Die Ampel: Ein hilfloses, verwirrtes Wolfsrudel

29. Februar 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

 

 

Bayer Leverkusen
Ohne Ballack, aber mit Rolfes wollte es nicht so ruhig hinhauen. Mit Ballack, ohne Rolfes gab es anscheinende auch zu wenige Punkte. Und mit Ballack und Rolfes scheint nicht zu klappen, weil sonst das Universum implodieren würde (oder so). Also mal ohne Ballack und ohne Rolfes. Die Bilanz: 6 Tore und 6 Punkte aus zwei Spielen. Der Europaleagueplatz ist gefestigt.

Borussia Dortmund
Siebtes Spiel für den BVB in der Rückrunde, siebter Sieg für den BVB in der Rückrunde. Bei der derzeitigen Form von Piszczek, Lewandowski und Blaszczykowski darf gespannt sein, was EM-Gastgeber Polen im Sommer zu leisten im Stande ist.

Borussia Mönchengladbach
Im Gegensatz zu Bayern und Dortmund, welche auch mit durchschnittlichen Leistungen drei Punkte einfahren können, brauchen die Gladbacher immer eine Topleistung, um zu siegen. Das 1:1 gegen den HSV ist ein schönes Beispiel dafür. Dennoch kein Grund, die Ampelfarbe zu verändern.

FSV Mainz 05
Mainz hat in der Rückrunde erst 1 Spiel verloren und, wenn man Statistiken wohlwollend interpretiert, den besten Wintereinkauf der Bundesligageschichte in seinen Reihen. Hinzu kommt ein 4:0 im Derby. Das klingt doch sehr grün, oder?

Hannover 96
Am Wochenende setzte es die erste Niederlage der Rückrunde. In einem Auswärtsspiel, beim deutschen Meister. Das klingt nach einer entschuldbaren Schlappe. Unter der Woche gelang hingegen der Einzug in das Achtelfinale der Europaleague. Für Hannover 96 ein außergewöhnliches Ereignis.

Schalke 04
Soll man sich ärgern, dass es für ganz oben nicht reicht? Die Niederlagen in Dortmund, Möchengladbach und München, alle ohne eigenen Torerfolg, sprechen eine deutliche Sprache. Oder soll man sich erfreuen, an den überragenden Fußballfesten im eigenen Stadion, in dem Teams wie Wolfsburg und Bremen gnadenlos abgeschossen wurden? Die Schalker täten gut daran, Letzteres zu tun. Und in künftigen Partien nicht mehr Benedikt Höwedes (1 Richtungswechsel pro Halbzeit) gegen Franck Ribery (2 Richtungswechsel pro Sekunde) spielen zu lassen.

 

 

1.FC Nürnberg
Normalerweise besticht der Club dadurch, dass er Spiele gegen schwächere Teams gewinnt und gegen Teams aus den oberen Tabellenregionen brav die Punkte abgibt. Samstagabend in Bremen hatten wir es eindeutig mit einem nicht braven Club zu tun: Die Franken nahmen die Punkte aus Bremen einfach mit.

1899 Hoffenheim
Der nächste Offenbarungseid von Felix Magath sorgte für große Freude in Hoffenheim, wo Markus Babbel seinen ersten Sieg als Trainer der TSG bejubeln darf. Ein frühes und ein spätes Tor, jeweils begleitet von planlos umherirrenden Wolfsburger Mittelfeldspielern, geben die Richtung für die große Zukunft der Kraichgauer vor: Platz 9. Immerhin einstellig.

Bayern München
Das 2:0 gegen Schalke 04 verspricht die Bundesliga wieder spannend zu machen, aber auch das verdiente 0:1 gegen Basel in der Championsleague fällt in den Bewertungszeitraum dieser Kolumne. Zudem ist der Rückstand auf den BVB bereits auf 5 Punkte angewachsen. Deshalb wird es erst bei mehr Konstanz auch wieder mehr grünes Licht geben.

FC Augsburg
Ein Wochenende, an dem die Rekorde purzelten: Es gab die höchsten Sieg der Augsburger Bundesligageschichte, das erste Spiel in dem die Mannschaft drei Tore erzielte und das Verlassen der Abstiegs- und Relegationsplätze zu feiern. Her mit dem gelben Partylicht!

