Der Rückpass: Die Rückrunde 2011/2012

23. Mai 2012Felix> Bundesliga, Der Rückpass

Die Saison ist zu Ende. Borussia Dortmund ist Meister und Pokalsieger und in der Vorrunde ausgeschieden. Bayern München ist Zweiter und Zweiter und Zweiter. Der 1.FC Köln ist Dumm und Dümmer, der 1.FC Kaiserslautern einfach nur zu schlecht. Wie es dazu kommen konnte, arbeiten wir nun in unserem Rückpass auf. Hier gibt es die Hinrunde.

18.Spieltag
Endlich wieder Fußball! Nach einer unglaublichen, unfassbar langen Pause von 3 Wochen startet die Bundesliga in die Rückrunde. Besonders schön machen dies die Bayern, welche bei der Auftaktniederlage in Gladbach nicht nur einen richtigen Patzer von Manuel Neuer verkraften müssen. Sie praktizieren auch gleich das neue Spielsystem der kommenden Wochen: Der Ball läuft, wir nicht. Das daraus resultierende statische und berechenbare Angriffsspiel kostet den Bayern fast zwei Titel. Noch deutlicher verliert der Hamburger SV, der gegen Borussia Dortmund ein Zeichen setzen möchte um doch noch in den Europapokal zu kommen. Stattdessen gibt es eine 1:5-Packung und Abstiegskampf erst später Europapokal.

19.Spieltag
Am 19.Spieltag schafft Borussia Dortmund Verblüffendes: Das Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim wird gewonnen. Obwohl man sich gegen den verhassten Klub aus dem Kraichgau traditionell schwer tut, gelingt mit Leichtigkeit ein verdientes 3:1. Doch noch weiß niemand dieses Omen zu deuten. Weitere Omen: Florian Dick (Typ: Abwehrspieler mit Holzfuß) trifft in Augsburg zwei Mal für seinen FCK, weil die Stürmer es nicht schaffen. Michael Skibbe (Typ: Uncharismatischer Alibitrainer) verliert auch sein zweites Spiel mit Hertha BSC. Bruno Labbadia (Typ: Trainer der sich schnell verbraucht) muss eine 0:3 Heimniederlage seines VfB Stuttgart ertragen. Die Uhren für Lautern, Skibbe und Labbadia ticken. Zwei davon laufen tatsächlich aus.

20.Spieltag
Auch am 20.Spieltag verschenken die Bayern in einem Auswärtsspiel Punkte. In Hamburg, wo Dortmund 13 Tage zuvor fünf Mal jubeln durfte, reicht es nur zu einem 1:1. So kommt der HSV nächstes Jahr in die Champions League. Borussia Dortmund wohl auch, denn durch ein unaufgeregtes 2:0 in Nürnberg setzt sich der BVB an die Tabellenspitze. 6 Spiele enden an diesem Wochenende unentschieden. Die Ausnahmen neben Dortmund? Michael Skibbe verliert mit seiner Hertha gegen Hannover und Kaiserslautern verliert zu Hause gegen Köln. Es gab an diesem Spieltag keinen einzigen Heimsieg und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Unser Beileid an alle, die an diesem Wochenende im Stadion waren.

21.Spieltag
Unter der Woche sind sowohl Michael Skibbe, als auch Bruno Labbadia mit ihren Vereinen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Es kommt zum Showdown in der Mercedes-Benz-Arena, denn dem Verlierer stehen harte Zeiten bevor. Der VfB demontiert in diesem Spiel wehrlose Berliner und schießt sie mit 5:0 aus dem Stadion. Am Tag danach ist für Skibbe nach nur 5 Spielen schon wieder Schluss in Berlin. Am Samstagabend benötigt Mönchengladbach nur eine Halbzeit um Schalke mit 3:0 zu besiegen und macht sich Hoffnungen auf die Meisterschaft. Im Tabellenkeller wirken zumindest Augsburg und Freiburg wie sichere Absteiger.

