Die Ampel: Die Rückkehr der Neonfarben

3. Mai 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Ampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

 

 

1.FC Nürnberg
Fünf Spiele ist der Club nun bereits ungeschlagen. Und der 3:2-Sieg in Hoffenheim wurde mit einem ganz besonderen Bonbon garniert: Mit etwas sehr viel Glück können die Franken noch in den Europapokal einziehen.

Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen gelang es durch das 1:0 gegen Hannover 96 nicht nur das Ticket für die Europa League zu lösen, sondern auch den VfB Stuttgart zu überholen und damit den Playoffs aus dem Weg zu gehen. Der fünfte Tabellenplatz ist letztlich auch das, was im Rahmen der Möglichkeiten der Werkself steht.

Bayern München
Championsleague Finale. DFB-Pokalfinale. Vizemeisterschaft. Ist ja alles OK. Aber warum mussten die Leute von adidas die große Kiste mit Sachen aus den Neunzigern ausgraben und die Bayerntrikots mit Neonfarben vollschmieren? Ein unverständlicher Fehlgriff, welcher die Vorfreude auf die neue Saison arg vermindert.

Borussia Dortmund
Borussia Dortmund ist deutscher Meister und unterhielt, trotz der gefürchteten Stammspielergrippe (eine eigentümliche Form der Erkältung, die nur Leistungsträger trifft), das Publikum in Kaiserslautern bestens. Klingt nach einer weiteren grünen Woche.

Borussia Mönchengladbach
Gladbach büßte in den letzten Wochen der Saison einiges an Kraft und Spielfreude ein, dies soll aber nicht den Blick aufs Wesentliche trüben: Die Borussia hat eine tolle Saison gespielt und darf sich in der kommenden Spielzeit in der Championsleague Qualifikation versuchen.

FC Augsburg
Der FC Augsburg wird ein weiteres Jahr in der Bundesliga spielen. Trainer, Mannschaft, Manager und Umfeld verdienen sich das größtmögliche Kompliment für diese sprichwörtlich unglaubliche Leistung.

SC Freiburg
Die Feierlichkeiten anlässlich des Klassenerhalts waren noch gar nicht richtig abgeklungen, da gab es schon den nächsten Grund zum Jubel: Der SC nahm den 1.FC Köln nach allen Regeln der Kunst auseinander. Besonders beeindruckend das 2:1 durch Karim Guede, dem ein langer Ball über 40 Meter und zwei Volleyabnahmen vorrausgingen. Solch ein Spielzug gelingt nur an besonderen Tagen.

Schalke 04
Raul wurde verabschiedet, das letzte Heimspiel mit 4:0 gewonnen und die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League perfekt gemacht. Dies setzt den Schlussstrich unter eine Saison, aus der jede Menge positive Erinnerungen bleiben. Der fade Beigeschmack, gegen Spitzenteams regelmäßig chancenlos gewesen zu sein, wird hingegen verschwinden.

VfB Stuttgart
Das der VfB noch einmal um den fünften Platz kämpfen muss, ist ein wenig Schade, aber angesichts der schweren Auswärtsaufgaben in Köln und München schwer vermeidbar gewesen. Immerhin wird der VfB nächste Saison international am Start sein und darf sich über eine tolle Rückrunde freuen.

 

 

1899 Hoffenheim
In Sinsheim steht man vor den Scherben einer Saison. Sah es vor zwei Wochen noch danach aus, als würde es ein versöhnliches Ende geben und sogar noch ein Platz in der Europa League ergattert werden können, verlor das Team beide Heimspiele gegen Leverkusen und Nürnberg. Nun bleibt als Trost nur die mögliche persönliche Genugtuung für Trainer Babbel, seinen Ex-Verein in die 2.Liga schicken zu können.

FSV Mainz 05
Wir haben uns an dieser Stelle oft über Hoffenheim als langweiligstes Team der Liga lustig gemacht. Diese Auszeichnung geht in den letzten Wochen der Saison an Mainz 05, die seit 3 Wochen weder ein Tor kassiert, noch geschossen haben. Drei 0:0 in Folge zeugen zwar von großer taktischer Disziplin, bringen aber auch ein Unterhaltungsdefizit zum Ausdruck.

