Der Gegenspieler: Überall Probleme!

9. Oktober 2013Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Unsere Gegenspieler können überall Probleme erkennen und schauen gründlich nach, ob diese in der Realität oder nur in unseren Köpfen existieren. Die Antworten von Dominik und Felix könnten kaum unterschiedlicher ausfallen.

Im Gegenspieler stellen wir unseren Autoren vier Fragen zu aktuellen Themen, die unsere beiden Gegenspieler unabhängig voneinander beantworten. Das Aufeinandertreffen der beiden gibt’s dann hier… im Artikel.

 

 

1. Hat Schalke 04 ein Mentalitäsproblem?

Dominik: NEIN. Schalke hat vor allem das Problem, dass sie ihre Bundesligaspiele nicht gewinnen. In der Champions League gab es zwei souveräne Auftritte und die Maximalausbeute von sechs Punkten – und das mit dem nötigen Einsatz und Willen. Im Pokal hat man zwar nicht geglänzt, aber auch hier souverän weitergekommen. Die Suspendierung von Jones ist in meinen Augen eher ein Bauernopfer. Irgendjemand wurde gesucht, den man für das unbefriedigende Ergebnis in Hoffenheim verantwortlich machen konnte – und das war dann eben Bad Boy Jones. Aber ein Mentalitäts- oder Kopfproblem sehe ich bei den Schalkern nicht.

Felix: JA. Wenn man in der Champions League ungeschlagen ist, aber in der Liga nur auf einem zweistelligen Tabellenplatz steht und sich im Pokal gegen unterklassige Gegner weiterarbeiten muss, kann die Ursache dafür wohl kaum in der technischen Unfähigkeit der Spieler liegen. Zu viele Akteure der Königsblauen lassen in scheinbar unwichtigen Spielen stark nach, wirken lustlos oder unterschätzen schwächere Gegner sträflich. Ein Fakt, der schon mehrfach von uns thematisiert wurde.

 

2. Hat Jürgen Klopp ein Temperamentsproblem?

Dominik: GEIL. Äh, ich meine natürlich JA. Dass Klopp während des Spiels oftmals nicht mehr alle auf den Leisten hat, dürfte jeder bestätigen, der nicht gerade eine schwarzgelbe Brille trägt. Bestes Beispiel ist natürlich sein Ausraster im Auftaktspiel in der Champions League. Ob berechtigt oder nicht, so regt man sich nicht auf und so verhält man sich nicht gegenüber den Schiedsrichtern. Und da dies nunmal nicht das erste mal war, sondern gefühlt jedes zweite Spiel vorkommt, muss man diese Frage positiv beantworten.

Felix: NEIN. Es ist kaum zu fassen, welches mediale Echo Jürgen Klopp auslöste, nur weil er einen Portugiesen angeschrien hat. Der Borussentrainer war erbost über das harte Spiel des Gegners und die in seinen Augen tatenlosen Offiziellen. In diesem Moment kam Verzweiflung, Unzufriedenheit und Sorge um die Gesundheit der eigenen Spieler zusammen. Ein kleiner Wutanfall kann jedem passieren und ist kein spezielles Problem eines einzelnen Menschen.

 

3. Hat Eintracht Braunschweig ein Trainerproblem?

DominikNEIN. Der Trainer kann nicht viel machen, wenn die Qualität in der Mannschaft einfach nicht bundesligatauglich ist. Die Spieler in Braunschweig haben gutes Zweitliganiveau, aber für die Bundesliga reicht es bis auf ein, zwei Ausnahmen absolut nicht. Lieberknecht holt aus der Mannschaft das raus, was möglich ist. Und das ist nicht mehr als Platz 18, denn selbst Spiele, in denen man ordentlich spielt, gehen 0:4 verloren.

Felix: NEIN. Die Spieler von Eintracht Braunschweig haben einige Wochen gebraucht, um sich an Niveau und Tempo in Deutschlands höchster Spielklasse zu gewöhnen – schließlich hatte es vorher keinen von ihnen zum Stammspieler in der Bundesliga geschafft. Trainer Lieberknecht hatte seine Mannschaft in einigen Spielen taktisch gut auf den Gegner eingestellt, letztlich scheiterten die Löwen aber daran, dass sie technisch nicht mit ihren Kontrahenten mithalten konnten. In meinen Augen kann vorerst nur Wettkampfpraxis auf höchstem Niveau die Braunschweiger konkurrenzfähig machen – und kein Trainerwechsel.

 

4. Hat Mainz 05 ein Qualitätsproblem?

Dominik: JA. Nach den zahlreichen Abgängen von Stammspielern hat man es nicht geschafft, diese gleichwertig zu ersetzen und zahlt nun trotz gutem Saisonstarts die Rechnung dafür. Szalai, Risse, Caligiuri, Kirchhoff und Ivanschitz waren allesamt letzte Saison in der ersten Elf vertreten und gerade der Abgang des ehemaligen Kapitäns Ivanschitz wiegt sehr schwer. Die Zugänge sind zwar bekannt, aber können den Qualitätsverlust nicht kompensieren. Hier muss in der Winterpause nachgebessert werden, eventuell ist der bereits feststehende Wechsel von Todor Nedelev bereits der richtige Schritt.

Felix: NEIN. Der Kader von Mainz 05 ist nicht schlechter besetzt als im Vorjahr. Spieler, die dem Team nicht mehr weiterhelfen konnten (Ivanschitz, Caligiuri, Risse, Zabavnik) oder wollten (Szalai, Kirchhoff) wurden aussortiert und durch hungrige, junge Spieler ersetzt. Sicherlich ging mit Szalai im Sturm und Kirchhoff vor der Abwehr enorme Qualität verloren, durch Spieler wie Park und Okazaki sorgen im Gegenzug für einen großen Schritt nach vorn auf den Außenbahnen. Letztlich hat Mainz ein Team, mit dem der Klassenerhalt kein Problem sein und ein Platz im gesicherten Mittelfeld drin sein sollte.

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