Der Gegenspieler: Sind deutsche Vereine die Besten in Europa?

22. November 2012Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Heute stellen sich Stephan und Dominik im Gegenspieler den Thesen von Felix. Dabei geht es um die guten Auftritte deutscher Mannschaften in der Champions League, kriselnde Vereine aus dem Rheinland und einem fast vergessenen Ex-Nationalstürmer.

 

1. Alle deutschen Mannschaften gewinnen ihre Champions League Gruppe.

Dominik: Fakt. Das ist ganz einfach: Schalke hat es in der eigenen Hand und muss am letzten Spieltag in Montpellier gewinnen, für die es um gar nichts mehr geht. Wenn Arsenal nicht gewinnen sollte, reicht auch ein Unentschieden oder um es kurz zu sagen: Man muss nur das machen, was Arsenal in Piräus macht – und das schaffen sie. Bei den Bayern sieht das genauso aus, um aus eigener Kraft ganz sicher Gruppenerster zu bleiben reicht ein Sieg zu Hause gegen Borisov. Wenn Bayern sein Spiel gewinnt, ist auch das Ergebnis von Valencia egal, denn der direkte Vergleich spricht für die Münchener. Auch hier gehe ich von einem Gruppensieg der Bayern aus. Und die Dortmunder stehen bereits aufgrund des besseren Vergleichs mit Real Madrid als Gruppensieger fest.

Stephan: Fakt. Überraschend und beeindruckend zugleich, dass Borussia Dortmund als erste deutsche Mannschaft den Gruppensieg inne hat – in der Gruppe D; mit Real, ManCity und Ajax. Auch für die Bayern läuft alles nach Plan und man wird im letzten Heimspiel mit einem Sieg gegen Borisov den ersten Platz der Gruppe für sich beanspruchen. Und für Schalke 04 geht es im letzten Spiel nach Montpellier – zum uneinholbaren Letzten aus Frankreich. Dazu ein Fazit aus der Fankurve: Läuft!

 

2. Die Probleme von Borussia Mönchengladbach beruhen in erster Linie auf der Formschwäche von Marc-Andre ter Stegen.

Dominik: Fiktion. Klar hat ter Stegen momentan eine schwache Form und sieht das ein oder andere Mal unglücklich aus. Die Probleme von Mönchengladbach resultieren aber aus vielerlei Dingen. Zum Einen sind da immer noch die Abgänge verschiedener Stützen aus der vergangenen Saison, die durch die Neueinkäufe (noch) nicht kompensiert werden konnten. Dann fehlt den Gladbachern momentan auch einfach das Glück, welches man letzte Saison noch hatte: Spiele, die vor einem Jahr noch knapp mit 1:0 gewonnen werden konnten, gehen jetzt unentschieden aus oder werden knapp verloren. Dazu ist man in dieser Saison auch nicht mehr so heimstark wie zuletzt. Es wurden bereits zwei Heimspiele verloren, in der ganzen Saison 2011/2012 war es ein einziges. Das alles wirkt sich auch negativ auf die Form von ter Stegen aus, somit sind aber die Probleme Gladbachs eher Schuld an ter Stegens Formschwäche und nicht seine Formschwäche an Gladbachs Problemen.

Stephan: Fiktion. Die Probleme beruhen vor allem darauf, dass Gladbach wichtige Stützen der Mannschaft vor Saisonbeginn verloren hat, die die Neueinkäufe noch nicht kompensieren können. Zum Einen, weil es andere Spielertypen sind, die sich zum Anderen noch nicht mit der Gladbacher Mentalität anfreunden können. Dass Marc-Andre ter Stegen nicht an seine überragende Form der Vorsaison anknüpfen kann, kommt sicherlich erschwerend hinzu, sollte aber nicht als Hauptproblem angesehen werden.

 

 

3. Andrej Voronin wird sich bei Fortuna Düsseldorf in die Startelf zurück kämpfen.

Stephan: Fiktion. Denn die Frage ist: Warum sollte er das tun? Er identifiziert sich wenig bis gar nicht mit der Mannschaft und der Spielweise. Dummerweise sieht er sich sogar noch als besten Spieler im Kader, weshalb „zurück kämpfen“ aus seiner Sicht vollkommen unangebracht ist. Somit heißt es für Voronin also: Düsseldorf genießen und dem fiesen Winter in Russland aus dem Weg gehen.

Dominik: Fakt. Die Eskapade der vergangenen Woche hatte Voronin zunächst aus der Mannschaft geworfen und das völlig zurecht. Wenn man sich krank meldet und nicht zum Training erscheinen kann, dann hat man abends nicht in einer Discothek zu sein oder sollte sich zumindest nicht erwischen lassen. Er hat allerdings seinen Fehler eingesehen und das glaube ich ihm auch, er hat angekündigt sich wieder in die Mannschaft kämpfen zu wollen. Und da Düsseldorf einen Stürmer, der trifft, gebrauchen kann, hat er dabei auch sehr gute Chancen und wird bald auf einen Startelfeinsatz kommen.

 

4. Eine Rückkehr von Kevin Kuranyi in die Bundesliga wäre für beide Seiten eine positive Entwicklung.

Stephan: Fiktion. Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Bundesliga über Kevin freuen würde, geschweige denn, sie sich dadurch positiv entwickelt. Erschwerend hinzu kommt, dass Kuranyi seinen Vertrag bei Dynamo Moskau bis 2015 verlängert hat. Und das bestimmt nicht, weil der hausgemachte Borschtsch des Platzwarts so lecker schmeckt. Bleibt also die Frage, welcher Verein einen 10-Tore-pro-Saison-Kevin braucht und sich diesen finanziell leisten kann. Antwort: Keiner.

Dominik: Fiktion. Ich denke, Kuranyi ist in Moskau sehr gut aufgehoben und das meine ich überhaupt nicht negativ. Dort genießt er eine Wertschätzung, die er in der Bundesliga wahrscheinlich nie mehr bekommen wird aufgrund der Vorfälle in der Nationalmannschaft. Auch für die Bundesliga wäre das keine positive Entwicklung, Kuranyi ist zwar ein guter Spieler, aber nicht (mehr) von weltklasseformat. Da sollten die Vereine weiterhin die Richtung bei den Transfers mit der Mischung aus jungen Talenten und gestandenen Profis beibehalten und keine “alternden” Stars in die Bundesliga holen.

 

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