Die Ampel: Die perfekte Woche des BVB

18. April 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Ampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

 

 

Borussia Dortmund
Ein Sieg gegen Bayern München im Heimspiel, anschließend ein verdienter Auswärtserfolg bei Schalke 04. Und durch diese beiden Siege sichert sich der BVB die achte Meisterschaft der Vereinsgeschichte. Besser kann eine Woche für Borussia Dortmund, seine Spieler und seine Anhänger gar nicht laufen. Es war die perfekte Woche für den BVB. Deshalb steht der Verein heute nicht in, sondern über der Ampel

 

 

1.FC Nürnberg
Wer hätte erwartet, dass wir den Club in dieser Saison noch einmal bei grünem Licht erleben dürfen? Aber die Leistungen der Franken waren in der letzten Woche beeindruckend: Unter der Woche wurde Schalke mit 4:1 geschlagen, anschließend mit einem Sieg beim 1.FC Kaiserslautern der Klassenerhalt gesichert. Und plötzlich ist Daniel Didavi der beste Spieler der Bundesliga.

1899 Hoffenheim
Noch eine grüne Überraschung: Die TSG Hoffenheim ist zurück, und hat plötzlich ganz reale Chance aufs internationale Geschäft. Der Respekt gilt dem Trainerteam um Markus Babbel, der die Mannschaft wieder auf Kurs brachte und mit dem 4:0 über den HSV sogar den ersten Heimsieg des Jahres feiern konnte.

Bayern München
In Dortmund und gegen Mainz verspielten die Bayern die Chance auf die Meisterschaft, bei den Münchenern ein sicherer Grund zur Abwertung. Allerdings kamen dann die punktgenauen Attacken von Uli Hoeneß gegen die Konkurrenz aus Dortmund und der 2:1 Sieg im wahrscheinlich besten Fußballspiel dieser Saison gegen Real Madrid. Da lassen wir die grüne Lampe leuchten.

Borussia Mönchengladbach
Dank des 3:0 im rheinischen Derby gegen den 1.FC Köln scheint den Borussen die Championsleague Qualifikation sicher zu sein. Auch der direkte Startplatz für die Gruppenphase rückt dank der Schalker Negativserie wieder in greifbare Nähe.

Hannover 96
Hannover 96 befindet sich derzeit auf einem ständig wechselndem Kurs zwischen Heimsiegen und Auswärtsniederlagen, so folgte auf den wichtigen 2:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg prompt eine Niederlage beim abstiegsgefährdeten „großen HSV“. Dennoch reicht dieser Kurs aus, um den 7.Platz zu halten und sich erneut für die Europaleague zu qualifizieren. Der Verletzungen der Stürmer Diouf und Abdellaoue könnte die Quali jedoch noch gefährden.

SC Freiburg
Der SC Freiburg verpasste im Heimspiel gegen Hoffenheim die Chance, endgültig die Klasse zu halten. Dennoch darf es angesichts der starken letzten Wochen keinen Zweifel geben, dass der SC trotz einer grauenhaften Hinrunde und vielen Personalwechseln in der Winterpause auch nächstes Jahr in der Bundesliga spielen wird.

VfB Stuttgart
In den letzten drei Spielen geriet der VfB Stuttgart drei Mal in Rückstand und gewann jedes dieser Spiele mit mindestens zwei Toren Differenz. Die Leistungsstärke der Schwaben ist in dieser Phase der Saison absolut beeindruckend und lässt Gedankenspiele zu, was wohl möglich gewesen wäre, wenn die Mannschaft zwischen November und Februar mehr als nur 1 Spiel gewonnen hätte. Der Einzug in die Europaleague scheint indes sicher.

 

 

Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen bestritt vergangene Woche drei Spiele gegen Abstiegskandidaten, davon zwei im heimischen Stadion. Die Ausbeute von 5 Punkten aus diesen Spielen ist für das neue Trainerteam Hyypiä/Lewandowski sicherlich kein Grund für Jubelstürme, aber eine solide Basis für die kommenden Wochen. Im Gegensatz zu Werder Bremen kann Leverkusen nach wie vor von dem einst enormen Vorsprung zehren und dadurch mit dem Einzug in die Europaleague planen.

FC Augsburg
Simon Jentzsch sorgte mit überragenden Paraden beim Spiel in Wolfsburg dafür, dass der FCA trotz zwei Niederlagen in Serie 3 Punkte holte und dadurch weiter eine gute Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt besitzt. Die Schwaben scheinen die Klasse halten zu können, auch wenn die kommenden Wochen mit Spielen gegen Schalke, Mönchengladbach und Hamburg wenig Hoffnung auf zusätzliche Punkte machen.

FSV Mainz 05
Mainz 05 feierte diese Woche ein berauschendes 4:0 gegen den 1.FC Köln, bei dem es für einige Zuschauer Vollidioten  leider unumgänglich war, Lukas Podolski mit Gegenständen zu bewerfen. Anschließend reichte es bei auf Kraftersparnis konzentrierten Bayern für einen Punkt. Somit müssen die Mainzer aus den kommenden Spielen gegen Wolfsburg, Hamburg und Gladbach noch 2 Punkte holen, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen. Dies erscheint durchaus möglich.

