Fakt. Es fehlt im Mittelfeld ganz klar an Alternativen. So hat man mit David Alaba und Takashi Usami sicherlich zwei ausbaufähige Talente in der Hinterhand, die allerdings mit internationalen Aufgaben und starken Bundesligagegner überfordert sind – auch Danijel Pranjic wird hier kaum Abhilfe schaffen. Einzigallein Tymoshchuk kann auf internationalem Parkett bestehen. Sollten die Bayern nicht nachverpflichten gegen sie ein großes Risiko ein, welches mit einem frühen Aus in der Champions League und einer hart umkämpften Meisterschaft quittiert werden könnte.

Dominik: Fiktion. Dies halte ich doch für sehr aus der Luft gegriffen. Im Tor stehen mit Butt ein erfahrener und mit Sattlmaier und Riedmüller zwei junge Talente für einen möglichen Ausfall Neuers parat. In der Defensive ist man ebenfalls gut besetzt, innen können Badstuber, Boateng und van Buyten spielen, auch Tymotschuk ist eine Option. Außen stehen Rafinha, Lahm, Alaba, Boateng und Pranjic zur Verfügung. Im Mittelfeld ist man bekannterweise bestens besetzt, sowohl qualitativ als auch in der Breite. Einzig Stürmer findet man im Kader wenige, mit Gomez, Petersen und Olic nur drei. Da Bayern aber mit nur einem festen Stürmer spielt, reicht dies aber auch vollkommen, zumal zur Not auch mal Müller vorne drin spielen kann.

 

6. Die Entwicklung von Mesut Özil und Sami Khedira beweist, dass ein Wechsel ins Ausland für Mario Götze keinesfalls zu früh käme.

Stephan: Fakt. Wie bereits formuliert kann man anhand der Entwicklung von Özil und Khedira erkennen, dass ein Wechsel im Sommer 2012 für Mario Götze nicht zu früh kommen würde. Allerdings stellt sich mir vor allem eine Frage: Warum sollte er den BVB verlassen? Mit einem tollen Trainer, einem grandiosen Umfeld und einer gut zusammengesetzten Mannschaft, die die nächsten 2-3 Jahre immer um die Meisterschaft mitspielen und International vertreten sein wird, findet Mario Götze alles, was man zur weiteren Entwicklung braucht. Also: Warum sollte er den BVB verlassen?

Dominik: Fakt. Die beiden genannten Spieler sind schon ein sehr gutes Beispiel um diese These zu bestätigen. Götze ist ein sehr guter Mittelfeldspieler, der durch seine Tempodribblings und seine Torgefährlichkeit überzeugen kann. Durch diese Stärken ist er gut für das Ausland gerüstet und ich kann mir Götze sehr gut bei Arsenal London vorstellen, wie es ja in letzter Zeit öfters zu lesen war. Allerdings: In einem richtigen Topteam der Klasse Real Madrid oder FC Barcelona scheint mir Götze momentan unrealistisch, was aber auch an der dortigen vorhandenen Qualität liegt. Durchaus eine Verstärkung wäre Götze bei Manchester United.

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