Die Ampel: Mario Gomez trifft endlich wieder

1. November 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

1899 Hoffenheim: Die Hoffenheimer haben in dieser Saison das Talent, jene Spiele, die gewonnen werden müssen auch mit einem Erfolg zu beenden. Doch mit Ausnahme des überraschenden 1:0-Sieges gegen Dortmund fehlt gegen Mannschaften aus den oberen Tabellenregionen häufig die Qualität um mithalten zu können: Gegen Bayern, Schalke, Stuttgart oder Bremen reichte es nur zu einem einzigen Punkt. In der Liga im Mittelfeld und im Achtelfinale des DFB-Pokals zu stehen reicht allerdings aus, um die Ampel weiter GRÜN leuchten zu lassen.

1.FC Kaiserslautern: Es liegen erfolgreiche Wochen hinter dem FCK: Zunächst wurden in der Bundesliga 6 Punkte gesammelt, anschließend gelang in einem hart umkämpften Spiel der Einzug in die nächste Runde des DFB-Pokals. Zum Abschluss gab es am vergangenen Wochenende einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf gegen den Konkurrenten aus Hamburg und darüber hinaus die Erkenntnis, dass die Teufel auch in diesem Jahr ein ernstzunehmende Bundesligamannschaft sind. Die Ampel schaltet um auf GRÜN.

1.FC Köln: Und wiederholt folgte auf eine deftige Niederlage ein überzeugender Heimsieg des 1.FC Köln. Diese periodisch eingefahrenen Punkte reichen aus, um den Kölner ein ständig dicker werdendes Polster zu den Abstiegsrängen zu schaffen. Getrübt wird das Bild lediglich durch das Pokal Aus in Hoffenheim und ein Blick auf die Torschützen der letzten Spiele: Eine gewisse Abhängigkeit von Lukas Podolski lässt sich durchaus belegen. Zwar freut es mich, dass Poldi seine Form und seinen Torinstinkt wieder gefunden hat, dennoch ist mehr als GELB auch diese Woche nicht drin.

1.FC Nürnberg: Einige Verletzte Stammspieler und eine Reihe von schweren Gegnern haben den Club auf Rang 14 der Tabelle  abrutschen lassen. In der Liga ist das Team seit sechs Spielen ohne Sieg, aber nur im Heimspiel gegen Mainz hätte man von den Franken 3 Punkte erwarten dürfen. Die nächsten vier Spiele bringen den Nürnbergern Heimspiele gegen Kaiserslautern und Freiburg sowie die Auswärtsfahrt nach Hamburg. Gegner auf Augenhöhe also, in denen sich die Stärke des Teams wirklich zeigen kann. Die Ampel bleibt auf GELB.

Bayern München: Nach der 8 Tage andauernden Krise, in der Bayern kein Spiel gewinnen konnte, ist der Knoten bei den Münchnern mit dem erlösenden 6:0 im Pokal gegen Ingolstadt endlich geplatzt. In der Liga kam man darauf mit einer Energieleistung zum einem glücklichen 4:0 gegen Nürnberg, bei dem auch Mario Gomez endlich wieder traf, der fast 2 Wochen kein Tor mehr erzielt hatte (zuletzt am 18.10. beim 1:1 in Neapel). Mit den Bayern muss also auch in dieser Saison wieder zu rechnen sein! GRÜN

Bayer Leverkusen: Der Kölner Express rechnete letzte Woche vor, das Robin Dutt der schlechteste Trainer im Kalenderjahr 2011 sei und führte damit die Kampagne gegen den neuen Trainer der Werkself fort. Bei genauerer Betrachtung erzielten die Leverkusener in den letzten 6 Pflichtpielen 4 Siege und 1 Unentschieden und haben damit gute Chancen auf das Achtelfinale der Championsleague sowie einen Europapokalplatz in der Bundesliga. In Leverkusen leuchtet es endlich wieder GRÜN.

Borussia Dortmund: Letzte Woche starteten die Dortmunder mit dem 5:0 gegen den 1.FC Köln ihre Aufholjagd auf Bayern München. Anschließend zog das Team von Jürgen Klopp in das Achtelfinale des DFB-Pokals ein und konnte beim anschließenden Gastspiel bei den Heimstarken Stuttgartern einen Punkt entführen. Allerdings sorgt das Unentschieden auch dafür, dass die Mannschaft in der Tabelle hinter dem Rivalen aus Herne-Nord steht. Trotzdem bleibt die Ampel GRÜN.

Borussia Mönchengladbach: Gerade als man sich an den Gedanken gewöhnt hat, dass Mönchengladbach sich langsam aus den oberen Tabellenregionen verabschiedet und durch die eigene defensive Spielweise monatelang kein Tor erzielen wird kommen wie Borussen mit zwei starken Spielen wieder zurück: Im Pokalspiel gegen Drittligist Heidenheim mussten die Fans der Borussia zwar lange Zittern, aber die Mannschaft hätte das Spiel auch vor dem Elfmeterschießen entscheiden können. Danach gab es in der Bundesliga dank eines überragenden Marko Reus ein 2:1 Erfolg gegen Hannover 96. Seit dem 2.Spieltag leuchtet Borussias Ampel GRÜN.

