Die Ampel: Fußball ist keine Mathematik. Und auch keine Glühbirne.

25. Oktober 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

1899 Hoffenheim: Mit dem 1:0 Erfolg im Heimspiel gegen Mönchengladbach gelang es den Hoffenheimern auf Tuchfühlung mit den Europapokalplätzen zu bleiben, noch dazu wurde mit Mönchengladbach ein direkter Konkurrent um die begehrten Plätze besiegt. Da wir auch in den vorherigen Wochen keine andere Farbe gewählt haben, bleibt die Ampel natürlich auf GRÜN.

1.FC Kaiserslautern: Nach dem Auswärtssieg in Gelsenkirchen konnten die Lauterer im Heimspiel gegen Freiburg drei weitere Punkte sammeln und einen kleinen Abstand zu den Abstiegsplätzen herausarbeiten. Ein Lob hierfür geht neben Trainer und Mannschaft auch an den Vorstandschef Stefan Kuntz, der keine Kritik an Trainer Marco Kurz aufkommen ließ und in Krisenzeiten dafür sorgte, dass in Ruhe weiter gearbeitet werden konnte. Deshalb leuchtet die Ampel diese Woche auch GELB.

1.FC Köln: Dem Heimerfolg gegen Hannover folgte eine deftige 0:5-Klatsche in Dortmund. Für diese waren diesmal jedoch nicht, wie bei ähnlichen Niederlagen zuvor, dreißig Meter großer Löcher zwischen Abwehr und Mittelfeld ausschlaggebend, sondern die offensive Klasse der Dortmunder und die Unfähigkeit der Kölner den Ball länger in den eigenen Reihen zu halten. Der Mittelfeldplatz ist trotzdem gesichert, die Ampel bleibt auf GELB.

1.FC Nürnberg: Das 2:2 gegen den VfB Stuttgart ist genug um die Franken auf sichere Distanz zu den Abstiegsrängen zu halten und kommt bei der aktuell angespannten Personallage durchaus überraschend. Trotz nun 5 sieglosen Spielen in Folge und dem folgenden Gastspiel in der Allianz Arena bleibt die Aussicht, dass in den kommenden Wochen Per Nilsson, Javier Pinola und Ralph Schäfer die Mannschaft wieder verstärken können. Deshalb weiter GELB für den Club.

Bayern München: Zwar konnte Bayern München in der vergangen Woche kein Spiel gewinnen konnte, dennoch sollte niemand in Panik ausbrechen. Es sei denn Karl-Heinz Rummenigge, der vor vier Jahren in ähnlicher Situation mit dem schönen Satz „Fußball ist keine Mathematik.“ das Ende der zweiten Amtszeit von Ottmar Hitzfeld einleitete, hat wieder eine gute Idee dieser Art. Im Hinblick auf Jupp Heynckes Spitznamen „Osram“ könnte Kalle etwa „Ein Fußball ist keine Glühbirne.“ in die Mikros und Gazetten dozieren und damit für etwas Unruhe sorgen, die man sonst nur wohl schwer bekommen würde. Solange er darauf verzichtet, bleibt die Ampel GRÜN.

Bayer Leverkusen: In Leverkusen herrscht zur Zeit Krisenstimmung. Gegen Schalke verlor das Team von Robin Dutt bereits das zweite Heimspiel in dieser Spielzeit und steckt damit im Mittelfeld der Tabelle fest, was für einen Championsleague-Teilnehmer nicht befriedigend sein kann. Andererseits beendete das 0:1 eine Serie von vier Spielen ohne Niederlage, davon drei Siege. Der gute Auftritt der Werkself gegen Valencia lässt die Ampel weiter GELB leuchten.

Borussia Dortmund: Oh man, was für eine Krise! Der Dortmunder Saisonstart wird allgemein als „wacklig“ dargestellt. Doch wenn man auf die Tabelle blickt, erkennt man folgendes: Der Meister steht nur 3 Punkte hinter Bayern München auf dem zweiten Platz. Was umso bemerkenswerter ist angesichts der Tatsache, dass sowohl der Spielmacher als auch der beste Torschütze der Meistersaison praktisch gar nicht zum Einsatz gekommen sind und mit Kevin Großkreutz eine weitere Stütze des Teams in einer tiefen Formkrise steckt. Das kann ja lustig werden, wenn es bei den Westfalen erst wieder richtig funktioniert. GRÜN

Borussia Mönchengladbach: So langsam droht die Euphoriewelle am linken Niederrhein abzuebben. Nach drei sieglosen Spielen in Folge und dem Ausfall von Igor de Camargo leidet Mönchengladbach an seiner mangelhaften Chancenverwertung. So ist etwa Mike Hanke zwar ein Spieler, der großen Einsatz zeigt und gut nach hinten arbeitet, aber der ehemalige Nationalstürmer hat in dieser Spielzeit noch kein Tor erzielt. Was nichts daran ändert, dass Platz 7 für die Borussia einen großen Erfolg darstellt. Deshalb bleibt die Ampel GRÜN.

FC Augsburg: Mit 4 Punkten aus den letzten zwei Spielen gelang es den Augsburgern sich wieder auf den Relegationsplatz vorzukämpfen. Mit neuem Selbstvertrauen durch den wichtigen Sieg in Mainz konnte dank eines wieder einmal überragenden Simon Jentzsch auch Werder Bremen ein Punkt abgerungen werden. Zwar sind grobe Fehler von Gegenspielern (Svensson in Mainz und Andreas Wolf gegen Bremen) für die Tore der Schwaben ausschlaggebend gewesen, allerdings kann dies auch als Beleg für die die gesteigerte Kaltschnäuzigkeit der Augsburger gewertet werden. Solange der Relegationsplatz gehalten wird, lassen wir die Ampel auf GELB stehen.