Hannover 96
Wie bereits zum Ende der Hinrunde droht Hannover auch zum Ausklang der Rückrunde die Kraft auszugehen. Begleitet von den Diskussionen um den Abgang/Rücktritt/Kündigung von Manager Jörg Schmadtke versucht sich die Mannschaft auf dem Zahnfleisch in die Europaleague zu retten.

Fällt eigentlich jemandem auf, dass in Hannover seit 10 Jahren immer wieder Manager gehen (Schmadtke, Kaenzig, Moniz), weil sie sich angeblich mit den Trainern streiten (Rangnick, Hecking, Slomka), aber Martin Kind der einzige ist, der die gesamte Zeit über im Verein war?

Hamburger SV
Liebe Hamburger: Das war eine Übergangssaison. Das bedeutet, dass man erst ganz spät den Klassenerhalt sicher hat, sich junge Verteidiger gegenseitig umrennen und man im nächsten Jahr nicht in Europa vertreten ist. Klingt komisch, ist aber so. Und so ein Umbruch, der braucht seine Zeit. Bestimmt 2 Jahre. Also bringt die nächste Saison wieder ganz spät den Klassenerhalt, mehr junge Verteidiger, die sich gegenseitig umrennen und noch ein Jahr ohne Europapokal. Und wenn ihr dann immer noch den Thorsten auf der Bank und den Frank auf der Tribüne habt, passiert im dritten Jahr was ganz Lustiges. Ihr müsst nur Geduld haben.

VfL Wolfsburg
Nachdem wir einiges an Spott und Häme über Felix Magath ausgegossen haben, wäre es unerträglich, wenn Wolfsburg den Europapokal erreichen würde. Doch selbst unser Liebling der letzten Woche, Alex Madlung, konnte den Sieg gegen Bremen nicht verhindern. Bleibt nur Hoffnung, dass am letzten Spieltag nichts Dummes passiert und Hannover sein Heimspiel gegen Lautern gewinnt.

 

 

1.FC Kaiserslautern
Immerhin gibt es zum Saisonende noch einmal gute Unterhaltung: Kaiserslautern hat in den letzten 2 Spielen 4 Tore erzielt. Das sind fast 50% aller Tore, welche die Pfälzer in der Rückrunde erzielt haben! Und der Vorstand hat direkt reagiert: Nach den großen Erfolgen Wagner, Swierczok, Shechter und Derstroff wurde mit Andrew Wooten der nächste Wunderstürmer unter Vertrag genommen.

1.FC Köln
Frank Schaefer ist ein Heimtrainer. Allerdings keiner von der Sorte, die viele Menschen als praktischen Kleiderständer im Hobbyraum stehen haben. Ein Heimtrainer, der nur in Heimspielen Punkte einbringt. Deshalb sind 1:7 Tore und 0 Punkte aus den Auswärtsspielen in Freiburg und Gladbach nicht überraschend. Aber ein Heimtrainer, der nur zwei Heimspiele gegen Stuttgart und Bayern  hat, tut sich schwer, in diesen Spielen die Klasse zu halten.

Hertha BSC
Wir haben Hoffnung und Glaube an Hertha BSC verloren. Die Situation ist wie gemalt: Köln muss noch gegen Bayern München antreten, Berlin spielt daheim gegen einen Verein aus dem Tabellenmittelfeld, der für seine demotivierten Auftritte bekannt ist. Und trotzdem wirkt der Relegationsplatz für die Hertha absolut utopisch.

Werder Bremen
Bremen hat es tatsächlich geschafft, sich auf den letzten Metern der Saison auf dem Weg in die Europaleague von seinen durchschnittlichen Konkurrenten überholen zu lassen. Gerade in einer solchen Phase der Saison fehlen langfristige und erfahrene Profis wie Frings, Mertesacker, Pasanen oder Daniel Jensen, die alle vor/in dieser Saison den Verein verlassen haben. Insofern darf man gespannt abwarten, was nächste Saison passiert, wenn eine weitere Gruppe Leistungsträger den Verein verlässt.

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