Der Gegenspieler: Wird Robin Dutt die Rückrunde überstehen?

19. Januar 2012Felix> Bundesliga, | Der Gegenspieler

Willkommen zur neuen Ausgabe vom doppel-sechs.de Gegenspieler: In dieser wöchentlichen Kolumne werden wir zwei unserer Autoren unabhängig voneinander Stellung beziehen lassen zu Thesen, die uns diskussionswürdig erscheinen. Die beiden Gegenspieler entscheiden unabhängig voneinander ob dies eintreffen wird (Fakt) oder es nicht so kommen wird (Fiktion). Die beiden heutigen Kontrahenten sind Dominik und Stephan, die Thesen kommen in dieser Woche von Felix. Dann wollen wir mal schauen, welche Erkenntnisse uns das Aufeinandertreffen diese Woche beschert:

 

1. Die achtwöchige Sperre gegen Jermaine Jones für seinen Angriff auf Marco Reus ist überzogen.

Dominik: Fiktion. In der Regel finde ich für das vorliegende Vergehen die Dauer der Sperren natürlich völlig überzogen. Doch gibt es vereinzelt Spieler, die einfach unbelehrbar sind und die scheinbar aus Sperren, die zwei oder drei Spiele andauern, nicht lernen. Zu diesen Spielern gehört ganz gewiss auch Jermaine Jones, das ist allseits bekannt. Irgendwann musste die DFL ein Exempel statuieren, nun hat es den Schalker erwischt und das auch berechtigt. Er hat sich in der Vergangenheit viel zu Schulden kommen lassen, was übermäßiges Einsteigen und Tätlichkeiten angeht und daher ist diese Sperre von acht Wochen meiner Meinung nach in Ordnung.

Stephan:  Fiktion. Es gab in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart sicherlich gleichwertiges Verhalten. Dennoch ist Jermaine Jones‘ Verhalten und das Bild, welches er von sich zeichnet, das eines „enfant terrible“. Dieses Image hat sowohl Positives als auch Negatives: Respekt auf dem Platz und überzogene Strafen des DFB.

 

2. Robin Dutt wird als erster Trainer der Rückrunde entlassen werden.

Dominik: Fakt. Da der SC Freiburg es schon in der Hinrunde erledigt hat, halte ich die Chance für sehr hoch, dass es Robin Dutt in Leverkusen als nächstes erwischt. Noch nichtmals, weil Dutt bei der Werkself schlechte Arbeit leistet, sondern weil die Medien absolut nicht auf seiner Seite sind und der mediale Einfluss in der heutigen Zeit extrem hoch ist. Das hat auch schon in der Hinrunde für schlechte Stimmung gesorgt und den Eindruck vermittelt, dass Robin Dutt in Leverkusen auf einem wackeligen Stuhl sitzt. Man kann davon ausgehen, dass Leverkusen in der Champions League gegen Barcelona ausscheidet. Sollte dann auch noch der Erfolg in der Liga ausbleiben, wird es für Dutt eng.

Stephan:  Fakt. Wir können jetzt von einer Medienkampagne gegen Robin Dutt sprechen, bei der ein Sieg in der Champions League gegen Chelsea London nicht erwähnenswert und ein Unentschieden gegen einen ambitionierten Aufsteiger ausgeschlachtet wird.
Aber wir können auch darüber reden, dass sich die Mannschaft unter Robin Dutt in der Bundesliga zurückentwickelt. Frischer, offensiver Fußball ist passé – „gemurkste“ Siege an der Tagesordnung. Ich behalte Letzteres im Kopf und lege mich fest: Robin Dutt wird am 21. Spieltag als erster Trainer der Ruckrunde entlassen.

 

3. Mit dem Verlust von Marco Reus und Roman Neustädter hat Borussia Mönchengladbach die Hoffnung auf eine Zukunft im oberen Tabellendrittel bereits wieder verspielt.

Dominik: Fiktion. Natürlich wiegt der Verlust, gerade von Marco Reus, für Borussia Mönchengladbach schwer. Allerdings verlassen die beiden Spieler erst am Ende der Saison den Verein und können und werden in der Rückrunde ihre gewohnte Leistung bringen. Da man im Gladbacher Management mittlerweile ein Auge für gute Transfers gewonnen hat, werden die 17,5 Millionen Euro sehr wahrscheinlich direkt in die Mannschaft reinvestiert – und ich denke man wird das Team gut verstärken und damit auch in Zukunft im oberen Tabellendrittel mitspielen.

