Die Ampel: Roman hatte einen Plan…

6. Dezember 2011Felix> Bundesliga, | Die Ampel

Nach jedem Spieltag bedient ein Autor von doppel-sechs.de die Bundesligaampel. Wir fassen die Ereignisse der letzten Wochen, insbesondere des letzten Spieltags zusammen und zeigen, ob unserer Meinung nach die Fahrt für den Verein in dieser Form weiter gehen kann (grün), ob es bedenklich ist (gelb) oder der Verein Probleme hat und den Motor lieber nochmal neu starten sollte (rot).

1899 Hoffenheim: Langsam droht es für Hoffenheim extrem ungemütlich zu werden. Das Team hat seit dem sechsten Spieltag nur noch einen Sieg in der Bundesliga einfahren können und ist dadurch von einem Anwärter auf die Europapokalplätze zu einer grauen Maus degradiert worden, nun stehen nur noch 4 Punkte zwischen den Kraichgauern und dem Relegationsplatz. Dazu kommen erhebliche mannschaftsinterne Probleme, etwa der öffentliche Angriff von Torwart Starke auf Stürmer Ryan Babel oder die Suspendierung von Obasi und Firmino vor dem Spiel in Leverkusen. Wir schalten die Ampel auf ROT.

1.FC Kaiserslautern: Die Problemzone der roten Teufel hat sich verlagert: Am Anfang der Saison bereitete die unbewegliche Verteidigung noch die meisten Probleme. Mit Bällen in den Rücken der Abwehr waren die Verteidiger des FCK häufig überfordert, nun kassieren die Lauterer selten mehr als 1 Gegentor pro Spiel. Das neue Problem ist, dass dieses Gegentor meistens ausreicht, um eine Niederlage zu besiegeln. Seit 3 Spielen ist der FCK ohne eigenen Torerfolg, der Punkt gegen Berlin war einem Eigentor von Roman Hubnik zu verdanken, der unbedrängt den Ball in die eigenen Maschen köpfte. Zu häufig fehlt es bei Lauterns Stürmern an Qualität und Glück, deshalb leuchtet die Ampel ROT.

1.FC Köln: Auf die Kölner Medienlandschaft ist Verlass. Sollte es mal eine ruhige Woche geben, wie vor dem Spiel gegen Stuttgart, wird ohne zu zögern ein harmloser Auffahrunfall des treffsichersten Stürmers des Teams zu einem nationalen Medienereignis hochstilisiert. Der treffsicherste Stürmer ließ sich davon allerdings wenig beeindrucken und sicherte seinem Team mit 2 Treffern einen Punkt im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Das reicht, um Distanz zu den Abstiegsrängen zu halten und die Ampel auf GELB zu belassen.

1.FC Nürnberg: Nach dem wichtigen Heimsieg gegen Kaiserslautern in der Vorwoche stand für den Club am Sonntag in Hamburg ein weiteres Duell unter Abstiegskandidaten an. Als die unglücklichere von zwei limitierten Mannschaften verloren die Franken, begünstigt durch einen der seltenen Fehler von Defensivstratege Timmy Simons, mit 0:2. Dadurch steckt der Club weiter tief unten drin und muss angesichts der kommenden Gegner aus Hoffenheim und Leverkusen befürchten, den Winter tief im ungemütlichen und kalten Keller der Tabelle zu verbringen. Vielleicht wärmt die ROT leuchtende Ampel ja etwas.

Bayern München: Letzte Woche stellten wir die Bayern erstmals seit dem 2.Spieltag nicht mehr auf GRÜN. Das ist nach dem 4:1 gegen Werder Bremen und dem zurückerobern der Tabellenspitze natürlich vergessen. Bayern siegt, Robben trifft, Ribery dribbelt, Jupp glüht. Die Krise ist sowas von vorbei. Oder?

Bayer Leverkusen: Leverkusen arbeitet weiter erfolgreich an seiner Aufholjagd. Die Mannschaft scheint den Abgang von Arturo Vidal endlich verkraftet und ihren Spielstil gefunden zu haben. Hinzu kommen ein Michael Ballack, der wieder sichtlich Spaß am Fußball hat und die geglückte Verpflichtung von Torwart Bernd Leno, der eine gute Hinrunde spielte. Passend dazu liegt unterm Weihnachtsbaum bereits ein dickes Paket mit mehreren Millionen Euro, das die UEFA für die Achtelfinalisten der Champions League geschnürt hat. Die Ampel leuchtet GRÜN wie ein Tannenbaum.

