Der Positionswechsel: Ist Bayern schon Meister?

12. November 2012Felix> Bundesliga

Die ersten elf Spiele der Saison 2012/2013 sind für alle Vereine gelaufen. An der Spitze der Tabelle steht einsam der FC Bayern München, mit 7 Punkten Vorsprung. Die Stärke des Rekordmeisters und die Schwäche der Konkurrenz verleiten Felix, darüber nachzudenken, ob Bayern schon Meister ist. Oder eben nicht.

 

 

Bayern München steht bereits als deutscher Meister 2013 fest.

Natürlich ist Bayern schon Meister! Sehen wir den Fakten mal ins Augen: 10 Siege aus 11 Spielen. 7 Punkte Vorsprung in der Liga. Und einen der komplettesten Kader, den Bayern München je zu bieten hatte. So viel kann gar nicht auf einmal schief gehen, als dass der Rathausbalkon wieder leer bleiben wird!

Ein Blick auf die Mannschaft der Bayern allein genügt bereits: Die erste Elf spielt hervorragenden Fußball und gewinnt in jedem Wettbewerb ihre Spiele absolut überzeugend. Und was passiert, wenn mal ein paar Stammspieler ausfallen sollten? Gar Nichts! Denn wo letztes Jahr ein zu alter Olic, ein zu junger Usami oder ein zu durchschnittlicher Pranjic auf der Bank saßen, findet man im Moment Rekordeinkauf Javi Martinez, Rafinha, Shaqiri oder Claudio Pizarro. Selbst die Tormaschinen der letzten Jahre, Mario Gomez und Arjen Robben, sind noch nicht häufig zum Einsatz gekommen. Die Mannschaft ist viel besser besetzt als in den Jahren zuvor.

Und von der eigenen Stärke mal ganz abgesehen: Wer soll die Bayern überhaupt noch abfangen? Etwa Schalke? Als ob die jemals wieder Meister werden… Frankfurt? Die sind Aufsteiger und mittlerweile seit knapp 4 Spielen ohne Sieg: Für die Eintracht gibt es nur noch einen Weg, und der führt nach unten. Dortmund? Nein. Und zwar aus 2 Gründen: Im letzten Jahr holte der BVB in der Rückrunde 47 Punkte, gewann 15 Spiele und spielte zwei Mal Unentschieden. Eine solche Serie gelingt keiner Mannschaft der Welt zwei Mal in Folge. Und als ob das nicht genug wäre: Dieses Jahr wird Dortmund auch in der Rückrunde europäisch spielen. Darunter werden die Leistungen in der Liga mit Sicherheit leiden. Es wird also nichts mit dem Titelhattrick des BVB.

Es tut mir Leid für alle anderen ambitionierten Teams der Liga. Und auch für alle Zuschauer, die sich eine spannendere Saison wünschen. Aber die Meisterschaft der Bayern ist in Stein gemeißelt. Und irgendwie sind sie ja auch mal wieder dran.

 

 

 

 

Bayern München wird nicht deutscher Meister 2013.

Eine Meisterschaft am 11.Spieltag? Das wäre komplett neu. Und komplett unsinnig. Wer einen Meister kürt, obwohl noch nicht einmal ein Drittel der Saison vorüber ist hat die Bundesliga in den letzten Jahren gar nicht oder mit geschlossenen Augen verfolgt.

Zunächst einmal muss man zugeben, dass Bayern München in den ersten 11 Spielen dieser Saison verdammt guten Fußball gespielt hat. Das sollte bei dem finanziellen Aufwand, der vor der Saison betrieben wurde, aber auch drin sein. Wer für 70 Millionen Euro neue Spieler kauft, tut das nicht, um Achter zu werden. Und dennoch haben die Bayern auf ihrer schwächsten Position nicht nachgebessert. Trainer Jupp Heynckes sitzt nach wie vor auf der Bayernbank. Noch ist die Mannschaft gut genug, um Heynckes‘ beschränkte Konzeptfähigkeit zu kaschieren. Aber schon bald wird sich zeigen, dass die Neunziger Jahre, und damit Heynckes große Zeit als Trainer, vorbei sind.

Zu allem Überfluss wurde auch noch Matthias Sammer verpflichtet, der nach jahrelangem intrigieren beim DFB doch nicht mit dem Posten als Bundestrainer belohnt wurde und deshalb nun von Uli Hoeneß mit gezückter Säge hinter Heynckes Stuhl als starker Mann neben den Trainer gestellt wurde. Das schwächt den Trainer weiter und sorgt selbst in erfolgreichen Zeiten für Missstimmung im Übermaß. Kann sich jemand vorstellen, was abgeht, wenn Bayern mal 3 Spiele nicht gewinnt? Und wir alle wissen: Diese Zeit wird kommen.

Abgesehen von den hausgemachten Problemen darf man auch die Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet nicht übersehen. Schalke 04 spielt eine enorm starke Saison und reiht trotz anhaltender Verletzungs- und Formproblemen von Schlüsselspielern Sieg an Sieg. Und wer den Titelverteidiger aus Dortmund abschreibt, macht ohnehin einen riesigen Fehler. Der Kader wurde im Vergleich zur Vorsaison nochmals verstärkt, denn wer Reus hat, muss nicht um Kagawa trauern. Zudem spielt der BVB, der im Gegensatz zu den Bayern einen enorm guten Trainer hat, der volle Rückendeckung vom Umfeld bekommt, noch zwei Mal gegen München. Und das bedeutete in den letzten Jahren 6 Punkte für den BVB. Bevor die Bayern sich ihrem Angstgegner nicht gestellt haben, ist die Meisterschaft noch weit entfernt.

 

 

 

Was denkt Ihr? Geht die Schale nach München?

1 comment zu “Der Positionswechsel: Ist Bayern schon Meister?”

  1. Andreas wesser · 13. November 2012 Antworten

    Meister ist, wer nach 34 Spieltagen auf Platz 1 steht. Alles andere zählt nicht und klingt arrogant.

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