Der Spielerbeobachter: Claudio Pizarro

14. November 2011Dominik> Bundesliga

Im Spielerbeobachter richtet doppel-sechs.de den Fokus auf einen einzigen Spieler, um ihn genau Vorzustellen: Wie lief seine Karriere bisher, was sind seine Stärken, wo liegen die Schwächen? Außergewöhnliche Spieler im Kurzportrait, dazu Statistiken und unsere Stärkebewertung in Form der beliebtesten Fußballmanager unserer Jugend – das liefert der Spielerbeobachter. In dieser Ausgabe hat Dominik den Bremer Stürmer Claudio Pizarro unter die Lupe genommen.

Der Beginn einer großen Karriere

Claudio Pizarro begann seine Profikarriere beim kleinen peruanischen Verein Deportivo Pesquero / Wanka, dort absolvierte er 42 Spiele, in denen er 11 Tore erzielte. Schon damals konnte Pizarro durch seinen Torriecher überzeugen, auch seine Kopfballstärke und Schusstechnik konnte er schon früh unter Beweis stellen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis Scouts aus aller Welt auf den jungen Peruaner aufmerksam wurden. Hier machten die Talentsucher aus dem Norden Deutschlands die beste Arbeit und überzeugten Pizarro den Schritt ins Ausland zu wagen…

Der große Schritt nach Deutschland

1999 wagte Pizarro dann den großen Schritt und wechselte nach Europa, genauer gesagt Deutschland, noch genauer gesagt zu Werder Bremen. 1,5 Millionen Euro ließen sich die Werderaner den Stürmer kosten – ein Schnäppchen, wenn man den weiteren Werdegang des Stürmers kennt. Als Ergänzungsspieler schoss Pizarro in seiner ersten Saison in Deutschland zehn Tore in 25 Spielen. Schon in der nächsten Saison wurde er Stammspieler und zahlte dies auch zurück: In 31 Partien erzielte er sehr gute 19 Treffer. Insgesamt kam er in seinen zwei Jahren bei Bremen auf 76 Pflichtspiele und 38 Tore, er traf also hochgerechnet jedes zweite Spiel – keine schlechte Quote. Diese erreichte Pizarro vor allem auch, weil ihn eine Eigenschaft auszeichnet, die es so in Deutschland vielleicht nur ein weiteres Mal gibt: Er trifft aus jeder Position und jeder Lage. Diese guten Leistungen riefen natürlich auch andere Vereine auf den Plan.

Pizarro wechselte 2001 zum deutschen Rekordmeister für eine Ablösesumme von 8,2 Millionen Euro – für Bremen finanziell also kein schlechter Deal. Bei Bayern München setzte er seine Torjägerqualitäten fort und hatte dort seine erfolgreichste Zeit. Er wurde drei Mal deutscher Meister (2003, 2005, 2006) und gewann in den selben Jahren auch den DFB-Pokal. Sechs Jahre lang stürmte er in München und erzielte in 174 Ligaspielen 71 Tore, insgesamt kam er in 253 Pflichtspielen für den FCB zum Einsatz und konnte dabei 99 Mal einnetzen. Seine Zeit bei den Bayern neigte sich zum 30. Juni 2007 dem Ende entgegen, er schlug eine Vertragsverlängerung aus und suchte die Herausforderung im Ausland…

Reif für die Insel – oder auch nicht

Zur neuen Saison 2007/2008 wechselte Claudio Pizarro mit einem Vierjahresvertrag auf die Insel zum FC Chelsea mit seinem neuen Trainer Avram Grant. Die Hoffnungen auf beiden Seiten auf eine gute Zusammenarbeit war groß und schien auch gerechtfertigt zu sein, traf Pizarro direkt in seinem ersten Spiel in der Premier League gegen Birmingham City. Doch in den nächsten zwei Jahren konnte er nur einen weiteren Treffer markieren. Am Ende standen unter dem Strich also zwei Treffer in 32 Pflichtspielen – keine zufriedenstellende Bilanz, weder für Chelsea noch für Pizarro selbst. Deshalb suchte man nach einer Lösung.

Erneut sicherte sich Werder die Dienste von Pizarro, zunächste für eine Saison per Leihe, da er in dieser Spielzeit aber schon wieder 17 Treffer in 26 Ligaspielen erzielte, einigete man sich mit dem FC Chelsea auf einen festen Wechsel und der Peruaner bekam einen Dreijahresvertrag. Und trotz zahlreicher Pausen wegen hartnäckiger Verletzungen ist Pizarro Werders Lebensversicherung im Sturm. Aktuell kommt er seit 2009 auf 36 Tore in 59 Ligaspielen bzw. 54 Tore in 80 Pflichspielen. Erst am vergangenen Spieltag konnte er seine Torjägerqualität wieder einmal unter Beweis stellen, als er beim 3:2-Sieg der Bremer gegen Köln alle Werderaner Tore erzielte. Dies alles macht er mit einer enormen Kaltschnäuzigkeit und Ruhe, die ihn auf und normalerweise auch neben dem Platz auszeichnet. Allerdings war das nur in den Vereinsmannschaften der Fall.

 

 

 

 

Die Leistungen in der Nationalmannschaft

Im Gegensatz zu den guten Leistungen in den Vereinsmannschaften, fiel Pizarro bei Einsätzen in der peruanischen Nationalmannschaft eher durch negative Schlagzeilen auf. Mit ihm als Kapitän verpasste Peru die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, er selbst erzielte in elf Qualifikationsspielen lediglich ein Tor. Im Oktober des selben Jahres verzichtete er auf eins von zwei Länderspielen gegen Chile, um eher zum FC Bayern zurückzukehren. Dadurch handelte er sich Ärger vom damaligen Nationaltrainer Franco Navarro ein und bat in einem Brief, nicht mehr für die Nationalelf nominiert zu werden solange Navarro noch Trainer ist. Im Dezember 2007 wurde Pizarro neben drei weiteren Spielern aus der Nationalmannschaft suspendiert. Trotz der Begnadigung im Juli 2008 wurde Pizarro zunächst nicht mehr nominiert. Im März diesen Jahres gab er allerdings sein Comeback, verletzte sich aber so schwer, dass er für die Copa America ausfiel. Am Ende stehen für Pizarro 27 Spiele und 5 Tore unter dem Strich.

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