Der Gegenspieler: Traurige Einzelschicksale

9. September 2013Stephan> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Traurige Einzelschicksale bestimmen diese Woche den Gegenspieler: Warum darf Stefan nie mit der Nationalmannschaft spielen und was wäre der VfB ohne Bruno gewesen –  wahrscheinlich besser.

Im Gegenspieler stellen wir unseren Autoren vier Fragen zu aktuellen Themen, die unsere beiden Gegenspieler unabhängig voneinander beantworten. Das Aufeinandertreffen der beiden gibt’s dann hier… im Artikel.

 

 

1. Ist Max Kruse für die Nationalmannschaft eine bessere Wahl als Stefan Kießling?

Dominik: JA. Nicht, weil ich Max Kruse besser finde als Stefan Kießling, das tue ich gar nicht. Der Leverkusener hätte es meiner Meinung nach verdient gehabt, Teil des aktuellen Kaders der Nationalelf zu sein. Dennoch – im Hinblick auf die WM 2014 – halte ich den Neu-Gladbacher für die bessere Wahl. Er ist jünger und ein anderer Spieler bzw. Stürmertyp als Klose, Gomez oder eben Kießling. Kruse ist in der Offensive flexibel einsetzbar, egal ob im Sturmzentrum, auf den Flügeln oder auch als hängende Spitze. Daher sehe ich die Entscheidung, auf Kruse statt Kießling zu setzen, nicht nur mit negativen Gefühlen.

StephanJA. Wir alle wissen, dass Stefan unter Jogi Löw keine Chance haben wird und das ist auch in Ordnung. Stefan Kießling ist ein toller Stürmer für die Bundesliga, doch sobald seine Gegenspieler internationales Format erreichen, kommt der Stürmer aus Leverkusen an seine Leistungsgrenze. Das ist bei Max Kruse sicherlich auch so, doch spricht sein Alter und die mögliche Entwicklung klar für ihn. Ein weiterer Pluspunkt für ihn: Stefan Kießling nicht in die Nationalmannschaft zu berufen, scheint ein lustiger Zeitvertreib von Jogi geworden zu sein.

 

2. Hat Bruno Labbadia einer besseren sportlichen Entwicklung beim VfB Stuttgart im Weg gestanden?

DominikJA. Man hätte in den letzten Jahren auf jeden Fall mehr aus dem vorhandenen Spielermaterial herausholen können. Der Kader war qualitativ immer für die Europa League Plätze vorhanden, daher muss es andere Gründe haben, dass der sportliche Erfolg und Labbadia größtenteils ausblieb. In vielen Spielen hat man gesehen, dass die Mannschaft taktisch nicht immer gut eingestellt war und auch einige Entscheidungen in der Aufstellung waren zumindest ein wenig fragwürdig. So kann man ihm also zumindest eine Mitschuld geben an dem ausgebliebenen Erfolg der Stuttgarter.

Stephan: JA. Doch dabei dürfen wir nicht vergessen, woher der VfB kam. Nach Markus Babbel, Christian Gross und Jens Keller war es fast schon eine Erlösung mit Bruno einen Trainer zu haben, der sich gescheit kleiden kann. Auch fußballerisch war das nicht schlecht; zumindest im Vergleich zu Jens Keller. Aber irgendwie schien sich unser Bruno in der letzten Spielzeit verrannt zu haben; er hielt zu lange an Dingen fest, die nicht funktionierten. Und diese baute er dann zum Saisonstart weiter aus. Vielleicht wollte Fredi ihm noch eine Chance geben, vielleicht gab es keine Alternativen, aber eine Entlassung im Jahr 2012 wäre auch vollkommen gerechtfertigt gewesen und hätte den VfB sicher in die Europa League geführt.

 

3. Sind die Bayernprofis noch ehrgeizig genug, um erneut 3 Titel zu gewinnen?

Dominik: JA. Ich denke, dass man auch nach einem Triple immer noch gewillt ist, weitere Titel im folgenden Jahr zu gewinnen. Viele Personen versuchen die letzten Spiele der Bayern schlecht zu reden, aber auch wenn spielerisch sicherlich noch Luft nach oben war, so stehen doch zehn Punkte aus vier Spielen und ein lockeres Weiterkommen im DFB-Pokal zu buche. Ich denke nicht, dass die Bayern auch in dieser Saison die drei Titel holen werden, dafür ist die Wahrscheinlichkeit zu gering. Aber das wird nicht daran liegen, dass de Spieler nicht ehrgeizig genug waren.

StephanNEIN. Wenn du in deinem Leben schon 10x die Meisterschaft und 8x den Pokal gewonnen hast, dann fällt es dem einen oder anderen sicherlich schwer, sich nach einer perfekten Saison noch mal aufzuraffen. Dummerweise kommt hinzu, dass man in Peps „neuem“ System keine Spieler gebrauchen kann, denen es schwer fällt sich zu motivieren. Vielleicht verstehen einige im Kader auch nicht, warum man jetzt alles anders machen muss und so reihen sich Missverständnis und Lustlosigkeit aneinander, die dafür sorgen werden, dass man eben nicht erneut 3 Titel gewinnt.

 

4. Ist Borussia Dortmund nach dem überragenden Saisonstart nun Favorit auf die deutsche Meisterschaft?

Dominik: NEIN. Es sprechen so viele Gründe dagegen, Dortmund als Favoriten auf die deutsche Meisterschaft zu sehen. Erstens sind gerade mal vier Spieltage vergangen, zweitens hat Dortmund nur zwei Punkte Vorsprung auf die Bayern und drei auf Leverkusen. Drittens war bis auf das Spiel in Augsburg eigentlich keins so richtig überzeugend, was man auch an den knappen Ergebnissen sieht. Des Weiteren war die DFL mit dem Auftaktprogramm der Dortmunder (ebenso mit dem der Bayern) sehr gnädig, so dass diese Spiele gegen deutlich schwächere Teams noch kein Maßstab sind.

StephanJA. Wer gegen Augsburg, Braunschweig, Bremen und Frankfurt gewinnt ist quasi schon Meister. Besonders die überragenden Leistungen gegen Eintracht und Eintracht lassen nur einen Schluss zu: diese Frage ist bescheuert. Schließlich ist Schalke 04 nach dem miserablen Saisonstart ja nun auch nicht Favorit auf einen Abstiegsplatz. Obwohl davon sicherlich alle Borussen ihren Enkeln noch erzählen werden: Damals, als man am vierten Spieltag Meister war und Schalke abstieg.

1 comment zu “Der Gegenspieler: Traurige Einzelschicksale”

  1. Fu Shan · 12. September 2013 Antworten

    “Besonders die überragenden Leistungen gegen Eintracht und Eintracht lassen nur einen Schluss zu: diese Frage ist bescheuert. ”

    Daumen hoch!

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