22.Spieltag
Wo wir gerade bei sicheren Absteigern sind: Berlin verliert auch mit dem vierten Trainer in dieser Saison, Ex-Profi Rene Tretschok, gegen dessen Ex-Verein Borussia Dortmund 0:1. Mönchengladbach gelingt derweil jeder noch so verwegene Spielzug, was auch den Gegner aus Kaiserslautern ansteckt: Beim 2:1-Sieg der Borussia auf dem Betzenberg fallen ausschließlich Traumtore. Dummerweise fällt in diesem Spiel auch Florian Dick, und zwar auf die Schulter von Patrick Herrmann, welche umgehend bricht. Ein Ausfall, den die Fohlen nicht mehr verkraften können. Der überragende Teil der Gladbacher Saison endet am 22.Spieltag in der Pfalz.

23.Spieltag
Nummer 5 lebt. In diesem Fall: Nummer 5 lebt noch! Immerhin ist Nummer 5 bereits über 70 Jahre, mehrfacher Meistertrainer und heißt Otto Rehhagel. Nützt aber alles nichts, denn Nummer 5 (Trainer der Hertha) bringt direkt Nummer 6 (Rückrundenniederlage) mit sich. Für diese ist Thorsten Oehrl hauptverantwortlich, der mit seinem Doppelpack beim 3:0 des FCA gegen Hertha dafür sorgt, dass Augsburg die Abstiegsränge verlässt. Neu auf den direkten Abstiegsplätzen ist hingegen der 1.FC Kaiserslautern, der beim 0:4 in Mainz nicht nur das Wohlwollen seiner Anhänger verspielt, sondern wenige Tage später auch noch Dorge Kouemaha verliert. Der einzige Lauterer Stürmer, der in dieser Saison diese Berufsbezeichnung verdient hat, fällt mit einem Achillessehnenriss bis Saisonende aus.

24.Spieltag
Die Geschichte des Spiels Hamburg gegen Stuttgart ist schnell erzählt, denn die Täter sind offensichtlich: Zunächst war es Rajkovic, im Strafraum, mit dem Ellbogen. Sogar zwei Mal. Und in der zweiten Halbzeit war es Guerrero, an der Eckfahne, mit den Stollen. Und jeder Menge Anlauf. Und ordentlich aufschäumender Wut im Bauch. Und im Hirn. Ganz besonders Hirn. Was für eine dämliche Aktion! Während der Peruaner also einen netten achtwöchigen Urlaub während der Saison buchen kann, baut Borussia Dortmund seinen Vorsprung in der Tabelle auf 7 Punkte aus. Weil Gladbach, Schalke und Bayern allesamt verlieren und der BVB alle sieben Rückrundenspiele gewinnt. Beeindruckend.

25.Spieltag
Mumienwochen in der Bundesliga! Nach der Auferstehung von König Otto I. in Berlin verbreitet sich das ägyptische Fieber in der Liga: Pharao Mohamed von Mainz stellt direkt zu Beginn seiner dritten Amtsperiode einen neuen Bundesligarekord auf und schießt in jedem seiner ersten 6 Spiele ein Tor. Bald darf er zum ersten Mal eine Hinrunde beim FSV erleben. In Hoffenheim überlegen sich die Spieler  als Gratulation einen netten Gag und spielen gegen den FC Bayern einfach mal so, als wären sie alle schon 5000 Jahre tot. Das ehrt Zidan und freut die Bayern, die gleich mal sieben Tore gegen die Kraichgauer Mumien erzielen. In Köln will sich Volker Finke trotz des 1:0-Sieges gegen Hertha BSC von Trainer Solbakken trennen, weil er zugeben muss die Kompetenz des Norwegers maßlos überschätzt zu haben. Zielsicher entscheidet man sich beim FC natürlich für den schlechteren Funktionär und entlässt Finke. Köln wird kein Spiel mehr gewinnen und direkt absteigen. Weil sie dumm sind!

26.Spieltag
Der Hamburger SV steht nach der 1:3 Heimniederlage gegen den SC Freiburg plötzlich, unerwartet und absolut aus dem Nichts schon wieder mitten im Abstiegskampf. Und das obwohl man Heimspiele, die man unter normalen Umständen bei einem 1:1 abgeschenkt hätte (etwa gegen Hoffenheim und Nürnberg), tatsächlich gewann. Das reichte vielen Spielern tatsächlich als Grund, sich einige schöne Nachmittage im sonnigen Volkspark zu machen. Und nun schon wieder dieses Abstiegsdings. Kann doch nicht wahr sein! Noch tiefer in diesem Abstiegsdings hat sich der 1.FC Kaiserslautern entschieden, trotz der gelegentlich eingefahrenen Punkte, Trainer Marco Kurz zu entlassen. Als Nachfolger präsentiert Stefan Kuntz der erstaunten Öffentlichkeit einen echten Toptrainer großen Motivator bekannten Feuerwehrmann Bulgaren mit grauenhaftem Modegeschmack.