Hamburger SV
Mit den eigenen Waffen geschlagen: Die Spieler des HSV rückten in Gladbach weit auf, standen häufig mit acht oder neun Spielern in der gegnerischen Hälfte (auch ohne Ballbesitz) und störten die Gladbach ganz früh im Spielaufbau. Lohn war der zweite Punktgewinn gegen ein Team aus dem Spitzenquartett in der Rückrunde. Thorsten Fink scheint einiges bewegen zu können beim Tabellenzwölften.

SC Freiburg
Dem kleinen Erfolg gegen Bayern München folgte am nächsten Spieltag die Ernüchterung: Die Partie beim VfB Stuttgart ging mit 1:4 verloren. Dennoch sollten Auswärtspunkte für einen Abstiegskandidaten ohnehin eher die Ausnahme sein. Wir warten das nächste Heimspiel ab und lassen die Ampel auf gelb.

VfB Stuttgart
Lange Zeit blieb der VfB ohne Punkt, die Sägen für Brunos Stuhl waren schon gezückt und einsatzbereit, und nun gab es plötzlich 6 Punkte aus den letzten beiden Heimspielen. Dennoch sollte darauf verwiesen werden, dass die Gegner lediglich Freiburg und Berlin waren, welche gegen den Abstieg kämpfen. Trotzdem gibt es eine Aufwertung für zwei überzeugende Heimsiege mit 9 geschossenen Toren.

Werder Bremen
Die Verletzten waren zurück, alles drohte besser zu werden und dann das: Das furchtbar dumme 0:1 im Heimspiel gegen Nürnberg lässt nicht nur Leverkusen in der Tabelle vorbeiziehen, sondern auch Hannover als Konkurrent um die Europapokalplätze auf erscheinen. Wieder zurück auf gelb.

 

 

1.FC Kaiserslautern
Es wird kritisch in der Pfalz. Denn Niederlagen gegen Bayern und Gladbach können sicherlich verziehen werden. Doch ein 0:4 gegen Mainz 05, die man in der Hinrunde noch besiegen konnte, stimmen bedenklich, was die Zukunftsaussichten des FCK angeht. Hinzu kommt nun auch noch der Ausfall von Stürmer Dorge Kouemaha, mit 2 Toren der zweitbeste Schütze des Vereins. Durch diese Zahlen wird direkt das nächste Problem aufgezeigt…

1.FC Köln
Es wirkt unglaublich, aber der 1.FC Köln hat bereits ein Spiel in der Rückrunde gewonnen und – noch unglaublicher – hat nach wie vor 6 Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Dennoch sollte sich langsam mal herausstellen, welches Konzept der „Konzepttrainer“ Stale Solbakken eigentlich hat. Der konzeptlose Hurrastil von Frank Schäfer sorgte letztes Jahr für deutlich mehr Begeisterung.

Hertha BSC
Die Hertha steckt tief in einer Krise, daran kann auch ein Spitzentrainer wie Otto Rehhagel kurzfristig wenig ändern. Helfen würde es wahrscheinlich, Spieler wie Levan Kobiashvili aus der Mannschaft zu nehmen. In einer Truppe von schwachen Berlinern fiel der Georgier durch besonders dämliche Ballverluste auf, ohne auch nur den Eindruck zu erwecken, die Kugel zurück haben zu wollen. Bald ist Andreas Ottl zurück, auch wenn es fast schon verzweifelt wirkt, Hoffnung mit seiner Person zu verknüpfen.

 VfL Wolfsburg
Wirklich, Felix? Der VfL Wolfsburg verlor 0:4 gegen Schalke, erspielte sich dabei einige Chancen, aber die löchrige Deckung sah häufig sehr schlecht aus. Da lässt man natürlich die gleiche Viererkette nochmal spielen, stellt aber weiter vorne kräftig um. Ergebnis ist ein Fehlpassfestival einer verunsicherten und uneingespielten Mannschaft. Auffällig zudem, dass der einzige Spieler, den Magath immer spielen lässt, seit Wochen außer Form ist. Christian Träsch ist – als Rechtsverteidger – einfach grauenhaft schlecht. Immerhin glich das komplette Mittelfeld, gemäß dem Vereinsnamen, einem planlosen Wolfsrudel, das verwirrt hinter Gegner und Ball her hetzt.

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