Der Gegenspieler: Was läuft falsch beim Meister?

14. Dezember 2012Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

In den letzten Jahren spazierte der BVB mit Leichtigkeit durch die Bundesliga. Das hat sich geändert: Es läuft beim Doublesieger nicht mehr so rund wie in den letzten Jahren. Was läuft in dieser Saison anders? Zudem geht es um Trainerwechsel, Abstiegskampf und die Zukunft von Huub Stevens. Dabei ist Denis das erste Mal Gast in unserem Gegenspieler.


 

1. Borussia Dortmund verliert zu viele Punkte, weil sie versuchen, Ergebnisse zu verwalten und daran scheitern.

StephanFakt. Der BVB ist mit Vollgas-Fußball Meister und Double Sieger geworden; arges Gegenpressing, schnelles Umschaltspiel und wilde Außenverteidiger machten den BVB die letzten 2 Jahre so erfolgreich. Man hatte ein Ziel: National über alles hinweg rollen, was sich einem in den Weg stellt. Nun muss man allerdings feststellen, dass dieses System harkt, wenn man zwei Ziele – das Achtelfinale der Champions League erreichen und National alles wegfegen – mit dieser Mannschaft realisieren will. Denn Jürgen Klopp hat es in der letzten Saison nicht verstanden, seine Spieler dahingehend zu entwickeln und in der Sommerpause verpasste es Michael Zorc, den Kader in der Breite mit Qualität und Erfahrung aufzuwerten.

Denis: Fakt. Der Anspruch in Dortmund ist in den letzten beiden Jahren sehr gestiegen. 2010 beendete man die Hinrunde noch mit 14 Punkten vor dem FCB,  im letzten Jahr spielte man eine wahnsinnige Rückrunde. Diese Saison soll nun der Durchbruch im internationalen Bereich erfolgen und dies geschieht zu Lasten der Meisterschaft. Nach 2- oder sogar nach 1-Tor-Führungen wird im Team stillschweigend beschlossen „Das reicht, wir sind eh zu gut für die Anderen“. Dies trifft nicht in jedem Spiel der Saison zu, doch sobald Dortmund von ihrer Linie abweicht gehen die Punkte verloren. Das der BVB unzufrieden ist lässt sich an den vermehrten Wutausbrüchen von Jürgen Klopp an der Seitenlinie in den letzten 20 Minuten eines Spiels belegen. Ein Spiel hat 90 Minuten. BVB ist eben nicht der FC Bayern und hat keine zweite Elf  die Meister werden kann.

 
2. Huub Stevens wird die Saison als Schalketrainer nicht überstehen.

StephanFiktion. Denn Mike Büskens wird die Saison mit Fürth aus Anstand zu ende bringen wollen. Und so viel muss sich Huub Stevens auch nicht vorwerfen lassen: In der Champions League scheitert man im Viertelfinale an einem wirklich guten Gegner, in der Bundesliga wird man auf letzter Rille Vierter und im DFB-Pokal reicht es für’s Halbfinale, in dem man dann unglücklich im Elfmeterschießen verliert. Nur die Tatsache, dass sich die Mannschaft unter Huub gar nicht weiterentwickelt, wirft kein so gutes Bild auf den liebenswürdigen Holländer.

Denis: Fiktion. In der Sommerpause versuchte das Management mitsamt Trainer einen Umbruch im Team herbeizuführen. Angesichts der Abgänge von Spieler wie Raul sollte in der aktuellen Saison niemand große Erwartungen haben, und dass es doch eine ansehnliche Bilanz gibt, ist dem Trainer zu zuschreiben. Nicht nur, dass der für die Fans wichtige Derbysieg beim deutschen Meister eingefahren wurde, sondern auch das Überwintern als Gruppensieger in der Champions League ist ein Ausdruck der Spielweise, die durch Stevens vermittelt wird. Schalke wird nicht noch einmal einen erfolgreichen Trainer entlassen, wie es etwa bei Mirko Slomka der Fall war. Deswegen wird Huub Stevens den S04 am Ende der Saison auf Platz 3 führen.

 

 

3. Der Verlierer des Duells Fürth gegen Augsburg am 17.Spieltag steigt ab.

Denis: Fakt. Die Saison ist für beide Teams sehr ähnlich verlaufen, sie stehen mit 8 Punkten auf den Abstiegsplätzen. Der Sieger dieser Partie kann zum Ende der Hinrunde den Anschluss zum Relegationsplatz (Hoffenheim, 12 Punkte) herstellen, solange der BVB bei seinem Angstgegner keine Punkte lässt. Der Verlierer jedoch hat meiner Meinung nach keine Chance mehr das rettende Ufer zu erreichen. Dafür sind beide Mannschaft in der Offensive zu harmlos und in der Defensive viel zu anfällig. Sogar die Spiele gegen vermeintliche direkte Konkurrenten gehen alle zumeist deutlich zu Gunsten der Gegner aus. Beide wandeln auf den Spuren von Tasmania Berlin und werden deshalb gemeinschaftlich den Gang in die 2. Liga antreten müssen.

StephanFakt. Und jetzt kommt das Verrückte: der Gewinner auch! Es tut mir für die beiden Mannschaften Leid, die sicherlich in ihrer Region arg beliebt sind und geschätzt werden. Allerdings fehlt den beiden Teams einfach die Qualität. Und wenn wir mal ehrlich sind, verliert die Bundesliga ohne die Beiden auch nicht an Reiz.

 
4. Es wird in der Winterpause mindestens einen Trainerwechsel geben.

Denis: Fiktion. Wer ist oder war denn überhaupt gefährdet? Die Trainer aus Stuttgart und Hamburg haben mit dem Anschluss an die CL-Ränge wohl ein sehr friedliches Weihnachtsfest vor der Brust. In Hoffenheim wurde gerade erst der Trainer gewechselt und in Wolfsburg sind auch Veränderungen vollzogen worden. Norbert Meier steht mit seiner Fortuna auch mehr als im Soll und darf deshalb die freien Tage genießen. Ungemütlicher jedoch könnte es für Dieter Hecking und für Thomas Schaaf werden. Aber auch hier wird kein Trainerwechsel stattfinden, denn die beiden Vereine stehen für Konstanz. Da jeder Spieltag in der Bundesliga für die beiden Kellerkinder Fürth und Augsburg wie Weihnachten ist, ist dort auch mit keinem Wechsel zu rechnen. Die anderen Trainer sitzen derzeit zu fest im Sattel und deswegen wird es in der Pause sehr ruhig sein.

StephanFakt. Den ersten Wechsel in der Winterpause gibt es in Hoffenheim, weil man endlich mal wieder einen richtigen Trainer haben möchte. Mit Markus Babbel hatte man jemanden, bei dem man nie wusste, ob er nun ruhig und sachlich arbeitet oder ob ihm alles egal ist. Und Frank Kramer….versprüht für mich den Charme eines durchschnittlichen Zweitligacoachs. In Augsburg hingegen hat Markus Weinzierl das Problem, dass sich zu beginn ein paar Leistungsträger verletzten und er jetzt mit ihnen auch nicht besser ist – acht Punkte aus 16 Spielen ist richtig schlecht. Wie wäre es mit Markus Babbel?

 

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