FC Augsburg: 4 Punkte konnte der FCA aus zwei Bundesligaspielen sammeln, hinzu kam der Pokalerfolg in Leipzig, der die Vereinskassen mit einer halben Million Euro füllt. Kein Wunder, dass sich die Fuggerstädter auch beim Gastspiel in Köln etwas ausgerechnet haben. Dennoch ist alles, was sie mit nach Schwaben zurücknehmen können eine Verletzung von Kapitän Uwe Möhrle, eine Sperre für Stürmer Torsten Oehrl und die erste Unsicherheit von Torwart Simon Jentzsch. Kein Gelungener Ausflug. Die Euphorie der Vorwochen glüht bei uns jedoch noch ganz schwach GELB nach.

FSV Mainz 05: Auch gegen Werder Bremen reichte es für die Mainzer nicht zum dritten Saisonsieg. Beflügelt von der Führung durch Bungert und dem Pokalerfolg in Hannover waren die Hoffnungen schon groß, doch dann kam Claudio Pizarro. Der ist zur Zeit in bestechender Form und lies deshalb vor seinem Tor zum 1:1 etwa  6 bis 7 Mainzer Spieler aussteigen. Trainer Thomas Tuchel wirkt angeschlagen, und auch beliebte Methoden wie der „witzige Torwartwechsel“ scheinen zu verpuffen. Es bleibt ROT am Main.

Hannover 96: Wie viel ist ein Sieg gegen Bayern München wert? Auf jeden Fall nicht mehr so viel, wenn in zwei Spielen davor und danach nichts mehr gelingt. Hannovers Unfähigkeit ein Spiel zu gestalten wird in den vergangen Spielen immer offensichtlicher: Gegen die stürmischen Bayern reichte es zu einem Erfolg, aber Köln, Kopenhagen, Mainz und Mönchengladbach konnten nicht bezwungen. Garniert wird dieser Gesamteindruck mit dem Aus im DFB-Pokal. Wir schalten zurück auf GELB.

Hamburger SV: Thorsten Fink hat bereits jetzt bemerkenswertes geleistet beim HSV: Zwar sprechen die Ergebnisse noch nicht diese Sprache, aber er hat mit dem HSV noch nicht verloren, obwohl die Mannschaft in allen Spielen unter seiner Regie in Rückstand geriet. Unter Oenning war dies das Signal zur Selbstaufgabe, doch unter der Führung des neuen Trainers kämpften sich die Hamburger tapfer in jedes Spiel zurück, gewannen in der Verlängerung in Trier und holten gegen gut aufgelegte Lauterer in Unterzahl noch einen Punkt. Dennoch bleibt die Ampel bis zum nächsten Sieg in der Liga auf ROT.

Hertha BSC:  Bereits letzte Woche leuchtete Herthas Ampel GRÜN, hinzu kamen nun ein nicht zu erwartender Sieg in Wolfsburg und der Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Dies bestätigt unsere Ansicht und gibt keinen Grund zur Veränderung.

SC Freiburg: Das 0:1 gegen Bayer Leverkusen verdeutlicht die Probleme des Sportclub in dieser Saison: In den ersten zwanzig Minuten kamen die Freiburger kaum an den Ball, der bei Leverkusen ansehnlich zirkulierte. Als der Gegner seine Leistung dann auf Mittelmaß herunterfuhr kamen die Freiburger aufgrund technischer Schwächen nur zu wenigen guten Chancen, und diese konnten nicht genutzt werden. Die einzige Hoffnung auf den Klassenverbleib scheint Papiss Cisse zu sein, der seine außergewöhnliche Klasse auch gegen Leverkusen wieder unter Beweis stellte. Trotzdem bleibt die Ampel ROT.

Schalke 04: Schalke hat zurzeit einen Lauf: Die letzten vier Pflichtspiele wurden mit allesamt gewonnen, dabei konnten 12:1 Tore für die Königsblauen verbucht werden. Sowohl die Diskussionen um Trainer Stevens als auch um Torwart Hildebrand sind verstummt, man steht auf dem 2. Platz der Tabelle und damit vor der Freizeittruppe von Gelb-Schwarz Lüdenscheid. Nach wochenlangen internen Querelen im Verein und heftigem Genörgel in dieser Kolumne leuchtet die Ampel nun endlich GRÜN. Obwohl Jermaine Jones sich wieder in die erste Elf gespielt hat.

VfB Stuttgart: Beim 1:1 gegen den deutschen Meister zeigten die Schwaben erneut ihr Potential und bewiesen, dass ihre Platzierung weit vorne in der Tabelle kein Zufall ist. Trotz des Ausfalls von Sturmtank Progrebnyak verfügt der VfB über genug Qualität, den BVB an den Rand einer Niederlage zu bringen und in die nächste Pokalrunde einzuziehen. Wir lassen die Ampel auf GRÜN.

VfL Wolfsburg: So langsam sollte sich die Mannschaft gefunden haben, aber der VfL Wolfsburg taumelt weiter in den unteren Regionen des Tabellenmittelfelds herum. Nachdem seit Mitte September ein schönes Wechselspiel aus Heimsieg und Auswärtsniederlagen etabliert werden konnte, kam nach dem Punktgewinn in Hamburg wieder etwas Hoffnung auf. Diese verspielte die Mannschaft jedoch im Heimspiel gegen Hertha, in dem Wolfsburg in beeindruckender Manier einen hart erkämpften Ausgleich umgehend wieder aus der Hand gab. Und dies gleich zwei Mal. Mandzukic und Benaglio allein scheinen den Wölfen nicht auszureichen um in den Europapokal einzuziehen. Es ist trostlos in der Autostadt. Es ist ROT.

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