Schalke 04
Das Aus im Europapokal erhielt Begleitung von einem katastrophalen 1:4 in Nürnberg und einer Heimniederlage im Derby gegen Borussia Dortmund. Der Erfolg gegen auswärtsschwache Hannoveraner kann das Umschalten auf gelbes Licht auch nicht verhindern: Schalke 04 steckt zum Saisonende in einer kleinen Krise. Auch das Verletzungspech der Torhüter spielt hier eine Rolle: Fährmann und Hildebrand stehen nicht zur Verfügung und Lars Unnerstall hat bei weitem noch nicht die Form, die ihn vor seiner Schulterverletzung auszeichnete.

VfL Wolfsburg
Der VfL Wolfsburg scheint diese Saison nur 11 Spieler zu haben, die den Erfolg des Vereins gewährleisten können: Benaglio, Hasebe, Felipe, Russ, Rodriguez, Josue, Polak, Dejagah, Schäfer, Mandzukic und Helmes. Wann immer diese Formation, durch Einfluss des Trainers oder äußeres Verschulden, in den letzten Wochen durchbrochen wurde, tat sich der VfL extrem schwer mit seinen Gegnern. Alexander Madlung, ein Spieler für den Felix Magath einen besonderen Fetisch zu haben scheint, zertrampelte das zarte Pflänzchen der Hoffnung auf Europa binnen einer Woche: Dem Platzverweis gegen Dortmund folgte in der Partie gegen Augsburg ein Fehler, der an Dummheit und Arroganz nicht zu überbieten ist und direkt zum Führungstor der Gäste führte.

 

 

1.FC Kaiserslautern
Neben den schlechtesten Stürmerverpflichtungen der Saison hat Lautern nun auch noch den dümmsten Trainerwechsel des Jahres auf der Habenseite. Das Team hat durch die Verpflichtung von Krassimir Balakov endgültig den Glauben an sich selbst verloren. Man kann den Pfälzern nur wünschen, dass sie mit einem anderen Trainer das Projekt Wiederaufstieg in Angriff nehmen.

1.FC Köln
Nach 30 Spielen ist Stale Solbakken aus mehreren Gründen beim 1.FC Köln gescheitert. Sein Nachfolger Frank Schaefer konnte den Anforderungen als Heilsbringer im ersten Spiel nicht gerecht werden, sein Team wurde von Gladbach glatt mit 3:0 besiegt. Der letzte Strohhalm sind die Heimspiele gegen Stuttgart und Bayern. Das klingt nicht besonders aufmunternd.

Hamburger SV
Ich mag die Sequels, die zurzeit in Hamburg produziert werden. Titel wie „Wir sind im Abstiegskampf angekommen IV“ und „Die Spieler haben es begriffen XII“ haben aber immer nur eine Laufzeit bis zum nächsten Spiel. Dann gibt es Klassiker wie „Mit dieser Leistung gehören wir nicht in die Bundesliga VIII“, wieder von Kultregisseur Heiko Westermann. Wer diesen aufgewärmten Mist nicht sehen will, der wartet bis Mai. Dann gibt es endlich die langerwartete Fortsetzung „Jetzt greifen wir richtig an XXXIV – Auf nach Europa, diesmal aber wirklich in Echt!“

Hertha BSC
Es gibt diese Momente, die ein Knackpunkt sein können. Beim Spiel der Hertha in Leverkusen gab es davon zwei: Den überragend gehaltenen Elfmeter von Thomas Kraft, welcher der Mannschaft einen Adrenalinschub gab, der reichte, um das Spiel in Unterzahl zu drehen und der Mannschaft enormes Selbstvertrauen einflößte. Oder der Ausgleich zum 3:3, welcher aufzeigte, dass trotz der intensiven Laufarbeit doch nur ein mageres Pünktchen heraussprang. Die kommenden Wochen werden zeigen, in welche Richtung es geht. In Hamburg, Augsburg und Köln wird man hoffen, dass Stefan Kießling die Hertha endgültig gebrochen hat.

Werder Bremen
Es wirkt wie ein Flashback zu Beginn des Jahrtausends, was derzeit in Bremen passiert: Die Mannschaft lässt, wie zu dieser Zeit, auf eine gute Hinrunde eine miserable Rückrunde folgen. Der beste Torschütze der Bremer heißt, wie zu dieser Zeit, Claudio Pizarro. Und das Duo Trainer/Manager heißt, wie damals, Thomas Schaaf und Klaus Allofs. Auch wenn diese Zeit die Nerven der Bremer Fans arg strapazierte und strapaziert, darf man das Happyend nicht vergessen: Am Ende dieser Leidensphase stand der Doublesieg 2004.

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