Die Ampel: Moral- und Kraftlosigkeit als Chance

21. März 2012Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

 

 

Bayern München
20 Tore in einer Woche. Beeindruckend. Hinzu kommt das Losglück, in der Champions League erst im Finale auf Barcelona treffen zu können. Mal schauen, ob heute Abend die Revanche für die Niederlagen gegen Mönchengladbach gelingt. Die Bayern sind wieder grün!

Borussia Mönchengladbach
Nach dem kurzen Ausflug ins gelbe Licht unserer Ampel gelang den Gladbachern ein überraschender Auswärtssieg in Leverkusen. Damit stellen die Spieler unter Beweis, dass sie ein Spitzenmannschaft formen und die Champions League mehr als ein Tram sein könnte.

Borussia Dortmund
Nachdem beim 1:0 gegen Werder Bremen das Glück für ein Schützenfest fehlte, revanchierte sich das Schicksal beim 1:0 Sieg im Pokalhalbfinale bei Greuther Fürth. Durch den Treffer von Gündogan in der 120.Minute dürfen die Borussen weiter vom Double träumen.

FC Augsburg
Premiere für den FC Augsburg! Durch den 2:1 Heimsieg gegen Mainz 05 dürfen die Schwaben die Bundesliga das erste Mal bei grünem Licht betrachten. Von einem Platz, der den Klassenerhalt verspricht. Dennoch werden die Fuggerstädter auch weiterhin viel Glück brauchen, um ihre Serie aufrecht zu erhalten.

FSV Mainz 05
Die zweite Auswärtsniederlage in Folge kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Mainz 05 bisher eine rauschhafte Rückrunde spielt. Auch wenn dieser Rausch eng mit Mohamed Zidan verknüpft ist, der am Samstag das erste Mal seit seiner Rückkehr ohne Torerfolg blieb.

Hannover 96
Dem großartigen Erfolg über Standard Lüttich in der Europa League ließen die Hannoveraner ein etwas glückliches 4:1 über den 1.FC Köln folgen, bei der sie vor allem davon profitierten, dass Michael Rensing und Milivoje Novakovic einen sehr schlechten Tag erwischten. Dennoch ist es bemerkenswert, dass die Mannschaft trotz der Doppelbelastung erneut zu einem Schützenfest feiern durfte.

SC Freiburg
Freiburg steht, für einen Club mit grünem Licht ungewöhnlich, auf dem Relegationsplatz. Aber die Serie der Breisgauer ist beeindruckend: Von den letzten 7 Partien gingen nur 2 verloren, gegen Spitzenteams wie Gladbach, Bayern und Schalke konnten 5 Punkte geholt werden. Abschließend gab es einen 3:1-Auswärtserfolg beim HSV, der die Hanseaten mit in den Abstiegsstrudel zieht.

Schalke 04
Der Minikrise, die ihren Höhepunkt beim 1:2 in Freiburg erreicht hatte, folgen nun wieder überzeugende Siege und Schützenfeste der Königsblauen. Die sehr gute Offensive der Schalker erlaubt es ihnen, trotz grauenhafter Stellungsfehler der Abwehr (wie beim Führungstor für Kaiserslautern), mit dem Einzug in die Champions League rechnen zu können. Glück Auf!

VfB Stuttgart
Nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Kaiserslautern gaben die Stuttgarter in Hoffenheim die richtige Antwort und gewannen ihr Spiel mit 2:1. Durch den Dortmunder Sieg im Halbfinale des DFB-Pokals rückt der Europaleagueplatz wieder in greifbare Nähe für die Schwaben.

 

 

1.FC Nürnberg
Nach den überraschenden Siegen gegen Bremen und Gladbach gab es für den Club enttäuschende Niederlagen gegen Mainz und Wolfsburg. Man mag selbst entscheiden ob dies einfach die natürliche Leistungsgrenze der Nürnberger ist oder die alte Weisheit greift „Der Glubb is‘ a Depp!“

Bayer Leverkusen
Entweder hat der Leverkusener Ehrgeiz nach dem 2:0 Erfolg über Bayern München erheblich nachgelassen, oder das 1:7 beim FC Barcelona hat das Selbstvertrauen der Mannschaft mit einem Schlag zerschmettert. Zumindest wurden nicht nur die beiden folgenden Spiele verloren, sondern auch der Anschluss an Schalke 04 und der möglichen Champions League Qualifikation.