27.Spieltag
Puh. Mal schauen. Viele Favoritensiege. Schon mal nicht so gut… Viele Spiele enden 1:1, 2:1 oder 2:0. Macht den Spieltag auch nicht spannender. Oh! Ein 6:1! Aber… weder die Tatsache, dass Dortmund viele Tore schießt, noch das Köln viele Tore kassiert sind in dieser Spielzeit außergewöhnlich und besonders erwähnenswert. Was mach‘ ich denn jetzt… Füllertext! Moment… Hier: Manche Vereine kommen in dieser punktuellen Schilderung der Spieltage einfach zu kurz. Bisher steht hier kaum etwas über den 1.FC Nürnberg. Der hat am 27.Spieltag knapp mit 0:1 in Stuttgart verloren. Das ist natürlich sehr ärgerlich für die Beteiligeten.

28.Spieltag
Borussia Dortmund hat ein Schwabenproblem. Der BVB gewann 2012 alle Spiele in allen Wettbewerben. Nur gegen Augsburg und Stuttgart reichte es nur zu einem Unentschieden, einmal ein packendes und irres 0:0 voller verrückter Führungswechsel und einmal ein eher lahmes 4:4. In Leverkusen muss Trainer Robin Dutt derweil mit ansehen, wie sich sein aktuelles Team wehrlos von seinem ehemaligen Team überrumpeln lässt. Nach dem 0:2 gegen Freiburg muss Dutt in Leverkusen seinen Stuhl räumen, obwohl unter seiner Regie beide Finalteilnehmer der Champions League besiegt werden konnten. Ebenfalls entlassen wird Stale Solbakken in Köln, allerdings exklusiv für die Journalisten des Kölner Express, die auch kurzerhand Frank Schaefer als neuen Trainer vorstellen. Allerdings nur für 2 Stunden, dann ist Solbakken wieder im Amt. Allerdings nur für 2 Wochen, dann ist Schaefer tatsächlich neuer Trainer des 1.FC Köln. Manchmal fällt es einem schwer zu entscheiden, über wen man sich mehr lustig machen soll.

29.Spieltag
Erinnern wir uns zurück an den 21.Spieltag, als wir fleißig an Bruno Labbadias Stuhl sägten? Diese schöne Zeit ist vorbei! Der VfB Stuttgart gewinnt trotz frühem Rückstand noch mit 4:1 gegen Mainz. Damit hat der VfB seit dem 5:0 gegen Hertha, das unsere Säge verbogen hat, 20 Punkte geholt und dabei 36 Tore geschossen. Dieses Offensivfeuerwerk führt die Schwaben zurück auf den Kurs nach Europa, obwohl man nach dem Start in die Winterpause eher an Braunschweig als an Barcelona dachte. In Wolfsburg feiert nach 4 Siegen in Folge Alex Madlung sein Comeback in der Startelf und sorgt dabei für einen weiteren Sieg des BVB in der Rückrunde, als er beim Spielstand von 1:2 mit Gelb-Rot vom Platz fliegt.

30.Spieltag
Zeit für Schützenfeste! Mainz 05 erledigt mit dem 4:0-Erfolg gegen Köln endlich das leidige Thema Solbakken. Hoffenheim erstickt beim 4:0 gegen den HSV jegliche Hoffnung, dass die Profis eine für den Abstiegskampf angemessene Berufsauffassung haben. Und Nürnberg muss durch das 4:1 über Schalke jedes Gedankenspiel beenden, dass Daniel Didavi auch kommende Saison beim Club spielt. Denn dieser zeigt eine überragende Leistung, erzielt 2 Tore und ist einfach zu gut für eine weitere Saison in Franken. Auch bei weniger deutlichen Siegen werden Weichen für die Zukunft gestellt: Hertha BSC verliert zu Hause gegen den ersatzgeschwächten Abstiegskonkurrenten aus Freiburg mit 1:2 und muss sich auf den Abstieg einstellen. Achso: Und Dortmund gewinnt das Topspiel gegen Bayern München schon wieder und ist fast deutscher Meister.