Borussia Dortmund: Nach nur einer Woche Höhenluft hat der BVB die Tabellenführung bereits wieder verspielt. Dies allerdings gegen einen Gegner, der sich ebenfalls den gesamten Herbst in absoluter Ausnahmeform präsentiert. Hinzu kommt das bevorstehende Ausscheiden in der Champions League, welches wir keinesfalls negativ sehen, denn die die fehlende Doppelbelastung in der Rückrunde war bereits in der vergangenen Saison einer der Trümpfe des BVB im Rennen um die Deutsche Meisterschaft. Insofern bleibt alles GRÜN.

Borussia Mönchengladbach: Nach vier Siegen in Folge erreichten die Gladbacher dank einer konzentrierten Leistung ein 1:1 gegen den deutschen Meister aus Dortmund. Immer wieder sticht ein neuer Spieler als überragender Leistungsträger der Borussia hervor: Zu Saisonbeginn war es Torwart ter Stegen, zwischenzeitlich Marko Reus und nun hat man den Eindruck, das Stürmer Mike Hanke den Kollege Huntelaar und Gomez lediglich einen kleinen Vorsprung in der Torjägerliste einräumen wollte. So würde sein Gewinn der Kanone am Saisonende umso überraschender wirken. Alles GRÜN beim Tabellendritten.

FC Augsburg: Nach dem Heimerfolg gegen Augsburg trat der FCA beim ersatzgeschwächten Schalkern an, die nicht nur die Verletzungen von 3 Stammspielern, sondern auch 2 Gelbsperren verkraften mussten. Einige Abstimmungsprobleme der Gastgeber begünstigten Augsburger Torchancen, aber den Schwaben fehlten häufig die Ruhe und auch das Talent um mehr zu erreichen als das zwischenzeitliche 1:1. Ein grober Patzer von Mohamed Amsif bedeutete dann die Schalker Fühhrung, die letztlich die Grundlage zum Sieg war. Nach der Euphorie über den ersten Heimsieg in der letzten Woche schalten wir die Ampel zurück auf ROT.

 

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Weisheit 6 aus unserem Adventskalender:  “Wenn ich fünf Talente in die Mannschaft einbaue und die nächsten drei Spiele verliere lassen die Leute an den Blumen, die sie mir zuwerfen, plötzlich die Töpfe dran.” (Otto Rehhagel)

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FSV Mainz 05: Spätestens seit dem Erfolg über Bayern München muss die Krise der Mainzer als beendet gelten und auch gegen den VfL Wolfsburg zeigten sich die Pfälzer kämpferisch und nahmen trotz eines Pausenrückstandes von 0:2 fast noch 3 Punkte mit nach Hause. Das anstehende Nachholspiel gegen den 1.FC Köln würde die Gelegenheit bieten, sich wieder ins Mittelfeld der Tabelle abzusetzen. Bis dahin leuchtet die Ampel weiter GELB.

Hannover 96: Es wird immer trüber dieser Tage in Hannover, und das hat nur wenig mit dem Wetter zu tun. Von den letzten 11 Pflichtspielen konnte das Team von Mirko Slomka nur 2 gewinnen, hinzu ist man bereits seit 5 Spielen ohne Sieg. Es scheint, als würde die Mannschaft dringen die Winterpause brauchen, manche Akteure wirken nach der strapaziösen Hinrunde mit 27 Spielen in 4 Monaten überspielt und aufgrund der verfehlten Transferpolitik im Sommer mangelt es an Alternativen. Das Punktepolster vom guten Saisonstart ist aufgebraucht und Hannover ins Mittelfeld der Tabelle zurückgefallen. GELB

Hamburger SV: Es ist unglaublich, welche Auswirkungen natürliche Autorität bei einem Trainer haben kann: Wirkten manche Spieler des HSV unter den Trainer Oenning und Veh häufig lustlos, demotiviert und desinteressiert scheint dies unter Thorsten Fink endlich ein Phänomen der Vergangenheit zu sein. Denn gerade die talentierten Spieler, denen zumindest Michael Oenning vollkommen überflüssig erschien, schießen den HSV jetzt wieder zurück ins Mittelfeld der Tabelle. Die Mannschaft bleibt limitiert und unglücklich zusammengestellt, aber der Wille sich für den Verein zu zerreißen ist wieder deutlich erkennbar. Deshalb steht die Ampel erstmals in dieser Saison auf GRÜN.

