Der Gegenspieler: Schafft Bayern den Startrekord?

18. Oktober 2012Stephan> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Im Gegenspieler disktutieren unsere Autoren vier Thesen, die unter der Woche aufgeworfen wurden. Sie entscheiden, ob es sich dabei um Fakten oder Fiktionen handelt und begründen Ihre Meinung. Diese Woche hat Thorsten die Thesen aufgestellt, Felix und Stephan sind die Gegenspieler.

 

1. Bayern München wird in Düsseldorf siegen und einen neuen Rekord aufstellen.

Stephan: Fakt. Auch wenn die Bayern etwas müde aus der Länderspielwoche kommen, werden sie mühelos in Düsseldorf gewinnen. Denn wie bereits die Schalker aufgezeigt haben, ist die Defensive der Fortuna mit dem Oberhaus der Bundesliga doch etwas überfordert. Bleibt nur zu hoffen, dass die Bayern nach dem 2:0 genauso arrogant und leichtsinnig werden, wie die Schalker am 6. Spieltag in Düsseldorf. Ich glaube allerdings nicht daran. Glückwunsch, Uli.

Felix: Fiktion. Acht Siege zu Beginn einer Saison hat es noch nie gegeben. Und ich lege mich fest: Das wird es auch dieses Jahr nicht geben. Sorry Jupp, aber eine aufopferungsvoll kämpfende Fortuna wird den Bayern den Weg zum Tor versperren und durch Nachlässigkeit des Gegners selbst irgendwie zu einem Tor kommen. Am Ende stehen ein 1:0 für die Gastgeber und die erste Saisonniederlage des Rekordmeisters.

 

2. Bruno Labbadia ist bis Weihnachten nicht mehr Trainer des VfB Stuttgart.

Stephan: Fakt. Normalerweise nutzt sich Bruno Labbadia viel schneller ab – siehe Brunos Zeit in Leverkusen und Hamburg. Seit 2010 ist er nun beim VfB Stuttgart engagiert, überstand dort schon zwei Rückrunden und führte die Schwaben in die Europa League. Eigentlich sollte man sich damit zufrieden geben. Doch nach dem verunglückten Saisonstart – zu gleichen Teilen dem Verletzungspech und der Lustlosigkeit geschuldet – steht Bruno in den Medien etwas in der Kritik. Und dass er weder mit Kritik noch mit den Medien umgehen kann, hat er bereits in Leverkusen und Hamburg bewiesen. Schade, Bruno. Ich habe leider keine Rückrunde für dich.

Felix: Fakt. Im Grunde prophezeien wir schon seit Monaten recht erfolglos die Demission von Bruno Labbadia. Und es gab auch schon schlimmere Negativserien in seiner Amtszeit als Trainer, etwa zum Jahreswechsel 2011/2012. Aber irgendwann muss es doch einfach funktionieren! Stuttgart hat einen sehr ausgeglichenen und intelligent zusammengestellten Kader, der sogar um den Einzug in die Championsleague mitspielen könnte. Und der sollte nicht noch länger von einem durchschnittlichen Trainer gebremst werden.

 

 

3. Greuther Fürth wird sich bald in der Bundesliga zurechtfinden und die Abstiegsplätze verlassen.

Felix: Fakt. Die Frage ist, was „bald“ bedeutet. Ich kann mir gut vorstellen, dass Greuther Fürth einen ähnlichen Weg geht, wie der FC Augsburg im vergangenen Jahr. Problematische Hinrunde, in der die Niederlagen immer unglücklicher werden und seltener am eigenen Unvermögen liegen (wie etwa das 0:1 gegen den HSV). Am Ende der Hinrunde gibt es die ersten aufeinander folgenden Spiele ohne Niederlage, im Winter kauft man noch ein oder zwei Spieler mit Bundesliganiveau und Mitte der Rückrunde kann man die Abstiegsplätze verlassen. Ob das dann am Ende auch reicht, um das Abenteuer Bundesliga um ein Jahr zu verlängern, wage ich jedoch zu bezweifeln.

Stephan: Fiktion. Sicherlich sollte man nach sieben Spieltagen noch kein abschließendes Urteil fällen. Dennoch tue ich mich schwer damit, die Fürther am 34. Spieltag nicht auf dem letzten Tabellenplatz zu sehen. In den ersten Spielen in der Bundesliga habe ich keine Entwicklung der Franken feststellen können: Defensiv bleibt man aufgrund individueller Mängel meist nicht ohne Gegentor und in der Offensive gibt es wenig bis gar keine Kreativität und Durchschlagskraft. Ich frage also: Warum sollte sich plötzlich etwas ändern, wenn sieben Spieltage nichts passiert ist?

 

4. Das 4:4 gegen Schweden ist mehr eine nette Anekdote, als ein grausiger Charakterfehler.

Felix: Fakt. Das 4:4 nach 4:0 Vorsprung ist ein Spiel, an das man sich in 5, 15 oder 20 Jahren noch erinnern wird, wenn man es gesehen hat. Kurzfristig in Erinnerung bleiben 60 Minuten vom besten Fußball, den je eine Deutsche Elf gespielt und 30 Minuten, in denen eine limitierte schwedische Mannschaft durch körperloses Spiel ihrer Gegner irgendwie zu vier Toren gekommen ist. Unterm Strich steht ein Qualifikationsspiel, das nicht verloren wurde, keinen Schaden angerichtet hat und extrem unterhaltsam war.

Stephan: Fiktion. Fiktion. Sicherlich ist es schön, dass man dieses Spiel immer wieder ausgraben kann, wenn die ARD mal nicht weiß, was sie in ihrem Länderspielvorbericht senden soll. Allerdings sollte man sich fragen, durch was diese „Anekdote“ entstanden ist. Und da sehe ich ganz klar charakterliche Schwächen und keine Führungsperson als Hauptgründe.

 

Nächste Woche entscheidest Du, was gespielt wird: Schreibe deine These als Kommentar unter diesen Artikel. Beim nächsten Gegenspieler werden wir zusätzlich die interessanteste These diskutieren, die Ihr gepostet habt.

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