Meine Perle: Über den HSV und eine verpasste Sensation.

24. August 2011StephanBlogs, | Meine Perle

Ich erfahre es jedes Jahr aufs Neue: Das Leben als HSV-Fan ist hart. Man kämpft mit dem Anspruchsdenken im Umfeld, der Lustlosigkeit der Profis und chronischer Titellosigkeit. Meine Ansichten zu Hamburg. Meiner Perle.

 

Es gibt sie noch – die Beständigkeit.

Kontinuierliches, ruhiges Arbeiten und die erforderliche Geduld für Neues: Das sollte der neue HSV werden. Gepaart mit Tradition und Anspruch, die beim HSV großgeschrieben werden und Letzteres irgendwo zwischen Utopie und Stolz, aber mit Gewissheit nicht in der Realität liegt.

Es wurde versprochen und es wurde gehofft. Das Aufatmen nach Vorstands-, Sportchef- und Trainerwechsel war so groß, dass ein Außenstehender dies auch als Seufzen vernehmen konnte.  Alles wird anders, alles wird besser. Ein neuer Weg sollte eingeschlagen werden. Weit weg von den teuren Altstars und einer Mannschaft mit großen Namen hin zu jungen hungrigen Spielern und einem Teamchef mit großem Namen. Es wurden junge Nationalspieler vom FC Chelsea und ein Spielgestalter mit Champions League-Erfahrung verpflichtet. Es gab soviel zu tun, dass der HSV als Letzter in die Bundesligavorbereitung startete und als Erster den neuen Teamgeist in die Medien trug.

Bunte Fotos von lachenden jungen Männern, die so sehr damit beschäftigt waren grinsend durch die Gegend zu laufen, dass sie es beinahe vergasen, sich auf die Saison vorzubereiten. HSV-TV, Facebook, Twitter, grinsen, Ball, grinsen, Spielfreude. Aber es wuchs etwas zusammen – das konnten alle sehen und viele sogar spüren. Leichtigkeit gepaart mit Lust und einem Trainer, der Offensive versprach. Sowas erwartet und sowas braucht man in Hamburg: Euphorie und der erste stille, heimliche Gedanke an eine Sensation.

Was folgte waren Auswärtsniederlagen gegen den deutschen Meister und Rekordmeister, sowie ein Unentschieden gegen einen motivitierten Aufsteiger und gebetsmühlenartige Bekundungen, der Mannschaft Zeit und Ruhe zu geben. Diese Ruhe wird von den Verantwortlichen dadurch zum Ausdruck gebracht, dass man nach drei Spieltagen bereits drei Spielsysteme mit unterschiedlichen Spielern unter Wettkampfbedingung testen konnte, ein Defensivkünstler aus der dritten Chelsea-Reihe verpflichtet wurde und ein gestandener Profi und Exkapitän bereits am vierten Spieltag von einem Endspiel spricht.

Es gibt sie noch – die Beständigkeit.

 

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