Hertha BSC:  Immer wieder verspielte Hertha BSC in den letzten Wochen ansehnlich herausgespielte Vorsprünge und musste sich am Ende nicht ganz zufrieden mit einem Punkt begnügen. Das ging Roman Hubnik mächtig auf den Geist, weshalb er eine tolle Idee hatte: Wenn er dafür sorgen würde, dass sein Team früh in Rückstand geriet, wäre der drohenden Selbstzufriedenheit ein Riegel vorgeschoben und die Mannschaft hätte genug Zeit, das Spiel noch zu gewinnen. Dummerweise stellten sich die Gegner aus Kaiserslautern so blöd an, das Hubnik das erhoffte Tor selbst erzielen musste und mit einem überragenden Kopfball den Gegner in Führung brachte. Doch der zweite Teil des Plans funktionierte nicht: Wieder nahm die Hertha nur einen Punkt mit nach Hause. Dennoch ist der Mittelfeldplatz gefestigt und die Ampel weiter GRÜN.

SC Freiburg: Die steilen Klippen der „Eichhörnchen Methode“ ragen am Horizont vor mir auf, und ich steuere genau darauf zu. Wie kann ich dieses arg überstrapazierte Wortspiel im Zusammenhang mit dem SC Freiburg vermeiden? In den letzten drei Spielen holte der SC drei Unentschieden, zuvor gab es einen Sieg in Nürnberg. Wie ein Nagetier, dass sich für den Winter Vorräte legt der SC mit der Politik der kleinen Schritte jede Woche einen Punkt mehr in sein Körbchen. Das reicht nicht nur, um zur Vermeidung eines grauenhaften Wortspiels drei andere zu verwenden, sondern auch um die Ampel auf GELB zu belassen. Dennoch wäre ein weiterer Sieg vor der Winterpause durchaus zu begrüßen.

Schalke 04: Trotz der Ausfälle von 5 Stammspielern konnten die Schalker gegen den FC Augsburg den siebten Sieg in den letzten zehn Pflichtspielen einsparen. Besonders erfreulich war dabei, das Teemu Pukki gemeinsam mit Klaas-Jan Huntelaar und Raul auf dem Platz stand und erneut zeigte, dass er bereits jetzt eine echte Verstärkung für die Mannschaft darstellt und noch wertvoller werden kann, wenn er die Laufwege seiner Kollegen besser kennt. Sich überhaupt für diese zu interessieren könnte dem Finnen auf jeden Fall einen Vorteil gegenüber Alexander Baumjohann bringen, den er wieder aus der Mannschaft verdrängte. GRÜN

VfB Stuttgart: Der VfB droht durch die teilweise uninspirierten Auftritte der letzten Woche den Kontakt zu den Europaleagueplätzen zu verlieren. Trotz eines vergleichsweise gut besetzten Kaders, der durchaus einen Platz unter den besten fünf der Liga rechtfertigen würde, gelang den Schwaben nur ein Sieg aus den letzten fünf Spielen. Ist dies etwa der gefürchtete „Labbadia-Effekt“, der sich bei den bisherigen Mannschaften des derzeitigen Stuttgarter Trainers immer einstellte und einen krassen Leistungsabfall der Mannschaft zur Folge hatte? Sollte Bruno Labbadia bei der nächsten Ausgabe der Ampel noch im Amt sein, wäre es seine längstes Arbeitsverhältnis mit einem Bundesligisten in seiner gesamten Trainerlaufbahn. Viel Glück dafür! GELB

VfL Wolfsburg: Es ist erstaunlich wie unantastbar Felix Magath in der deutschen Medienlandschaft ist. Man stelle sich vor, ein anderer Trainer würde sich nach einer Niederlage seiner Mannschaft wortlos in sein Auto setzen und nach Hause zu seiner Familie fahren, während die Spieler die Rückreise in eine komplett andere Himmelsrichtung antreten. Er wäre wahrscheinlich kaum noch zu halten. Viel tiefer kann ein Riss zwischen Mannschaft und Trainer nicht sein. Wenig verwunderlich, das Wolfsburg nach Magaths Halbzeitansprache noch einen deutlichen Vorsprung gegen Mainz verspielte. Der Trainer arbeitet weiter an seinem Ruf als Soziopath, die Ampel leuchtet weiter ROT.

Werder Bremen: Nach vielen Wochen mit grüner Ampel an der Weser wird es langsam Zeit umzudenken: Der öffentlich ausgetragene Machtkampf zwischen Manager Klaus Allofs und Aufsichtsratschef Willi Lemke belastet das Umfeld, welches seit Lemkes Rückzug aus dem operativen Geschäft im Jahr 1999, immer wieder als vorbildlich ruhig beworben wurde. Hinzu kommen 9 Gegentore in den letzten zwei Auswärtspartien und die hässliche rote Karte für Aaron Hunt im Spiel gegen den FC Bayern. Die Vorsätzlichkeit und Brutalität seines Frustfouls sucht seinesgleichen. Nach langem Überlegen entscheiden wir uns deshalb diese Woche für ein Umschalten auf GELB.

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