Der Gegenspieler: Pokaledition

10. Mai 2012Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zum Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne beziehen zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung zu diskussionswürdigen Thesen. Die beiden Gegenspieler entscheiden ob die Prognosen eintreffen werden (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die heutigen Kontrahenten sind Felix und Stephan, die Thesen kommen in dieser Woche von Dominik.

 

Heute gibt es vier Thesen rund um das Pokalfinale Bayern München gegen Borussia Dortmund.

 

1.Bayern wird sich nach den vier Niederlagen in Folge rächen und gegen Dortmund das Pokalfinale souverän gewinnen.

Stephan: Fakt. Fiktion. Ich weiß es nicht. Dieses Pokalfinale ist toll. Denn es bedient perfekt die alles-kann-passieren Floskel. Dortmund gewinnt den Pokal aufgrund seiner tollen Offensivqualitäten, unbedingtem Siegeswillen und einer grandiosen Serie ohne Niederlagen. Bayern holt den Pott, weil man sich eine Schmach von 5 Niederlagen in Folge gegen den BVB ersparen will, weil man im Gesamtbild über mehr Qualität im Kader verfügt und weil Dortmund irgendwann auch mal verlieren muss.
Das Blöde an solchen Spielen ist allerdings, dass man als Zuschauer mit einer hohen Erwartung in dieses Finale geht, um kurz vor Ende festzustellen, dass so ein 1:0 Sieg auch irgendwie dreckig ist.

Felix: Fiktion. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass die Bayern das Pokalfinale am Samstag gewinnen werden. Aber dass es „souverän“ gewonnen wird, halte ich für ausgeschlossen. Die beiden Bundesligapartien der beiden Teams werden auch für das Pokalfinale richtungsweisend ein. Ich erwarte ein enges Spiel, vielleicht auch wieder mit nur einem einzigen Tor. Die Differenz zwischen beiden Teams wird auf keinen Fall mehr als 1 Tor betragen, dafür sind beide Teams zu ausgeglichen. Entweder gibt es ein enges 1:0, oder als Erinnerung an 2008, ein 2:1 in der Verlängerung.

 

2. David Alaba gehört jetzt schon zu den besten drei linken Verteidigern Europas.

Stephan: Fiktion. David Alaba ist ein toller linker Verteidiger. Schnell, technisch Begabt, zweikampfstark und gut in der Spieleröffnung. Doch was passiert mit Letzterem, wenn man ihm Franck Ribéry als Anspielstation und feste Größe auf der linken Seite wegnimmt? Wie wird sich David im nächsten Jahr präsentieren? Kann er sein Stellungsspiel und seine Körpersprache verbessern? Um zu den drei besten linken Verteidigern Europas zugehören, muss man diese Fragen beantworten können – doch dies kann man bei David Alaba noch nicht.

Felix: Fiktion. Allein im seinen eigenen Team gibt es mit Boateng und Lahm zwei Spieler, welche die Rolle des linken Verteidigers besser spielen als Alaba. Alaba ist schnell, technisch stark und für sein Alter taktisch schon recht gut. Aber ihm fehlt die Ausstrahlung auf dem Platz, die er in seinem Alter noch gar nicht haben kann. Alaba ist in der Offensive sicher besser als Boateng und spielt keine ganz schlechten Flanken, aber Defensiv sind ihm allein seine Bayernkollegen weit voraus. Und hier liegt der Kernaufgabe eines Verteidigers.

 

 

3. Das Innenverteidiger-Duo Hummels/Subotic ist besser als ihr Pendant Badstuber/Boateng.

Felix: Fiktion. Ich würde die Innenverteidigung der beiden Kontrahenten auf Augenhöhe sehen. Wir finden jeweils einen spielstarken Verteidiger, der aktiv am Spielaufbau seiner Mannschaft teilnimmt. Wobei Mats Hummels noch stärker in das Spiel seiner Mannschaft einbezogen ist als Holger Badstuber beim FC Bayern. Aber gerade Badstuber hat in dieser Saison einen großen Schritt nach vorne gemacht, während Hummels in großen Spielen immer wieder mit seinen Nerven kämpfen muss und zu großen Fehlern neigt. Auch das Duell Boateng gegen Subotic sehe ich ausgeglichen – beide sind sehr Zweikampfstark. Subotic hat das bessere Kopfballspiel, ist aber sehr unbeweglich. Hier hat der auch etwas hüftsteife Boateng einen kleinen Vorsprung.

Stephan: Fiktion. Die Klasse von Hummels und Subotic ist unbestritten. Ein tolles Duo, das der Borussia zu nur 25 Gegentoren verholfen hat – der zweitbeste Wert in der Bundesliga. Nur ein Team ließ weniger Treffer zu: die Bayern. Sicherlich kann nicht nur die Anzahl der Gegentore als Gradmesser für die Qualitäten eines Innenverteidiger Duos gelten. Aber auch in Puncto Beweglichkeit und Reaktionsschnelligkeit sehen Badstuber und Boateng im Vergleich zu Hummels in vielen Situationen gleich und gegen Subotic auf jeden Fall besser aus. Dies bedeutet für mich: Knapper Sieg nach Punkten für Badstuber/Boateng.

 

4. Franck Ribéry hätte nach einer grandiosen Saison die Wahl zum Überspieler 2012 verdient.

Felix: Fakt. Frank Ribery steht, für mich etwas überraschend, im Finale unserer Wahl zum Überspieler 2012. Meiner Meinung nach hätte Marco Reus diesen Titel verdient gehabt, aber er scheiterte im Halbfinale an dem dribbelstarken Franzosen. Beide Finalgegner haben den Sieg verdient. Das gilt für Franck Ribery, der über die gesamte Saison zu den stärksten Bayernspielern gehörte, wie auch für Shinji Kagawa, der mit einer tollen Rückrunde maßgeblichen Anteil an dem Punkterekord des BVB in dieser Saison hatte.

Stephan: Fiktion. Franck Ribéry hat sicherlich eine seiner besten Saisonleistungen abrufen können und einen großen Anteil daran, dass der FC Bayern München im DFB Pokal- und Champions League Finale steht. Diese Leistung allerdings als „übermächtig“ darzustellen finde ich persönlich etwas zu viel. Denn ich denke, dass in Franck noch ein bisschen mehr steckt: ein bisschen mehr Spielwitz, ein bisschen mehr Genialität. Und dann würden die Bayern auch beide Finalspiele gewinnen und Franck wäre verdient der „Überspieler“.

 

Mehr zum Pokalfinale gibt es hier und hier.

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