Der Positionswechsel: Brauchen wir die Torkamera?

21. Februar 2012DominikBlogs

Der Positionswechsel ist zurück! In der heutigen Ausgabe geht es um technische Hilfen für die Unparteiischen. Sind die Einführung von elektronischen Entscheidungshilfen für Schiedsrichter zwingend notwendig oder eine überflüssige Verschlimmbesserung? Dominik diskutiert heute das Für und Wider.

 

 

Technische Hilfsmittel (Torkamera, Chip im Ball) sollten Einzug in den Fußball halten.

Fußball ist mittlerweile nicht einfach nur eine Sportart, dahinter stecken Tausende Arbeitsplätze und Umsätze in Milliardenhöhe. Vor diesem Aspekt ist die Überlegung, auf technische Hilfsmittel im Fußball zu setzen, auf jeden Fall sinnvoll und sollte schnellstmöglich umgesetzt werden.

Nehmen wir folgendes Beispiel: Zwei Mannschaften stehen sich in den Qualifikationsspielen zur Teilnahme an der Champions League gegenüber. Im Hinspiel gewann Mannschaft A zu Hause mit 1:0, im Rückspiel führt Mannschaft B ebenfalls zu Hause mit 1:0. Kurz vor Schluss erzielt Mannschaft A den 1:1-Ausgleich und spielt somit in der Champions League. Man konnte kaum erkennen, ob der Ball tatsächlich die Linie überschritten hat oder nicht, der Schiedsrichter gibt dennoch das Tor. Was heißt das? Mannschaft A steht in der Königsklasse und hat garantierte Einnahmen von über 20 Millionen Euro alleine durch die Gruppenphase. Mannschaft B muss sich mit einem Bruchteil der Einnahmen in der Europa League begnügen.

Dieser wirtschaftliche Aspekt alleine macht die Einführung der technischen Hilfsmittel notwendig. Natürlich muss man sich über die genaue Umsetzung und die damit verbundenen Anpassungen erst noch im Klaren sein, aber ein generelles “Go” zur Einführung dieser Hilfen ist mehr als überfällig.

 

 

Technische Hilfsmittel im Fußball sind überflüssig.

Unser Sport lebt von den Emotionen und Gefühlen, die fragwürdigen Entscheidungen – und auch Fehlentscheidungen. Sicherlich ist man selbst wütend und würde wer weiß was mit dem Schiedsrichter anstellen, wenn der eigenen Mannschaft ein wichtiges Tor zu Unrecht aberkannt wird. Doch gerade die Situationen sind es, die den Fußball so liebenswert machen. Man diskutiert, tauscht sich aus. Der Einzug von technischen Hilfsmitteln würden diese Emotionen eindämmen, der Fußball wäre sachlicher, der Spielfluss gestört. Man beschwert sich doch häufig schon, wenn der Schiedsrichter zu viel abpfeift und gar kein richtiges Spiel aufkommen lässt.

Technische Hilfsmittel würden für weitere Spielunterbrechungen sorgen und den Spaß am Fußball nehmen. Nehmen wir das Spiel in der Europa League von Hannover 96 gegen den FC Brügge. Die Gäste gingen völlig überraschend mit 1:0 in Führung, dann verwehrte man den Niedersachsen sowohl einen klaren Elfmeter (Foul im Strafraum, Schiedsrichter gab Freistoß), sowie ein reguläres Tor (Gegenspieler rutschte vor dem Pass der zum Tor führte weg, Linienrichter wertete dies als Foul). Aber gerade durch diese zwei krassen Fehlentscheidungen wurden die Spieler und Fans von Hannover zu Höchstleistungen angestachelt. Die Mannschaft wurde bis zum Schluss mit Anfeuerungen unterstützt und man gab keinen Ball verloren – man drehte das Spiel und gewann hochverdient mit 2:1. Dieser Sieg war erst durch die Emotionen zu Stande gekommen, die durch die Fehlentscheidungen ausgelöst wurden. Technische Hilfsmittel hätten diese genommen und sind daher auch in Zukunft nicht zu benutzen.


 

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