Die Ampel: Eierlegender Wollmilchfussball

18. Dezember 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

So kurz vor Weihnachten  freuen wir uns über Alles: Über eierlegenden Wollmilchfussball, über richtig dämliche Gegentore, über einen sackigen Werdertorwart und Thorben Marx. Dazu gibt es Trainer, die humpeln; Trainer, die zumindest den richtigen Namen haben und Trainer, die keine Mülleimer sind und nie waren. Die bunteste Spieltagsanalyse Deutschlands: Die Ampel auf der Doppelsechs!

In der Ampel bewerten wir die aktuelle Situation der Bundesligisten in den Farben Rot, Gelb und Grün. Dies soll Euch einen schnellen Überblick gibt, was wo mit wem eigentlich los ist.

 

 

1.FC Nürnberg

  • Von den letzten 5 Spielen ging nur 1 verloren. Und das eher unglücklich in Leverkusen.
  • Schade, dass Dieter Hecking sich ständig benachteiligt fühlt. Und aufgrund einer Knieoperation kann er sich nicht mal angemessen aufregen.
  • Dafür liefen fast alle anderen Co-Trainer nach dem Spiel in Bremen zum Schiri und freuten sich gemeinsam über den gleichsam späten und irregulären Ausgleichstreffer der Bremer.

 

Bayer Leverkusen

  • Wie viel Gegenwehr die Hamburger am Samstag leisteten, wird sehr schön durch das 3:0 illustriert.
  • Bernd Leno bereitete den Treffer mit einem Abschlag vor. Das klappt nur, wenn der Gegner hochkonzentriert ist.
  • Trotzdem bleibt die Vizeherbstmeisterschaft ein schöner und verdienter Erfolg.

 

Bayern München

  • Manchmal will der Ball einfach nicht ins Tor.
  • Und dann kommt auch noch ein guter Torwart dazu.
  • Der Dezember ist nicht der Monat von Jerome Boateng: Rote Karte in der Champions League, Elfmeter verschuldet in der Bundesliga. Böser Dummer Junge!

 

Borussia Dortmund

  • Dortmund hat Sonntag eine Halbzeit lang gewartet, bis Hoffenheim sich selbst schlägt.
  • Dann mussten sie doch noch etwas dafür tun. Allerdings nur 5 Minuten lang.
  • Klopps Truppe hat die Klasse, fast jede Bundesligamannschaft spielerisch zu besiegen. Sie zeigen es nur nicht so häufig, wie in den letzten 2 Jahren

 

Borussia Mönchengladbach

  • Mit Thorben Marx vor der Abwehr kam der Erfolg zurück an den Niederrhein. Bezeichnend, dass er das Führungstor in München erzielte.
  • Gleichsam bezeichnend, dass er das zweite Tor mustergültig vorbereitete. Leider war der Torschütze Shaqiri. Und der traf für Bayern.
  • Was wiederrum exemplarisch dafür ist, warum es mit Thorben Marx nur für Rang 8 reicht.

 

Eintracht Frankfurt

  • Die Eintracht hat es total geschickt verstanden, zwischendurch ein paar Spiele in den Sand zu setzen, um wieder unterschätzt zu werden.
  • Beeindruckend, 6 Tore in den letzten 2 Spielen zu schießen, ohne dass ein Stürmer daran beteiligt gewesen ist.
  • Noch beeindruckender, ohne einen bundesligatauglichen Angreifer auf Rang 4 zu überwintern.

 

Fortuna Düsseldorf

  • Die Fortuna überwintert mit 21 Punkten im unteren Mittelfeld der Tabelle. Tolle Leistung einer Mannschaft, die als Favorit auf den Abstieg galt.
  • Dazu hat man mit Robbie Kruse, der in der zweiten Liga meist nur Ersatzspieler war, eine der Überraschungen der Liga im Kader.
  • Die Fortuna hat eine große Auswahl von durchschnittlichen Spielern in der Mannschaft, von denen immer einer einen Sahnetag erwischt. Wie Ken Ilsö am Samstag.

 

Mainz 05

  • Thomas Tuchel ist auf dem Weg, den FSV Mainz innerhalb von drei Jahren das zweite Mal in die Top 6 der Liga zu führen.
  • Zumindest die Hälfte des Weges dorthin hat er schon zurückgelegt.
  • Was wohl leider dazu führen wird, dass zumindest Adam Szalai in der kommenden Saison nicht mehr in der Twoface Arena auflaufen wird.

