Der Gegenspieler: Vizemeister und Timo Hildebrand

27. Oktober 2011Dominik> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe vom doppel-sechs.de Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Dominik und Felix, die Thesen kommen in dieser Woche von Stephan. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Sollte Borussia Dortmund in der Gruppenphase der Champions League ausscheiden, werden sie sich einen packenden Titelkampf mit Bayern München liefern.

Dominik: Fiktion. Egal ob Dortmund die Gruppenphase der Champions League übersteht oder nicht, einen packenden Titelkampf wird es in dieser Saison nicht geben. Zwar traue ich dem amtierenden deutschen Meister am Ende den zweiten Tabellenplatz zu, aber bis zu den Bayern an der Spitze wird es punktemäßig eine größere Lücke geben. Dahinter wird es sicherlich spannend, wer auf die Champions- und Europa League Plätze kommt. Aber an der Spitze setzt sich dieses Jahr Bayern ganz souverän durch und wird frühzeitig Meister.

Felix: Fakt. Obwohl ich nicht glaube, dass die Spiele in der Championsleague die Leistungen des BVB in der Bundesliga schmälern sehe ich das Dortmunder Team in der Lage, mit den Bayern zu konkurrieren. Im letzten Jahr spielte Dortmund trotz 8 Spielen in der Europaleague eine tolle Hinrunde, da werden 6 Championsleaguespiele nicht übermäßig hemmen. Aber das die Dortmunder trotz des Ausfalls von Welttorjäger Lucas Barrios nur 3 Punkte hinter den Bayern stehen zeigt deutlich, welches Potential in der Mannschaft steckt.

 

2. Robin Dutt ist am Ende der Saison 2011/2012 nicht mehr Trainer von Bayer Leverkusen.

Dominik: Fiktion. Auch wenn es bei der Werkself diese Saison noch nicht so richtig läuft: Pokalaus in der ersten Runde gegen Dynamo Dresden und in der Liga nur auf Platz 9. In der Champions League dagegen zeigt die Mannschaft zumindest ansatzweise, was sie kann und steht dort mit vier Punkten Abstand nach hinten auf dem zweiten Platz. Robin Dutt wirkt zwar manchmal hilflos und sucht nach Ausreden, doch denke ich, dass er sich in der Liga mit der Mannschaft noch nach oben arbeiten und die internationalen Plätze erreichen kann. Deshalb glaube ich fest an einen Verbleib von Robin Dutt bei Bayer über die Saison hinaus.

Felix: Fakt.   Trotz durchaus guter Ergebnisse in der Champions League und einigen guten Auftritten in der Bundesliga schafft es Robin Dutt nicht aus der Kritik der Medien zu verschwinden. Zudem wird er in den Zeitungen als weinerlich dargestellt, was kein gutes Zeichen für seine Zukunft darstellt. Sollte Leverkusen nicht wiederholt in die Championsleague einziehen oder dort mindestens das Viertelfinale erreichen, wird Dutt als Trainer nicht mehr zu halten sein. Nicht, weil ihm die nötige Sachkenntnis fehlen würde, sondern weil die Medienlandschaft ihm nicht freundlich gesinnt zu sein scheint.

 

3. Für Schalke 04 ist in dieser Saison die Vizemeisterschaft ein realistisches Ziel.

Dominik: Fakt. Ich weiß nicht, wie sie es schaffen, aber sie schaffen es. Was ich meine? Sich fast immer irgendwie oben in der Tabelle festzusetzen. Und auch aktuell steht die Mannschaft wieder auf dem dritten Platz, und das für mich mit einer Mannschaft, die vom Kader her da oben nur wenig zu suchen hat. Bis auf den Sturm sind die anderen Mannschaftsteile kein hohes Bundesliganiveau. Dennoch denke ich, dass die Königsblauen es auch diese Saison schaffen werden, sich nach oben zu mogeln und am Ende um die Plätze 2 – 4 kämpfen werden.

Felix: Fiktion. Die Mannschaft von Schalke 04 verfügt neben den Bayern über die beste Offensive der Bundesliga: Farfan, Raul und Huntelaar bieten eine Klasse, die nur wenige andere Vereine ihr eigen nennen können. Allerdings macht mir die Defensivabteilung des Teams große Sorgen: Christoph Metzelder wirkt zu langsam im Kopf und in den Beinen um noch auf hohem Niveau mitspielen zu können und sowohl bei Matip als auch bei Papadopoulos bin ich mir nicht sicher, ob sie in ihrem jungen Alter bereits eine ganze Saison über Topleistungen bringen können. Hinzu kommt die Position des Torwarts, die auch ohne die Verletzung von Ralf Fährmann nicht gut genug besetzt wäre um ganz oben mithalten zu können.