Stephan:  Fiktion. Dass diese Spieler auf Dauer nicht in Gladbach spielen, sollte keine Überraschung darstellen. Der frühzeitige Verkauf sichert dem Verein einen enormen Transfererlös und minimiert das Risiko eines Marktwertverlustes durch Verletzungen oder Schwankungen in der Leistung der Spieler. Der Transfergewinn sollte nun wohlbedacht und zukunftsorientiert reinvestiert werden, sodass Mönchengladbach weiter von einer Zukunft im oberen Tabellendrittel träumen kann.

 

 

 

4. Mindestens einer der acht Neuzugänge des VfL Wolfsburg wird diese Saison nicht ein einziges Mal in der Bundesliga zum Einsatz kommen.

Stephan: Fiktion. Auch wenn Felix Magath wieder auf Quantität und Wahrscheinlichkeitsrechnung setzt, werden alle Neuzugänge zu ihrem Einsatz kommen. Mit etwas Glück gehören drei der Neuen zum Stammpersonal, zwei können den VfL Wolfsburg qualitativ verstärken und einer wird nicht vor der 30. Minute ausgewechselt. Viel Glück, Felix.

Dominik: Fiktion. Auch wenn Felix Magath Unmengen an Spielern kauft, eine Chance gibt er jedem einzelnen. So wird es auch bei den acht Wintereinkäufen sein, zumindest Kurzeinsätze wird jeder Spieler bekommen. Ob es für jeden zu einem Startelfeinsatz oder ob sie 90 Minuten durchspielen werden, steht auf einem anderen Blatt Papier. Am Ende der Saison werden von den acht Spielern wahrscheinlich drei in der zweiten Mannschaft trainieren, bei zweien ist der Vertrag aufgelöst worden, zwei sind Bankdrücker und der letzte hat sich durchgesetzt und sich in die Stammelf gespielt.

 

5. Bayern München wird auch ein zweites Mal gegen Mönchengladbach verlieren.

Stephan: Fiktion. Mein Urteil über die taktischen und strategischen Fähigkeiten von Jupp Heynckes habe ich bereits bei vorherigen „Gegenspielern“ verdeutlicht. Jedoch sprechen zwei Tatsachen für die Bayern:
1. Gladbach nutzte die Winterpause zur allgemeinen Verunsicherung. Auch wenn Reus und Neustädter den Verein erst im Sommer verlassen, führt dies zur Destabilisierung einer Mannschaft, die nur im Kollektiv funktioniert.
2. Der Stolz der Bayern ist bekannt und die Qualität der Mannschaft gut genug, um gegen die Borussia aus Mönchengladbach zumindest nicht zu verlieren.

Dominik: Fiktion. Das halte ich für ausgeschlossen. Am ersten Spieltag war dies natürlich eine große Überraschung, im Laufe der Saison hat man aber gesehen, dass Gladbach ein ernstzunehmender Konkurrent im Kampf um die oberen Tabellenplätze ist. Daher wird Bayern den Gegner auf keinen Fall unterschätzen und konzentriert auftreten. Man möchte sich vom Beginn der Rückrunde an vorne absetzen und beginnt damit mit drei Punkten gegen Mönchengladbach.

 

6. Mit Jan Moravek hat der FC Augsburg einen Spieler verpflichtet, mit dem die Klasse gehalten werden kann.

Stephan:  Fiktion. Jan Moravek wird mit Sicherheit zu den besten Akteuren der Augsburger gehören und der Mannschaft neues Potential verleihen. Schon zu seiner Zeit in Kaiserslautern gehörte er zu den Stützen des Teams. Der gerade verwendete Plural verdeutlicht allerdings auch schon das Augsburger Problem: Zu wenig Spieler mit Qualität für einen Verbleib in der ersten Bundesliga – auch mit Jan Moravek.

Dominik: Fiktion. Hier stimme ich nicht deswegen nicht zu, weil ich Moravek für schlecht halte, sondern einfach, weil er nicht die Qualität hat, um die ganze Augsburger Mannschaft vor dem Abstieg zu bewahren. Moravek passt sicherlich gut zum FCA und Augsburg gewinnt an Qualität. Doch er alleine wird das Ruder nicht herumreißen können, dafür muss sich die gesamte Mannschaft steigern – und das halte ich nicht für möglich.

 

Zum neuen Jahr gibt es noch nie dagewesene Einigkeit: 6 Übereinstimmungen gab es in dieser Kolumne noch nie! Hoffen wir, das nächste Woche kontroverser diskutiert werden wird. Das war es mit dem Gegenspieler für die Woche.

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