 

Hamburger SV

  • Der Hamburger SV hat mit der gleichen Leistung 2:0 gegen schwache Hoffenheimer gewonnen und 0:3 gegen starke Leverkusener verloren.
  • Da man in Hamburg aber nur auf sich selbst schaut, und die Gegner egal sind, war man gegen Hoffenheim super und in Leverkusen richtig schlecht.
  • Solange van der Vaart verletzt ist, kann man ohnehin jeden Punktverlust darauf zurückführen. Fußball ist ein einfacher Sport, aber beim HSV ist alles nochmal ‘ne Stufe simpler.

 

SC Freiburg

  • Robin Dutt, Felix Magath, Huub Stevens. Die Liste der Trainer, die nach einer Heimniederlage gegen Freiburg entlassen wurden, ist lang.
  • Das Team von Christian Streich spielt dabei kompakten, disziplinierten, schnellen und offensiv witzigen eierlegenden Wollmilchfußball.
  • Und schießt eine Menge Tore, obwohl mit Kruse und Rosenthal zwei Mittelfeldspieler im Sturm spielen.

 

VfB Stuttgart

  • Die Niederlage in Mainz war schon ein wenig unnötig.
  • Aber nachdem der VfB in der Hinrunde 14 Spieltage lang in der unteren Tabellenhälfte unterwegs, ist Platz 9 in der Halbzeittabelle schon völlig OK.
  • Außerdem haben wir viel von den Schwaben gelernt. Etwa, dass Bruno Labbadia kein Mülleimer, Raphael Holzhauser geschminkt und William Kvist verdammt gut ist.

 

 

Hannover 96

  • Hannover kommt nicht so recht aus der unteren Tabellenhälfte heraus.
  • Hannovers Neuzugänge der letzten beiden Jahre bilden zwei Kategorien: Der Linksfuß, der es schafft (Pander/  Huszti) und der enttäuschende Rest (Royer, Hauger, Sakai, Felipe,…)
  • Ein breiter besetzter Kader wäre ein gutes Mittel gegen Einbrüche am Ende der Hinrunde.

 

Werder Bremen

  • Die Bremer versäumten es am Sonntag gegen Nürnberg, einfach mal ein Tor zu machen.
  • Es musste unbedingt ein schönes Tor sein. Am Ende war es dann ein Abseitstor, das zudem nur einen Punkt brachte.
  • Auch, weil Sebi Mielitz vorher wie ein Sack umfiel, statt wie ein Torwart zu springen. So machte auch die von uns geliebte Werderhupe keinen Spaß.

 

VfL Wolfsburg

  • Um das Spiel gegen Frankfurt zu verlieren, genügten den Wolfsburgern genau 10 Sekunden. Zwischen der roten Karte für Josue und dem aus dem folgenden Freistoß resultierenden 0:2.
  • Richtig blöd wird das Ganze, wenn man darauf hinweist, dass es besagten Freistoß in der Frankfurter Hälfte gab.
  • Genau solche Gegentore haben in dieser Saison bereits einen Wolfsburger Trainer den Job gekostet.

 

 

1899 Hoffenheim

  • 12 Punkte in der Hinrunde sind schon ziemlich schlecht.
  • Da ist es auch wenig hilfreich, wenn Spieler gestehen, dass sie vor der Saison mit ein paar Kilo Übergewicht nach Sinsheim gekommen sind. Wie Eren Derdiyok.
  • Oder andere Spieler in Interviews niemals „Wir“ sondern ständig „die Mannschaft“ sagen. Besonders, wenn es Führungsspieler wie Salihovic, Compper oder Wiese sind.

 

FC Augsburg

  • Es reicht nicht.
  • Aber es sollte und könnte reichen.
  • Die Mannschaft ist im Schnitt gut genug, die verletzten Spieler sind ins Team zurückgekehrt. An irgendwas hapert es trotzdem. Es heißt Markus.

 

Greuther Fürth

  • Es reicht nicht.
  • Und es muss auch nicht reichen.
  • Einfach nochmal 17 Bundesligaspiele genießen.

 

Schalke 04

  • Trainerwechsel werden von uns immer mit rotem Licht belohnt. Derart stumpfe und überhastete verdienen sich sogar ein extra großes Lob.
  • Irgendjemand sollte Clemens und Hotte verraten, dass nicht jeder Trainer mit den Initialen JK aus einem finanziell maroden Revierclub einen deutschen Meister formt.
  • Besonders nicht, wenn JM und RN furchtbar formschwach sind und KJH alles egal ist.

 

 

 

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