Die Ampel: Jupp, der alte Trainerfuchs

15. Februar 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

 

Borussia Dortmund
5 Siege gab es für das Team von Jürgen Klopp seit der Winterpause – aus diesem Grund steht man verdient an der Spitze der Bundesligatabelle und im Halbfinale des DFB-Pokals. Durch den Wegfall der Doppelbelastung aus den Europapokalspielen droht wohl auch kein ähnlicher Einbruch wie in der Hinrunde, als es Niederlagen gegen Hoffenheim, Hannover und Hertha setzte.

Borussia Mönchengladbach
9 Tore schossen die Gladbacher bisher in den 4 Spielen der Rückrunde – nur gegen Felix Magaths neues Defensivbollwerk wollte keines gelingen, dafür in allen anderen Spielen jeweils 3. Das 3:0 gegen Schalke zeigt, dass die Gladbacher sich als Mannschaft enorm gesteigert haben und Spieler wie Hanke oder Reus Entwicklungssprünge machten, die ihnen in dieser Form nicht zuzutrauen waren.

Hannover 96
Zwar gab es das erste Gegentor im Jahr 2012 zu beklagen, doch der späte Ausgleich in Mainz zeigt wiederholt: Nun ist auch endlich wieder über 90 Minuten mit den Hannoveranern zu rechnen. Fast unbemerkt vom Fokus der Berichterstattung ist man nun wieder punktgleich mit dem Europapokalplätzen.

Schalke 04
Die Niederlage in Gladbach bahnte sich bereits an: Schon gegen die Mainzer erreichten die Schalker nicht die Form der Vorwochen, zudem war der Auftritt im Pokal an gleicher Stelle erschreckend hilflos. In solchen Spielen braucht die Mannschaft einen Spieler wie Jermaine Jones, der seine Mitspieler mitreißen kann oder einen guten Torwart, der die schlechte Leistung seiner Vorderleute kompensiert. Den Schalkern fehlte am Samstag beides. Die Ampel bleibt unverändert, doch das nächste Heimspiel sollte gewonnen werden.

 

1.FC Köln
3 Punkte aus den ersten 4 Rückrundenspielen. Zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde war es ein Punkt mehr, allerdings hatte der FC da auch schon 12 Gegentore bekommen (aktuell nur fünf). Es verändert sich also nicht viel am Rhein. Auch der Mittelfeldplatz scheint zementiert, deshalb weiterhin gelb.

1.FC Nürnberg
Noch ist es keine Krise, aber man sieht eine deutliche Entwicklung. Gewann der Club rundenübergreifend zwei Spiele in Folge (mit 5:0 Toren), konnte nun seit diesen Partien kein Tor mehr erzielt werden. Diese Leistung reichte in Augsburg aber zumindest aus, um einen Punkt zu entführen und den Abstand auf die Abstiegsplätze zu wahren.

Bayer Leverkusen
Es war mal eine Woche lang ruhig in Leverkusen. Trotz des 2:2 gegen Stuttgart konnte Robin Dutt in Ruhe arbeiten, heraussprangen eine 0:1 Niederlage in Dortmund und ein 1:3 gegen den FC Barcelona in der Championsleague. Es wäre keine Überraschung, wenn diese beiden durchaus entschuldbaren Rückschläge als Vorwand für den dritten Trainerwechsel binnen 7 Tagen genommen würden. In der Liga hat Hannover die Werkself wieder eingeholt, deshalb leuchtet die Ampel gelb.

Bayern München
Die Phase der Saison, in der Bayern überforderte Gegner mit 4:0 oder höher aus der Allianzarena fegten, scheint vorbei zu sein. Es ist auch eigentlich zu kalt für Schützenfeste. Hinzu kommen die Verletzung von Schweinsteiger und die Verbannung von Arjen Robben. Eine geniale Entscheidung, die zu Siegen gegen demotivierte Stuttgarter und verängstigte Lauterer führte (Ohne Heynckes kluge Taktik wären diese Spiele bestimmt verloren worden). Dennoch bleibt die Ampel vorerst gelb.

FSV Mainz 05
Bisher erst ein Rückrundenspiel verloren, 5 Punkte gesammelt und ein extrem glückliches Händchen bei den Wintertransfers bewiesen (Zidan): In dieser Form wird die Elf von Thomas Tuchel den Abstiegsrängen fernbleiben können.

