Die Ampel: Fredi und die Kloschüssel

13. Mai 2014Felix> Bundesliga, Analyse, | Die Ampel

Zum Abschluss der Spielzeit 2013/2014 nehmen wir die 18 Bundesligisten nochmal unter die Lupe – im Licht unseres bewährten Stimmungsbarometers, der Ampel. Zunächst schauen wir uns im Tabellenkeller um und schauen nach, was bei Eintracht Braunschweig, dem 1.FC Nürnberg und dem VfB Stuttgart so alles los war.

 

ampel_braunschweig

Die Saison von Eintracht Braunschweig lässt einen einfach Schluss zu: Die Zeit, in der man mit guten Zweit- und Drittligaspielern und einer Menge von Lauf- und Kampfbereitschaft in der Bundesliga bestehen konnte, sind vorbei. Die Löwen kamen von der bloßen Qualität ihres Kaders her nie ernsthaft für den Klassenerhalt in Betracht und dass es bis zum Ende spannend blieb, ist in erster Linie der Schwäche der Konkurrenz zu verdanken.

Eine gute Phase Mitte der Rückrunde brachte den BTSV in der Tabelle zwar wieder an den Relegationsplatz heran und vermittelte den Eindruck, Domi Kumbela sei ein Stürmer mit ausreichend Klasse für die erste Liga, brachte jedoch auch ein großes Problem mit sich. Spätestens nach dem 3:0 gegen Hannover am 29.Spieltag wurde die Eintracht von ihren Gegnern wieder ernst genommen. Nach 8 Punkten aus den 5 Spielen zuvor holten die Blau-Gelben in den verbleibenden 5 Partien keinen Zähler. Schlimmer: Ihnen gelang nur noch ein einziges Tor. Im letzten Spieltag, als der Gegner bereits 3:0 vorne lag.

Eintracht Braunschweig, letztes Jahr ohne Aufstiegsambitionen plötzlich im Konzert der Großen gelandet, ist erwartungsgemäß gescheitert. Wenn auch nicht so deutlich wie Greuther Fürth in einer ähnlichen Situation im Vorjahr. Mal schauen, wie sich Paderborn nächstes Jahr in einer ähnlichen Situation beweist.

Der Abstieg ist kein Beinbruch, immerhin war man bis zum Ende “dabei”. Zum Abschied leuchtet die Ampel in den Vereinsfarben.

 

ampel_nürnberg

Ilkay Gündogan, Julian Schieber, Daniel Didavi und Philipp Wollscheid sind nur vier Spieler, nach deren Abgang dem Club in den vergangenen drei Jahren der Abstieg prophezeit wurde. Doch immer wieder arbeitete sich die Truppe von Dieter Hecking mit destruktivem, aber ungemein effektivem Spiel auf einen einstelligen Tabellenplatz. Im Winter 2013 ging Trainer Hecking nach Wolfsburg und im Sommer 2013 verließ der Belgier Timmy Simons das Frankenland. Ohne große Beachtung verlief der Transfer, der Nürnberg endgültig über die Klippe stieß.

Ungeachtet der Kritikpunkte an den drei Trainern Wiesinger (zu vorsichtig), Verbeek (zu riskant) und Prinzen (zu spät/schlecht/unbehaart) zeigte sich in der Saison immer wieder, dass nach dem Abgang des erfahrenen Belgiers die Hierarchie im Kader absolut im Eimer war. Sinnbildlich, dass Hanno Balitsch und Maik Franz, die sich nach der Niederlage in Hamburg öffentlich Vorwürfe machten, sich im entscheidenden Heimspiel gegen Hannover vor dem 0:1 gegenseitig umrannten.  Ohne einen echten Führungsspieler zeigte sich das Team unfähig, auf die schwieriger werdende Situation zum Saisonende zu reagieren und ergab sich in sein Schicksal.

Nach dem guten Start in die Rückrunde wurde die Mannschaft durch eine Reihe von verletzten Stammspielern (Pinola, Chandler, Hasebe, Feulner, etc.) vor eine harte Probe gestellt, die sie nicht bestand. Fehlende mannschaftliche Geschlossenheit und eine Hinrunde ohne Pflichtspielsieg erwiesen sich als zu hohe Hypothek, um im dümmsten Abstiegskampf aller Zeiten wenigstens noch mit der Relegation belohnt zu werden.

Man hat das Gefühl, dass der Abstieg mit etwas mehr Ruhe oder Fingerspitzengefühl durchaus vermeidbar gewesen wäre. Deswegen eine rote Saison für den Club.

 

ampel_stuttgart

Es ist etwa anderthalb Jahre her, als wir Fredi Bobic demonstrativ den gehobenen Daumen ins Gesicht drückten, um ihm für seine gelungenen Entscheidungen als Manager des VfB Stuttgart zu gratulieren. Nach dem Ende der Spielzeit müssen wir ernüchtert feststellen, dass der gute Fredi bis Februar 2014 so oft ins Klo gegriffen hatte, dass er praktisch die komplette Hinrunde mit den Fingern in der Schüssel verbrachte.

Nach den Erfahrungen der Vorsaison, in der Trainer Bruno Labbadia seine Mannschaft mit ineffektivem und unansehnlichem, aber laufintensivem Fußball, durch knapp 260 Pflichtspiele trieb, wollte Bobic folgerichtig den Kader vergrößern. Dazu verpflichtete er mit Konstantin Rausch, Moe Abdellaoue und Karim Haggui drei Spieler, die selbst Hannover nicht mehr haben wollte, weil sie ihren Zenit überschritten hatten und Stuttgart nie weiterhelfen konnten. Anschließend verkaufte er den langjährigen Abwehrchef Serdar Tasci nach Russland, was einen defensiven Scherbenhaufen zur Folge hatte, den nur Elitemaurer Huub Stevens (der Wendepunkt im Februar) zu kitten wusste.

Zwischendurch entließ Fredi Bruno Labbadia, nachdem dieser bereits die Playoffs zur Europa League versägte. Nachfolger Thomas Schneider, nach dem Prinzip des Jugendtrainer-Bingos (klappt etwa in 1 von 4 Fällen) befördert, schied bereits in der zweiten des Pokals aus, was Bobics Kaderplanung ad absurdum führte. Er sorgte zudem mit acht Niederlagen in Serie dafür, dass Bert van Marwijk nicht die schlechteste Trainerentscheidung der Saison war. Somit entpuppte sich alles, was ursprünglich gar nicht so undurchdacht erschien, als grauenhafte Entscheidung. Der VfB Stuttgart steht vor einem Neuanfang – immerhin in der Bundesliga.

“Es hätte viel Schlimmer kommen können” bleibt der einzige Trost für die Schwaben. Das reicht nicht für mehr als rotes Licht.

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