FSV Mainz 05: Auch gegen Hertha konnte den 05ern kein Sieg gelingen, aber zum zweiten Mal in dieser Saison konnte das Team zumindest ohne Gegentor bleiben. Nach einer langen Durststrecke können auch solche kleinen Schritte dabei helfen, dem Team wieder mehr Selbstvertrauen zu geben. Dennoch muss angesichts des Absturzes auf Rang 15 die Ampel weiter auf ROT bleiben.

Hannover 96: Letzte Woche haben wir uns viel Mühe gegeben, um Hannovers Weg zurück ins Mittelmaß zu konstruieren. Das EL-Spiel gegen den FC Kopenhagen bestätigte uns wunderbar in dieser These, denn der Auftritt von 96 war engagiert, aber erfolglos. Und dann gewinnen die Niedersachsen nach den Erfolgen gegen Dortmund und Bremen nun auch noch ihr Heimspiel gegen Bayern München. Da müssen wir wohl die GRÜN gefärbte Lampe wieder einschalten.

Hamburger SV: Zur allgemeinen Überraschung konnte der Hamburger SV beim Debüt des neuen Wundertrainers Thorsten Fink den Gegner nicht mit 6:0 aus dem Stadion schießen. Vielmehr brachte Finks Debüt die Erkenntnis, dass jeder gesammelte Punkt in den kommenden Wochen ein wichtiger und der Weg aus dem Keller lang und steinig sein wird. Wir sind gespannt, wie schnell Fink die pomadige und ideenlose Struktur des HSV-Spiels in dieser Saison umkrempeln kann. Bei Platz 17 bleibt die Ampel natürlich ROT.

Hertha BSC: War in der Vorwoche noch die Defensive um Torhüter Thomas Kraft nachlässig bis grottenschlecht, so fehlte den Berlinern in dieser Woche in der Offensive die Durchschlagskraft um krisengeschüttelte Mainzer ernsthaft in Gefahr zu bringen. Somit steht die Hertha nach 10 Spielen mit 3 Siegen, 3 Niederlagen und 4 Unentschieden auf Rang 10 der Tabelle im gesicherten Mittelfeld. Was für einen Aufsteiger völlig OK und damit absolut GRÜN ist.

SC Freiburg: Der SC Freiburg steht am Ende der Tabelle, obwohl die Mannschaft in vielen Spielen keinesfalls deutlich schlechter und in manchen sogar etwas besser als der Gegner war. In der Regel sind dies Merkmale eines Absteigers. Zwar gibt es in der Offensive mit Makiadi, Cisse oder Nicu durchaus Spieler, die in der Bundesliga mithalten können, doch gerade in der Innenverteidigung fehlt nach dem Abgang von Ömer Toprak die außergewöhnliche Klasse. Beim Schlusslicht leuchtet‘s ROT.

Schalke 04: Die Mannschaft raufte sich nach der peinlichen Niederlage gegen Kaiserslautern zusammen und gewann die beiden folgenden Auswärtsspiele auf Zypern und in Leverkusen mit insgesamt 6:0 Toren. Eine besondere Rolle spielte dabei der an dieser Stelle bereits letzte Woche hervorgehobene Jefferson Farfan, der nach einem Solo über 80 Meter den Siegtreffer in der BayArena erzielen konnte. Dennoch zeugt das Heimspiel gegen Kaiserslautern von Unbeständigkeit und die Verpflichtung von Timo Hildebrand bringt erneut Unruhe nach Gelsenkirchen, dazu fällt Stammtorwart Fährmann wohl mindestens 6 Monate aus. Zwar sehr nah an der Umstellung, doch vorerst bleibt Schalke nur GELBes Licht.

VfB Stuttgart: Nach dem Vorstoß auf die Spitzenränge der Bundesliga enttäuschten die Stuttgarter in Nürnberg schon ein wenig: Die Mannschaft geriet gegen den ersatzgeschwächten Club zwei Mal in Rückstand und brauchte einen schmeichelhaften Elfmeter um zurück ins Spiel zu kommen. Das ist zwar nicht das Vorgehen einer absoluten Spitzenmannschaft, aber es ist ein Unentschieden auf fremden Platz, dass den Verein in den Europapokalrängen hält. Also bleibt alles GRÜN.

VfL Wolfsburg: Irgendwie kann einen der VfL Wolfsburg in dieser Saison nur unterhalten, wenn der Transfermarkt geöffnet ist. Spielerisch bietet das Team wenig, weil die Mannschaft ständig Umstellungen unterworfen ist und Trainer Magath verdeutlichte in Hamburg mit seinen Auswechselungen, dass er mit einem Punkt gegen einen verunsicherten Gegner durchaus zufrieden ist. Zumindest hat er damit sein Team fern von den Abstiegsrängen auf einem Mittelfeldplatz geparkt. GELB

Werder Bremen: Bei Werder Bremen ist man sich zur Zeit uneins: Auf der einen Seite stehen 7 Sieg aus den ersten 5 Spielen dieser Saison. Auf der anderen das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal und nur ein Punkt aus den letzten drei Bundesligapartien. Manager Klaus Allofs sieht „das Ziel Europapokal“ in Gefahr und seine Vermutung lässt sich damit stützen, dass die Defensive der Bremer unsolide ist und die Offensive zu sehr von Claudio Pizarro abhängig zu sein scheint. Da Werder aber noch einen Rang bekleidet, der zur Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb berechtigt, lassen wir die Ampel auf GRÜN.

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