Hamburger SV
Der katastrophale Start in die Rückrunde (1:5 gegen Dortmund) scheint die Mannschaft wachgerüttelt und nicht verunsichert zu haben. Durch das Unentschieden gegen die Bayern und zwei Auswärtssiegen bei Teams aus dem Mittelfeld der Tabelle wird das kommende Spiel gegen Werder Bremen zu einem richtungsweisenden Duell für diese Saison. Wir warten den Ausgang des Derbys ab und bleiben vorerst auf gelb.

VfL Wolfsburg
Ein Schlüssel zur Meisterschaft 2009 war die Heimstärke der Wölfe, unglaubliche 16 von 17 Heimspielen gewann das Team im Meisterjahr. Im dieser Spielzeit sind es bisher 7 Siege in 11 Spielen, doch die Mannschaft arbeitet weiter an der Grundlage für eine erfreulichere Rückrunde. Ob man sie Trainer, Manager und Verein gönnt, steht auf einem anderen Blatt, aber die Wölfe zeigen eine bemerkenswert gute Tendenz.

Werder Bremen
Viertes Spiel, vierter Punkt im Jahr 2012. Die Bremer, die jeden Spieltag ein anderes Potpourri aus Stammkräften und Nachwuchsspielern auf den Platz schicken müssen, retten sich mit Punktgewinnen durch eine Phase, auf die sicherlich wieder bessere Zeiten folgen werden. Hannover 96 überbrückte seine Schwächeperiode am Ende des vergangen Jahres ähnlich geschickt und wird jetzt dafür belohnt. In Bremen wird man auf einen ähnlichen Verlauf hoffen.

 

1.FC Kaiserslautern
Ein 0:2 gegen Bayern München ist mit Sicherheit nicht das Anzeichen einer Krise – eine lange Serie von sieglosen Spielen  hingegen schon. Bevor alle Alarmglocken schrillen muss sicherlich noch das nächste Heimspiel abgewartet werden. Aber die Probleme sind die gleichen wie in der Hinrunde: Zu wenig Tore, zu viele Unentschieden. Und die Konkurrenz holt Punkt für Punkt auf.

1899 Hoffenheim
Schlimm, wenn zu öder Langeweile auch noch brachiale Dummheit hinzukommt. Denn anders ist die Entlassung von Trainer Stanislawski nicht zu begreifen. 1899 stand nach den Abgängen von drei wichtigen Spielern auf Platz 8, sicherlich höher als es mit diesem Kader möglich ist. Der unsinnige Trainerwechsel, das Pokalaus und das anschließende Abrutschen auf Rang 11 bewegen uns zum umschalten auf rot.

FC Augsburg
Das dritte Unentschieden in Folge hilft den Augsburgern überraschenderweise im Abstiegskampf weiter, denn die Konkurrenz sammelt beständig weniger Punkte als die Schwaben. Ob dieser Weg allerdings zum Klassenerhalt führt ist zweifelhaft.

Hertha BSC  
An einem Tag, an dem beim Gegner alles klappte verloren die Berliner mit 0:5 in Stuttgart. Dabei konnten weder große taktische oder läuferischen Defizite offenbart werden: Es gibt zur Zeit einfach zu viele Spieler auf Schlüsselpositionen, die hinter ihrer Form herlaufen. Die Entlassung von Michael Skibbe ist zu diesem Zeitpunkt sicherlich streitbar und wirkt zunächst wie keine besonders gute Idee. Wie vieles, was zuletzt in Berlin passiert ist.

SC Freiburg
Der Kader wurde kräftig durchgemischt und diese Aktion bringt zwei Erkenntnisse: Der SC kann auch ohne Papiss Demba Cisse Tore schießen, der Senegalese spülte darüber hinaus 12 Millionen Euro in die Vereinskasse. Die Schlechte: Das Hauptproblem bleibt die Abwehr. Wenn man als Abstiegskandidat in einem Auswärtsspiel zwei Tore schießt, sollte zumindest 1 Punkt drin sein. Doch die Zähler blieben alle in Wolfsburg, die rote Laterne dagegen in Freiburg.

VfB Stuttgart
Das 5:0 gegen Hertha offenbart die seit Jahren andauernden Probleme des VfB Stuttgart: Droht eine Partie anstrengend zu werden, schreiben die Spieler sie früh ab, wie beim 0:2 Pokalaus gegen die Bayern. Liegt ein Gegner ohnehin am Boden, nutzen die Spieler die Widerstandslosigkeit aus (auch letztes Jahr beim 7:0 gegen Mönchengladbach). Es liegt nun an der Mannschaft zu zeigen, dass sie Charakter hat und der Sieg kein Strohfeuer war. Die Ampel leuchtet weiter rot.

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