 

Einen solch furiosen Auftakt hatten wir noch nie: 3 Widersprüche bei 3 Thesen lassen vor dem Seitenwechsel eine kontroverse Diskussion beginnen…

 

4. Timo Hildebrand wird sich in Gelsenkirchen nicht durchsetzen und kein Spiel für Schalke bestreiten.

Felix: Fiktion.  Lars Unnerstall hat bisher in drei Pflichtspielen, die er von Beginn an bestritten hat, zu Null spielen können. Dennoch werden die Offiziellen den jungen Torwart bereits mehrfach nach seinen Trainingsleistungen beurteilt haben bevor die Entscheidung fiel, Timo Hildebrand zu verpflichten. Auf Dauer muss man erwarten, dass die jetzigen Leistungen von Unnerstall auf gute Form zurückzuführen sind und Timo Hildebrand seinen Weg ins Tor der Knappen finden wird. Ihn als Reservespieler zu verpflichten würde wenig Sinn machen: Mit Mathias Schober haben die Schalker noch einen weiteren erfahrenen Torwart in der Hinterhand.

Dominik: Fakt. Diesen Transfer kann ich nicht verstehen. Nicht, weil Hildebrand ich für einen schlechten Torwart halte, das tue ich nicht. Sondern weil man mit Lars Unnerstall einen talentierten, jungen und in Mathias Schober einen erfahrenen und gestandenen Torhüter in seinen Reihen hat. Wie man in den ersten Spielen nach Fährmanns Verletzung sehen konnte, setzt man bei Schalke auf Lars Unnerstall. Als Back Up wäre dann Schober da, deshalb halte ich die Verpflichtung von Hildebrand für überflüssig und denke, dass er bei Schalkes Profimannschaft zu keinem Einsatz kommen wird.


5. Der SC Freiburg muss als Abstiegskandidat Nummer 1 gehandelt werden.

Felix: Fiktion. Zwar steht der Sportclub nach 10 Spielen auf dem letzten Tabellenplatz, dennoch benötigte es auch viel Pech um dort zu landen. Außerdem gibt es Bundesligisten, deren Kader schwächer besetzt ist als der des SC Freiburg (etwa Augsburg und Kaiserslautern). Darüber hinaus sollte die Klasse von Papiss Cisse alleine ausreichen, um die Freiburger bis zum letzten Spieltag eine Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Das Team von Markus Sorg gehört zweifellos zu jenen, die stark gefährdet sind, aber auf gar keinen Fall sind sie der Topkandidat auf den Abstieg.

Dominik: Fakt. Leider ist dem so. Freiburg ist mir eigentlich eine sympathische Mannschaft, aber in dieser Saison leider im Kader qualitativ zu schlecht besetzt, um in der Bundesliga Schritt halten zu können. Mit Augsburg, Mainz und Kaiserslautern werden sich die Breisgauer messen müssen, um die Klasse zu halten. Doch denke ich, dass es für Freiburg am Ende nicht reichen wird.


6. Mit etwas mehr Konstanz in seinen Auftritten könnte der 1.FC Köln in den Europapokal einziehen.

Felix: Fiktion.  Dies ist eine interessante These. Sollten die Kölner ihre Serie fortsetzen und jedes zweite Spiel gewinnen würden sie noch 12×3, also 36 Punkte sammeln. Hinzu kommen die 13 die momentan auf dem Konto der Kölner stehen. Also 49 Punkte. In sehr schwachen Jahren könnte dies für Platz 7 reichen, und wenn einer der ersten Sechs den DFB-Pokal gewinnt, stehen die Kölner im internationalen Geschäft. Ich denke aber, dass es den Domstädtern in der Breite des Kaders an Qualität fehlt um sich ernsthafte Gedanken bezüglich der Europaleague zu machen, zumal durch das Aus im DFB-Pokal der einfachste Weg dorthin bereits beendet ist. Wenn der FC am Saisonende einen einstelligen Tabellenplatz belegen kann, wäre dies Erfolg genug.

Dominik: Fiktion. Auch wenn es ab und an gute Auftritte der Kölner Mannschaft gibt, wie etwa das Spiel gegen Hannover 96, so kann und darf man den Effzeh als neutraler Beobachter in naher Zukunft nicht mit dem Europapokal in Verbindung bringen – das machen die Verantwortlichen schon oft genug. Dafür gibt es momentan einfach noch viel zu viele Spiele, in der die Mannschaft keinen Einsatz zeigt und sich komplett aufgibt – die Spiele gegen Dortmund und die Hertha sind hier als Beispiel zu nennen. Man sollte erstmal auf Dauer Ruhe in den Verein bringen, dann kann man für die Zukunft auch realistische Ambitionen für höhere Plätze in der Tabelle haben.

 

5 Widersprüche sind neue Rekord beim Gegenspieler! Trotz kreativer Argumentationen reichte die Fantasie unserer Autoren allerdings nicht dafür aus, den 1.FC Köln mit dem Europapokal in Verbindung zu bringen. Nach diesem Schlagabtausch hoffen wir, dass ihr auch nächste Woche wieder reinschaut.

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