31.Spieltag
Wir haben 100 Personen gefragt: Nennen Sie uns Dinge, die am 31.Spieltag absolut keinen Spaß machten. Platz vier: „Das Heimderby gegen den verhassten Konkurrenten knapp verlieren und ansehen müssen, wie die Zecken die Meisterschaft klar machen.“ Platz drei: „Dem neuen Trainer dabei zusehen, wie er hilflos winkend an der Seitenlinie steht und eine 0:3-Klatsche nicht verhindern kann.“ Platz Zwei: „Alex Madlung beobachten, wie er mit Arroganz und Dummheit zielsicher die letzten Europacupträume meines Vereins beendet.“ Und Platz 1 und damit die Topantwort: „Fan, Trainer, Spieler oder Funktionär des 1.FC Kaiserslautern zu sein.“

32.Spieltag
Der 32.Spieltag ist ein besonderer, denn er offenbart, dass die Spieler von Hertha BSC einfach nicht in die Bundesliga gehören. Die Mannschaft beginnt übernervös und mit wenig Selbstvertrauen und wird nach dem unglücklichen 0:1 durch Wooten von den eigenen Fans ausgepfiffen. Mit Sicherheit kein glücklicher Verlauf für die Hertha. Aber niemals in der gesamten Saison hat das Team mit derselben Hingabe um Punkte gekämpft, mit der es sich hier aufgab.  Noch vor der Pause gibt es das 0:2 und nach dem Seitenwechsel „erspielt“ sich Lautern Chancen für 5 oder 6 Tore. Ein Bemerkenswerter Kampf von Unwilligkeit der Berliner (an dieser Stelle muss Andreas Ottl hervorgehoben werden, der in einem miesen Team ganz besonders Scheiße war. Wirklich!) und Unfähigkeit der Pfälzer (Wooten und Sahan als beeindruckende Sturmstumpfen) wird entfesselt. Dankbarerweise hat dieses Spiel am Ende zwei Verlierer, die Berliner verlieren das Spiel und Kaiserslautern seine Bundesligazugehörigkeit.

33.Spieltag
Mitchell, die lebende Abrissbirne, und Tobias, der verhinderte Dribbelkönig, sorgen für einen unterhaltsamen 5:2 Sieg des Meisters beim Tabellenletzten. Mit traumhaftem Fußball zwingt der SC Freiburg den 1.FC Köln in die Knie, dem 2:1 für die Breisgauer gehen zwei Pässe über 30 Meter mit anschließenden Volleyabnahmen voraus. Die mit 4:1 geschändeten Kölner bleiben jedoch Sechzehnter, weil Hertha BSC dem Spanier Raul bei dessen Abschied auf Schalke nicht die Show stehlen will und brav mit 0:4 untergeht. Ansonsten gibt es dank der Inflation an Europapokalplätzen spannende Duelle um die Plätze 7-10. Ernsthaft: Wen interessiert ein Saisonfinale mit Hannover, Wolfsburg und Hoffenheim, wenn nichtmal die Möglichkeit besteht, dass eines der Teams absteigt?

34.Spieltag
Seit dem Aufstieg 2008 arbeitete man in Köln hart daran, nun kann man endlich die Früchte ernten: Der 1.FC Köln steigt direkt aus der Bundesliga ab, weil es der Vorstand wieder gut verstand, das große Potential des Vereins in den Papierkorb zu werfen. In Berlin wird Michael Preetz für sein chaotisches Management mit der Relegation bestraft, in welcher die Berliner absolut verdient und unumstritten den Weg von Köln und Kaiserslautern Richtung Liga 2 beschreiten. Das 4:1 in Köln soll leider der letzte Sieg der Bayern in dieser Saison bleiben, denn 10 Jahre nach „Vizekusen“ stellt der FC Bayern zum Jubiläum den Rekord ein. Das einzig Positive daran bleibt: Jupp Henyckes bleibt der Aufstieg in den Trainerolymp zu Happel, Hitzfeld und Mourinho verwehrt. Die genannten sind die einzigen Übungsleiter, die mit zwei verschiedenen Vereinen die Championsleague gewinnen konnten. Der Glaube an Gerechtigkeit im Fußball bleibt bestehen.

 

Hier findest du den Rückpass zur Hinrunde 11/12

Hier gibt es einen Überblick über alle Rückpässe.

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