VfL Wolfsburg
Saisonpremiere: Felix Magath veränderte seine Mannschaft nur auf einer Position, und dazu war er durch eine Sperre sogar gezwungen. Mit der gleichen taktischen Grundformation wie in der Vorwoche fuhr der VfL den zweiten Sieg in Folge ein und steht dank der Tatsache, dass nur Champions League Aspiranten im Pokalfinale stehen, nur noch 5 Punkte hinter den Europacupplätzen. Seit Christian Träsch nicht mehr versuchen muss, so zu tun, als wäre ein Rechter Verteidiger, holte der VfL sechs Punkte. Glückwunsch!

Werder Bremen
In der Hinrunde bestand das Bremer Team noch aus Spielern wie Hunt, Marin, Naldo oder Prödl (Alle Nationalspieler). In der Rückrunde tauchen die Namen Füllkrug, Trybull oder Hartherz immer häufiger in der Mannschaftsaufstellung auf. Es ist bemerkenswert, das Bremen trotz dieser Schwächung die wichtigen Spiele gegen Hannover und Hamburg deutlich gewinnen konnte. Es ist nicht verwunderlich, das Bremen wegen der Verletzungen und Sperren sonst häufig ohne Punkte dasteht. Dennoch reicht es nur für gelb.

 

 

1899 Hoffenheim
Nun steht also Manager Ernst Tanner zur Disposition – ein guter Tag für die TSG! Tanner ekelte innerhalb eines Jahres die Trainer Rangnick und Stanislawski aus dem Verein, reduzierte den Kader auf Mittelmaß und Lustlosigkeit und sorgte mit Markus Babbels Verpflichtung für denwirkungslosesten Trainerwechsel der Saison. Zwei Niederlagen in Folge mit 9 Gegentoren rechtfertigen rotes Licht.

1.FC Kaiserslautern
Es ist offensichtlich, dass der entlassene Trainer Marco Kurz dem Team keine Impulse mehr geben konnte – 18 Spiele ohne Sieg sind sehr deutlich. Ob es am Trainer oder an der mangelnden Qualität der Mannschaft lag, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Doch angesichts der bisherigen Leistungen in der Rückrunde scheint der Abstieg des FCK kaum noch zu verhindern zu sein.

1.FC Köln
Eine Woche nach der Trennung von Volker Finke bleibt der 1.FC Köln auswärts ohne Erfolgserlebnis – und damit in der Nähe der Abstiegsplätze. Auch wenn der Kader scheinbar mehr Qualität bietet als der von Kaiserslautern, Hertha oder Augsburg – es liegt oft an Einzelspielern, die einen schlechten Tag haben. Am Wochenende waren es Rensing und Novakovic, die in Normalform statt dem 1:4 durchaus für ein 2:2 hätten sorgen können.

Hamburger SV
Das Problem des HSV hat einen Namen: Es heißt Dennis. Seit dieser Dennis (Nachname: Aogo) fehlt, kassiert der HSV viele, viele Gegentore. Und die meisten davon über die von ihm verlassene linke Abwehrseite. Denn weder Jansen (kein Bock) oder Rajkovic (kein Talent) können den Nationalspieler gleichwertig ersetzen. Vielleicht ist es aber auch nicht das, sondern nur ein Problem des HSV. Ein anderes könnte Mladen heißen. Oder Paolo. Oder…

Hertha BSC
Das 0:6 gegen Bayern München sollte den Berlinern eigentlich neue Hoffnung geben: Sie waren da einzige Team, das keine 7 Tore gegen Bayern bekam. Außerdem waren es 3 Elfmeter, die zum Debakel führten. Zwei davon wurden von Alfredo Morales verursacht, der damit bewies, dass er noch schlechter sein kann als Andre Mijatovic in der tiefsten Formkrise seines Lebens. Hinzu kommt der arthritische Levan Kobiashvili vor der Abwehr, der schwache Keeper Thomas Kraft (der das Prinzip des Übergreifens einfach nicht versteht) und der dümmste Sturm außerhalb von Kaiserslautern. Otto Rehhagel muss zum Ende seiner Kariere nochmal seine ganzes Können aufbieten, um die Hertha vor dem Abstieg zu retten. Vielleicht könnte in diesem Fall in Kraft- und Moral(es)mangel eine große Chance sein. Immerhin stehen mit Aerts und Mijatovic erfahrene Alternativen zur Verfügung.

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